Kurt Tepperwein aus: Die Botschaft deines Körpers - Die Sprache der Organe
mit freundlicher Genehmigung von Herrn Tepperwein

Da unsere Aufgabe ist, zur Einheit zu streben, muss die Fähigkeit hierzu auch in uns liegen. Das Wort "Mensch" gibt uns durch die Weisheit der Sprache wertvolle Hinweise. Das Wort "Mensch" stammt aus dem Sanskritwort Menuschia (gesprochen Menschia). Wurzelwort: Man - Denken, Manus - Geist, Ia - Gesetz. Verstossen wir gegen das Gesetz, entsteht Disharmonie und als sichtbares Zeichen hierfür Krankheit. Die Ursache jeder Krankheit liegt stets im Denken. Der Zustand unseres Körpers ist nur die sichtbare Information der Art und Weise unseres Denkens.

.... Das Schicksal kann nur dort geändert werden, wo es geschaffen wir, in unserem Denken. Die Umstände zeigen wie ein Spiegel unsere Gedanken. So erkennen wir Krankheit als Segen und Heilung als Aufgabe.

... Denn jede Krankheit ist eine Auf-Gabe und keine Strafe. In ihr ist immer ein Geschenk, eine Gabe verborgen, das Symptom ist dabei nur die Verpackung.

...Überall beklagen sich die Menschen zwar über ihre Krankheiten und verlangen sofortige oder doch schnelle Hilfe durch Medikamente und Behandlungen, lehnen es aber gleichzeitig ab, das einzig Richtige zu tun, nämlich ihr Denken, Fühlen und Handeln zu verändern, weil das unbequem und anstrengend ist. Sie glauben ihre Pflicht erfüllt zu haben, sobald der Arzt bezahlt ist.

Wir müssen daher erkennen, dass wir zunächst in einem viel tieferen Sinne krank sind, bevor wir körperlich erkranken. Das, was wir Krankheit nennen, ist eigentlich schon der Versuch des Organismus, die Harmonie wieder herzustellen, also ein erster Schritt zur Heilung. (An der Stelle fällt mir ein, dass der Dahlke mal was ähnliches gesagt hat in Richtung "Die Krankheit ist das Gesündeste am Menschen" oder so). Das, was wir Krankheit nennen, ist daher auch nicht die eigentliche Krankheit, sondern nur die Information der Krankheit im wahrsten Sinne des Wortes.

... Krankheit ist daher nur ein äusserlich sichtbares Zeichen für fehlende Ganzheit, und solange wir die nicht erreicht haben, brauchen wir die Krankheit als Botschaft. Sie ist daher auch nicht unser Feind, sondern unser Freund und Partner, auf den wir nicht verzichten können.

... Der tiefere Sinn der Krankheit ist, wieder zur Besinnung zu kommen, wozu uns die Krankheit notfalls zwingt, nach innen, auf die Stimme der Vernunft zu hören, umzukehren, bevor es zu spät ist. Heilung bedeutet demnach nicht, Symptome zum Verschwinden zu bringen, sondern die verlorene Ordnung zu erkennen und wiederherzustellen. Es genügt nicht, Pillen oder Spritzen einzusetzen, auch nicht nur Naturheilmittel, wir müssen wieder verstehen, was uns unser Körper sagen will.

Indem wir unser Denken, Fühlen und Handeln in Ordnung bringen, wird sich auch die körperliche Ordnung wieder einstellen. Das mag unbequem sein, aber es ist der einzige Weg zu einer wahren Heilung, die Körper, Geist und Seele umfasst.

Die Voraussetzung dafür ist jedoch, zunächst einmal die Botschaft unseres Körpers verstehen zu lernen. Denn Krankheit ist nicht unser Feind, sondern unser Freund und der beste "Entwicklungshelfer". Ausserdem ist Krankheit der natürliche Weg gesund zu werden.

Soviel aus diesem Buch, das in dem Stil weitergeht bevor die einzelnen Körperteile gedeutet werden. Für diese Dinge gibt es ganz einfache Beispiele, die vielleicht fürs Erste leichter nachzuvollziehen sind. Es gibt da einen Spruch "Die erste Hälfte deines Lebens hast du das Gesicht mit dem du geboren wurdest, die zweite das was du verdienst." Die innere Einstellung eines Menschen kann man oft schon am Gesicht ablesen - nach unten gezogene Mundwinkel z. b. Auch die Haltung sagt viel über die Einstellung aus - wie Innen so Außen. Erkältung ist in der chinesischen Medizin auch keine Krankheit, sondern eine Regulierungsmethode des Körpers, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Der natürliche Zustand des Körpers ist ein gesunder. Mit unserer Ernährung und unseren Gedanken über lange Zeit können wir ihn ruinieren.

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"Die Lernaufgaben des Lebens" Artikel von Kurt Tepperwein, Natur & Heilen 6/2006

Alles, was wir erleben, enthält eine Botschaft. Das Leben spricht ständig zu uns. Die Sprache des Lebens ist die wichtigste Fremdsprache, die wir lernen sollten, bis sie uns nicht mehr fremd ist. Wenn wir diese Sprache beherrschen, haben wir gelernt, das Leben zu verstehen.

Das Leben sagt uns in seiner Sprache, wie wir glücklich werden können. Authentisch und wirklich zu leben ist unsere Berufung und das Leben selbst ist unser individueller Einweihungsweg. Unser Leben ist der Spiegel unseres Bewusstseins. Mit unserem Bewusstsein schaffen wir unsere Welt und über die "Sprache der Lebensumstände" zeigt uns das Leben, was wir geschaffen haben und wie wir es verändern können.

Die bekannte Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross gibt die faszinierende Geschichte einer Frau wieder, die auf einen Stau aufgefahren ist und beobachtet, wie sich ein Fahrzeug von hinten rasant nähert. Sie weiß, dass der Aufprall unvermeidlich ist. Da bemerkt sie, dass ihre Hände das Lenkrad umklammern, und beschließt, sich zu entspannen. Sie beschließt, dass sie so nicht weiterleben will, dass sie so nicht einmal sterben will. Und ihre Arme fallen entspannt seitlich vom Lenkrad. Der Unfall geschieht und sie überlebt beinahe unverletzt - dass ihr Körper so entspannt war, habe ihr wahrscheinlich das Leben gerettet, sagen hinterher die Ärzte, denn unter Muskelanspannungen geschehen die größten Verletzungen. Elisabeth Kübler-Ross hat oft die Erfahrung gemacht, dass gerade am Rande ihres Lebens vielen Menschen eine Lektion zuteil wird, und zwar nicht über den Tod, sondern über das Leben selbst. Sie befinden sich in Grenzsituationen. Sie stehen außerhalb am Rande eines neuen Lebens. Indem sie dem Schrecken unmittelbar ins Auge blicken und den Tod aus der Nähe erleben, ergeben sie sich ihm - und ihre Lebensanschauung verändert sich dauerhaft. Sie lernen die Aufgabe des Lebens.

Doch warum sollten wir bis zu einem Unfall oder bis ans Lebensende warten, um das zu lernen, was wir jetzt lernen können? Wir können die Lektionen auch dann lernen, wenn sie noch leicht sind, wenn sie uns noch leise zugeflüstert werden. Denn wer auf die geflüsterten Unterweisungen des Lebens nicht hört, für den wiederholen sie sich als unsanfter Weckruf. "Wenn Gott anruft, empfiehlt es sich, den Hörer abzunehmen" heißt es.

Das Universum legt uns Steine in den Weg, wenn es darum geht, dass wir endlich aufhorchen: Körperlicher Schmerz fordert uns auf, besser auf unseren Körper zu achten. Seelische Leiden machen uns auf Illusionen und Widerstände aufmerksam. Und wenn wir geistig in der Klemme sind, werden wir für die heilende Kraft des gegenwärtigen Augenblicks empfänglich. Es gibt unvermeidliche Schmerzen, doch wenn wir den sanfteren Lektionen des Lebens Beachtung zu schenken lernen, wird es Schmerz ohne Leiden sein. Jeder Schicksalsschlag hat sein Gutes und enthält Lehren, die sich uns mit der Zeit erschließen. (An der Stelle fällt mir ein Spruch ein "Schmerz ist unvermeidlich, Leiden freiwillig")

Was sind das für Lektionen, die das Leben uns zuwirft? Wir alle werden von denselben Dingen herausgefordert: Angst, Schuldgefühlen, Zorn, Ärger, Vergebung, Zeit, Geduld, Liebe, Beziehungen, Spielen, Trauer, Macht, Glück.

Eine wichtige Lebensaufgabe kann auch sein, eine Maske oder Rolle in unserem Leben zu erkennen und abzulegen. Viele haben Rollen angenommen, wie "Vater" oder "Mutter", "Arbeiter", "Stütze der Gesellschaft", "Zyniker", "Trainer", "Einzelgänger", "netter Kerl", "liebe, charmante Frau", "Rebell", "liebevolles Kind". Solche Rollen können zu Steinen werden, unter denen unser wahres Selbst begraben liegt.

Wenn man Lebenslektionen lernt, ist es ein bisschen, wie wenn man volljährig wird. Man ist nicht mit einem Schlag glücklicher, wohlhabender oder einflussreicher, aber man versteht die Welt besser und kommt mit sich mehr in Frieden.

Die Fähigkeit, die Sprache des Lebens zu verstehen, hilft Ihnen, Ihre persönlichen Lernaufgaben zu entdecken. Dies gehört zu Ihrer Lebensreise. Niemand anderes kann Ihnen sagen, worin sie bestehen. Jemand, der etwas über die Liebe zu lernen hat, kann mehrmals heiraten oder gar nicht. Einer, der mit der Lektion des Geldes ringen muss, bekommt vielleicht überhaupt kein Geld oder er bekommt es im Überfluss.

Letztlich wissen wir tief im Inneren alle, dass es einen Menschen gibt, der wir sein wollen. Wir spüren es, wenn wir so weit sind, zu dieser Person zu werden. Umgekehrt gilt das Gleiche: Wir wissen, wenn etwas nicht stimmt und wir nicht als der Mensch leben, als der wir vom Leben gemeint sind.

Bewusst oder unbewusst sind wir alle auf der Suche nach Antworten und versuchen, die Lernaufgaben des Lebens zu erkennen. Wir ringen mit Angst- und Schuldgefühlen. Wir suchen nach Sinn, Liebe und Einfluss. Wir versuchen, Angst oder Verlust zu verstehen. Wir möchten herausfinden, wer wir sind und wie wir glücklich werden können. Oft suchen wir die Lösung in Geld, Status, dem "perfekten" Job - und müssen erkennen, dass diesen Dingen der Sinn fehlt, den wir in ihnen zu finden hofften, ja, dass sie uns sogar belasten und Sorgen machen.

Wenn wir diesen falschen Spuren folgen, bleiben wir unweigerlich mit einem Gefühl des Unerfülltseins zurück und glauben, dass Werte wie Liebe und Glück einfach unerreichbare Illusionen seien. Im Grunde geht es aber um die entscheidende Frage: Wer ist es, der oder die diese Lektionen lernt? Wer bin ich? Sie sind einfach auf wundervolle Art und Weise Sie selbst! Und als Sie selbst können Sie sich immer wieder neu erfinden. Wir sind nämlich nicht unglücklich, weil das Leben so kompliziert und schwierig ist. Wir sind unglücklich, weil wir uns an unser wahres Wesen nicht erinnern und so die dem Leben zugrunde liegende Einfachheit verfehlen.

Und wie spricht das Leben? Das Leben schickt entweder ein Angebot, eine Chance, eine Möglichkeit, ein Handzeichen, eine Aufforderung, einen Anstoß, eine Mahnung, eine Erinnerung, einen Schubs, einen Tritt, einen Schicksalsschlag, "Nachhilfeunterricht", eine Katastrophe. Oder eine Bestätigung, Bestärkung oder Zustimmung.

Je mehr ich mich auf das Leben einlasse und mein Selbst erkenne, je mehr "Tiefgang" ich im Strom des Lebens habe, desto stärker spüre ich die Strömung, desto stärker spüre ich, dass ich getragen werde und desto unmittelbarer kann ich die Botschaften des Lebens verstehen.

Aus: "Ihr Leben als Meisterwerk", 2006

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