Das Herz

Erst wenn im Herzen Klarheit herrscht,
kann der Weg sich bilden.
(Zhi Chang Li)
Im Stillen Qi Gong übt man "mit dem Herzen lächelnd" und auch bei allen anderen Qi Gong Arten kennt man das "innere Lächeln". Oftmals wenn ich wissenschaftliche Artikel über neue Erkenntnisse lese, stelle ich fest, dass die alten Chinesen es wohl gewußt haben müssen, da sehr viele Dinge im Qi Gong ihren Niederschlag finden. Die Übungen werden oftmals nicht genau erklärt bzw. meistens die körperlichen Hintergründe oder Abläufe gar nicht. Ich denke mir immer nur, die werden schon wissen, was sie mit ihren Übungen bezwecken und mache sie einfach. Jede Bewegung, jede Haltung, jede Vorstellung hat ihre Wirkung. Körper, Geist und Seele sind untrennbar. Sollte ich die Ursache von Krankheit auf einen einzigen Punkt bringen (was wohl nicht geht und schwierig ist), würde ich sagen, es ist ein verhärtetes Herz, ein eingeschlossenes Herz. Somit wäre der Weg zur Heilung, sein Herz zu öffnen - für sich selber, das Leben, die anderen Menschen, die ganze Welt, das "Göttliche". Es klingt pathetisch, aber das denke ich wirklich. Das ist der "Trick"! Ich denke, mein Vorteil war dabei, dass ich diesen Prozeß nicht bewußt durch geistige Arbeit erbringen mußte, sondern dass mir die MS sozusagen das Herz gebrochen hat - der Schmerz darüber, so krank zu sein - und ein gebrochenes Herz ist auch ein offenes Herz. Diese Artikel handeln zwar von Herzerkrankungen, aber letztlich betreffen sie einen jeden Menschen, denke ich. Die Auslöser für Krankheiten ähneln sich sehr und was man bekommt, ist von der persönlichen Schwachstelle abhängig.
An dieser Stelle möchte ich auch noch Dr. Friebe erwähnen, der jahrelang mein Arzt in meinen Kuren war. Sein Thema ist "Die Heilkraft der Liebe". Ich möchte auf die Seminare von ihm und seiner Frau Regina hinweisen. Dr. Friebe war, wie gesagt, 9 Jahre lang mein Arzt in der Buchinger Klinik. Im Sommer 2005 und im Winter 2007 habe ich diese Semianare im Kloster mitgemacht und kann sie jedem empfehlen, der ein Problem jeglicher Art hat oder der sich einfach weiterentwickeln möchte.
Homepage von Dr. Friebe
Spontan fällt mir hier noch die Amma ein, eine in Indien als Göttin verehrte Frau. Vor ein paar Jahren war ich mal mit meiner Freundin bei einer ihrer Veranstaltungen in München. Die Amma umarmt die Menschen. Wir haben das damals nicht gemacht. Bei mir lag es einfach daran, dass ich nicht mehr auf der Suche war und dann denke ich auch, dass man sich spontan zu einer Person hingezogen fühlen sollte. Wahrscheinlich ist uns damals die Größe der Sache nicht klar gewesen. Nun gut. Hier ihre Homepage, falls der ein oder andere einmal hingehen möchte, wenn sie nach Deutschland kommt: Amma Die Tage habe ich mich mit ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) auseinander gesetzt, einer schlimmen Krankheit, deren Prognose sehr ungünstig ist. Über die Homepage eines davon betroffenen Gitarristen fand ich jedoch zwei Menschen, die ALS überwunden haben, symptomfrei sind (wobei dahin gestellt sein, wie 100%ig die Diagnose war). Dieser Gitarrist selber liest schon lange die Bücher von Yogananda und kam später auch zur Amma. Seinen Bericht finde ich sehr schön. Ihr findet ihn (auf englisch) unter "Jason´s Words" auf seiner Homepage.
An dieser Stelle hatte ich einen Artikel namens "Die Frequenz der Liebe" abgetippt. Nach Rücksprache mit der Autorin, Jill Möbius, gab sie mir den Link zum Artikel in ihrer Homepage:
Artikel
Homepage von Jill Möbius

Nicht etwa das Gehirn, sondern das menschliche Herz ist das Kommunikationszentrum unseres Körpers. Unser Herz fühlt und denkt. Seine Zellen besitzen ein eigenes Gedächtnis und sind in der Lage, Informationen zu speichern und zu verarbeiten. Sie kommunizieren mit allen anderen Zellen unseres Körpers und versorgen sie mit einer speziellen Lebensenergie, die vom Herzen kommt und erstaunliche Heilungsprozesse hervorrufen kann. In dem sehr spannenden, im Goldmann Verlag erschienenen Buch "Heilung aus dem Herzen", aus dem der folgende Auszug stammt, schildert Paul Pearsall, wie das Herz mit seinem subtilen Code das Zusammenspiel aller Kräfte im Menschen steuert.
Die Wissenschaft hat unlängst drei neue Theorien entdeckt, die erklären könnten, wie wir denken, fühlen, lieben, gesund werden und letztendlich einen Sinn in unserem Leben finden. Sie besagen, daß unser Herz denkt, daß Zellen sich erinnern und daß diese beiden Prozesse mit einer immer noch rätselhaften, außerordentlich mächtigen feinstofflichen Energie in Zusammenhang stehen, deren Eigenschaften sich mit keiner anderen bekannten Kraft vergleichen lassen. Wenn diese ersten Erkenntnisse weiterhin untermauert werden, kann die Wissenschaft beginnen, Wissen zu verinnerlichen, das Schamanen, Kahunas, Priester, spirituelle Lehrer und Experten der traditionellen Heilkünste seit Jahrhunderten übermittelt haben: Wissen um die Energie des menschlichen Geistes und die kodierten Informationen, aus der die menschliche Seele besteht. Dieser Herzcode wird von jeder Zelle im Körper aufgezeichnet und gespeichert wie eine Informationsschablone der Seele, die vom Herzen ausgehend ständig ihre Schwingungen innerhalb und außerhalb unseres Körpers verbreitet. Zu den Fragen über diesen Code gehören unter anderem die folgenden:
- Könnte es sein, daß unser Herz über eine Intelligenz verfügt? Daß es fähig ist, in aller Stille und auf völlig andere Weise als das Gehirn die Außenwelt wahrzunehmen und aufgrund dieser Wahrnehmung eigenständig zu reagieren?
- Ist es denkbar, daß ein Großteil der Erfahrungen, die unser "Intelligenztriumvirat" aus Gehirn, Körper und Herz macht, als jederzeit abrufbare, info-energetische Zellerinnerungen gespeichert werden?
- Stehen die bemerkenswerten Geschichten einiger Herztransplantationspatienten hinsichtlich der Veränderungen in ihren Eßgewohnheiten und -vorlieben, ihrer Träume, Phantasien und Persönlichkeitsmerkmale mit den Zellerinnerungen der Organspender in Zusammenhang?
- Falls hochsensible Herztransplantationspatienten tatsächlich auf die Zellerinnerungen der Organspender zugreifen können, ist dann jeder von uns, der seine Antennen auf den Herzcode ausrichten lernt, in der Lage, seine eigenen Zellerinnerungen und die seiner Vorfahren abzurufen?
Die bahnbrechende Wissenschaft, welche die oben genannten Theorien erforscht, steckt noch in den Kinderschuhen. Viele althergebrachte Paradigmen sind reif für den Prüfstand, und wir sollten nicht nur nach neuen Antworten suchen, sondern auch lernen, völlig neue Fragen zu stellen. Dank der ersten, noch zaghaften wissenschaftlichen Schritte und des Muts derer, die bereit sind, über ihre eigenen verwirrenden und sehr häufig beängstigenden Erfahrungen mit Zellerinnerungen und Lebensenergie zu sprechen, erfahren wir zunehmend, ob und wie das Herz seinen eigenen Code entwickelt und zugänglich macht und was das für uns bedeutet.
Wenn wir die Existenz eines Herzcodes ernsthaft in Erwägung ziehen, können wir eine Brücke zwischen den biochemischen Errungenschaften der modernen Medizin und der Spiritualität der überlieferten, traditionellen Heilungssyteme, zwischen den verschiedenen Alternativen und ergänzenden medizinischen Strömungen und der Weisheit der Religionsgelehrten und spirituellen Lehrer schlagen. Wahrscheinlich wird es uns erst dann gelingen, alle weltweit vorhandenen Formen der Medizin zu verstehen, wenn wir gewillt sind, unsere Weltsicht zu erweitern. Dabei sind wir nicht unbedingt gezwungen, unter den Modellen, die Heilung versprechen, eines zu wählen. Vielleicht lassen sie sich zu einer Weltmedizin zusammenfügen, die sich aus allen Erkenntnissen über Gehirn, Körper, Energie, Informationen, Geist und Seele zusammensetzt. Mit genügend Geduld, Toleranz, Kreativität und einer umfassenden Sichtweise des menschlichen Systems, das in einer Wechselbeziehung zu allen anderen Systemen steht, mit offeneren Herzen und einem Gehirn, das in seinen Reaktionen weniger auf Selbstschutz bedacht ist, könnte es uns gelingen, die Starre der Wissenschaft mit der subtilen Weisheit des Herzens zu verbinden, um die wichtigsten Fragen im Universum zu beantworten: Was ist Leben und warum existiert es?
Dreiundzwanzig Jahrhunderte hat sich eine der ältesten Formen der Heilkunde auf das Herz konzentriert und es als Zentrum der spirituellen Energie betrachtet, die Ausdruck unserer Seele ist. Während die moderne Medizin aus dem in der Neuzeit entwickelten mechanischen Körpermodell entstand, leitet sich die traditionelle chinesische Medizin aus einem Konzept ab, das den Körper als energiegesteuertes Ökosystem sieht. Gesundheit hängt hier von einem optimal ausgewogenen Energiefluß im gesamten System ab. Der Versuch, die Lebensenergie zu beschreiben und zu messen, ist ein Unterfangen, bei dem sich die moderne westliche Medizin nicht besonders wohl fühlt, während die traditionelle chinesische Medizin (TCM) wie jede andere altüberlieferte Heilkunst den energetischen Ansatz bei der Erklärung von Krankheit und Heilung betont.
In einem taoistischen Text heißt es: "Das Universum schuf das Qi" (spirituelle Energie). Diese Anschauung läßt erkennen, daß Energie und Masse als Formen derselben kosmischen Materie gesehen werden. Während die Biomedizin das Herz als hochleistungsfähige Pumpe darstellt, die aus passiven, trägen Zellen besteht und nährende "Materie" an andere passive, statische, empfängliche Zellen leitet, haben die ältesten, am längsten bewährten energetischen Heilsysteme der Welt kein Problem damit, das Herz als Materie, Energie, Teilchen und Wellen zugleich zu definieren.
Herzzellen sind offenbar imstande, natürliche Barrieren zu überwinden. Wenn man zwei verschlossene Laborbehältnisse mit jeweils einer Herzzelle nebeneinanderstellt, kann man sie in ihrem individuellen Rhythmus schlagen hören. Gibt man dagegen mehrere Herzzellen in eine Petrischale, - ohne physischen Kontakt zueinander und ohne Synapse (Umschaltstelle für Erregungsübertragungen), die sie miteinander verbindet, schlagen sie plötzlich im gleichen Rhythmus, der sich von demjenigen der einzelnen Zellen klar unterscheidet. Das ist eine weitere Manifestation des subtilen energetischen Herzcodes.
Im Gehirn finden lebhafte, bioelektrische Energieschwingungen statt, im Kreislaufsystem summt es durch den Druck des aufwallenden Blutes wie in einem Bienenstock, und das Herz, das sich im Zentrum des physiologischen Geschehens befindet, transportiert nicht nur Blut, um dem Körper die unerläßlichen Nährstoffe zuzuführen, sondern auch biochemische Botschaften vom Gehirn, die uns zu Lebewesen mit einem Bewußtsein machen. Diese immense Info-Energie, die das Herz in Umlauf bringt, sorgt dank der Informationen, die im Herzcode enthalten sind, auch für eine gedeihende Entwicklung unserer Seele.
Das Gehirn knüpft möglicherweise mehr Zellverbindungen, als es Sterne in der Milchstraße gibt, aber es ist bei weitem nicht so energiegeladen wie das Herz. Die moderne Biochemie hat anhand ihrer eigenen streng wissenschaftlichen Methoden gemessen, daß die elektromagnetische Kraft des Herzens fünftausendmal größer ist als die des Gehirns. Am fünfundzwanzigsten Tag nach der Empfängnis, wenn viele Frauen noch nicht einmal wissen, daß sie schwanger sind, hat sich bereits das Herz des Embryos entwickelt und zu schlagen begonnen. Auch wenn sich über die Bedeutung, Komplexität und spirituelle Bedeutung dieser frühen Form des Lebens streiten läßt, kann es keinen Zweifel daran geben, wann das Herz seine Existenz ankündigt und der Herzcode erstmalig hör- und spürbar wird. Irgendeine Form dieser feinstofflichen, nichtlokalen und noch nicht meßbaren Energie bewirkt, daß eine kleine Ansammlung von Zellen gemeinsam im Rhythmus des Lebens zu schlagen beginnt, der uns bis zum Tod begleitet. Schon in den ersten Tagen nach Einsetzen des Herzschlags wird Blut, das in der Leber erzeugt wird, durch den Fötus gepumpt, und diese meßbare Substanz enthält eine ungeheure Menge Lebensinformationen, die wir noch nicht messen können.
Wenn wir von subtiler Herzenergie sprechen, bedeutet das nicht, daß ihre physischen Manifestationen schwach sind. Im Gegensatz zu jedem anderen körpereigenen Muskel und solange es nicht durch Krankheit in seiner Funktion beeinträchtigt wird, scheint der Herzmuskel mit dem Alter nicht zu erschlaffen. Die physische Kraft des Herzens stellt die Leistung aller mechanischen Pumpen, die der Mensch kraft seines Gehirns bauen konnte, in den Schatten. Sie steht nie still, und selbst wenn ein Patient für "hirntot" erklärt wird, kann das Herz in eigener Regie weiter schlagen. Infolge eines Prozesses, den die Wissenschaftler bisher nicht ausreichend erklären konnten, erinnert sich das Herz selbst nach der Entfernung aus dem Körper noch an seinen angestammten Rhythmus.
Das Herz schlägt ungefähr einhunderttausendmal am Tag und vierzigmillionenmal im Jahr. Mehr als siebzig Jahre lang verfügt es über eine Pumpkapazität von annähernd drei Milliarden Herzschlägen und transportiert pro Minute über neun Liter Blut mit Hochdruck durch unseren Körper. Es leitet rund 4500 Liter Blut in einer Stunde durch ein Gefäßsystem, in das man die Erde zweieinhalbmal einwickeln könnte. Jede Faser dieses Systems ist angefüllt mit info-energetischen Impulsen, die der Lebensenergie helfen, Botschaften wie eine riesige Vaskularantenne überall hin zu senden.
Um eine vollständige Biographie des Herzens zu entwickeln, müssen wir einen Blick darauf werfen, wie das Herz als bewußte, autonome Einheit funktioniert. Genauso wie die Hirnforschung unsere Wahrnehmungen und Weltsicht verwandelt hat, werden die aktuellen Erkenntnisse über das Herz ein für allemal unser Gefühl für das menschliche Zusammenleben und im Zuge dieses Prozesses auch die Wissenschaft, Medizin und Spiritualität im jetzt beginnenden Jahrtausend drastisch verändern.
Seit der Physiker Lester Sontag Ende der 1940er Jahre als erster berichtete, daß der Herzschlag der Mutter den Herzschlag des ungeborenen Kindes beeinflußt, haben sich die Vorstellungen von der Beschaffenheit des Herzens grundlegend gewandelt, eine Folge der neueren Erkenntnisse über das Herz, das inzwischen als wichtigstes Ordnungsorgan und Koordinator der Lebensenergie gilt.
Betrachten wir nun einige der aktuellen Forschungsergebnisse aus dem Bereich der Neurokardiologie, die sich mit dem Herzen als einem neurologischen, endokrinen und zum Immunsystem gehörenden Organ befaßt.
- Neurotransmitter, die im Gehirn nachgewiesenen Botenstoffe, wurden auch im Herzen entdeckt. Sie stellen eine direkte neurochemische und elektrochemische Kommunikationsverbindung zwischen Herz und Hirn dar, die über die bekannte, rein neurologische Vernetzung von Hirn und Herz hinausgeht.
- Das Herz übt via Hormonen, Neurotransmittern und eine subtile Quantenenergie mindestens genausoviel Kontrolle über das Gehirn aus wie das Gehirn über das Herz.
- Es wurde bewiesen, daß unser Herz auf der neurohormonalen Ebene einen ständig aktualisierten "Umweltbericht" vom Gehirn verlangt, um die Körperenergieströme zu ordnen.
- wenn sich die Muskelscheidewände der oberen Herzkammern (Atrium) zusammenziehen, produziert das Herz ein Hormon, das jedes wichtige Körperorgan, einschließlich des Gehirns, nachhaltig beeinflußt. Dieses Neurohormon ANF, ein Peptid, kommuniziert nicht nur mit dem Gehirn, sondern auch auf direktem Weg mit dem Immunsystem, dem Hypothalamus (Teil des Zwischenhirns, der zur Übermittlung unseres emotionalen Zustands beiträgt), und der Zirbeldrüse (sie reguliert die Melatoninproduktion, eine Substanz, die mit dem Schlaf-Wach-Zyklus, Alterungsprozessen und dem allgemeinen Energiespiegel in Verbindung steht). Das ANF-Hormon, das aus dem Herzen stammt, wirkt auch auf den Thalamus und die Hypophyse (Hirnanhangdrüse) in der limbischen oder emotionalen Region unseres Gehirns ein, ein wichtiges Gedächtnis-, Lern- und Gefühlszentrum.
Im Verlauf der neurokardiologischen Forschungen wird zunehmend klar, daß die Rolle des Herzens in unserem Bewußtsein wesentlich mehr ist als eine Metapher,. Ein Herz mit eigenständigem Bewußtsein wird, wie in der Hirnforschung, eine Komplexität offenbaren, die sich unser Gehirn noch nicht vorzustellen vermag.
Das klinische Interesse an den Wechselbeziehungen zwischen der Psychologie und dem Herzen hat in den letzten Jahren zugenommen. Während die Erforschung und Auswertung der psychologischen Aspekte einer Herzerkrankung schon seit Jahrzehnten im Gange sind, ist die Kardiopsychologie ein ureigenes neues Feld, das 1996 von dem Kardiologen Dr. Robert Allen und dem Gesundheitspsychologen Dr. Stephen Scheidt aus der Taufe gehoben wurde. Dieser Zweig der Gesundheitspsychologie ermittelt die psychologischen und sozialen Risikofaktoren für die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber auch die psychischen Folgen und notwendigen Veränderungen in der Lebensführung, die schwerwiegenden medizinischen und psychologischen Komplikationen bei Herzerkrankungen vorbeugen oder sie auf ein Mindestmaß reduzieren.
Die Kardiopsychologie ist noch nicht an dem Punkt angelangt, das Herz als denkendes, fühlendes Organ zu betrachten. Sie befaßt sich ausschließlich mit den psychosozialen Auswirkungen auf die Gesundheit des Herzens. Historisch gesehen läßt sich das Wissen, daß Psyche und Körper (Soma) durch eine nachhaltige spirituelle oder energetische Wechselbeziehung miteinander verbunden sind, die auch in der modernen Kardiopsychologie Gegenstand der Untersuchungen ist, au die alten Hochkulturen im Fernen Osten zurückdatieren. Kaiser Juang Ti (267 - 297 v. Chr.) beobachtete: "Wenn der Geist des Menschen verschlossen und die Weisheit ausgesperrt ist, sind sie mit Krankheiten behaftet."
Diese Aussage enthält als eine der ersten in der Geschichte der Menschheit die Erkenntnis, daß ein tödliches Bündnis zwischen dem Körper und dem egoistischen Gehirn besteht, das ohne den Einfluß der spirituellen Weisheit, die der Herzcode in unseren Alltag zu bringen vermag, den Körper versklaven und über seine Leistungsgrenzen hinaustreiben kann.
Die moderne Kardiopsychologieversion hat ihre Wurzeln im Jahre 1628, als der Entdecker des Kreislaufsystems, William Harvey, schrieb, daß eine geistig-seelische Störung, die Schmerz, überschwengliche Freude, Hoffnung oder Angst hervorruft, sich auf das Herz ausdehnen und die Gemütslage beeinflussen kann. Diese Perspektive spiegelt sich in der kardioenergetischen Theorie wider, das unser Herz, und nicht nur das Gehirn, unmittelbar auf Streß und Zwangssituationen im Leben reagiert.
1. Das Herz ist unser machtvollstes Organ. Die ungeheure physische Kraft des Herzens hat nichts Subtiles. Das Herz ist der größte Produzent elektromagnetischer Energie im Körper. Er erzeugt, übermittelt und empfängt im Lauf der Zeit ein breites Spektrum weiterer Energieformen und Frequenzen.
2. Das Herz reagiert unmittelbar auf seine Umwelt. In spektakulären Demonstrationen wurde nachgewiesen, daß unser Herz auf elektromagnetische Energie außerhalb des Körpers reagiert. Wenn ein Elektromagnet in seine Nähe kommt, erfolgt eine Kontraktion. Es reagiert auch auf neurohormoneller Ebene auf die Außenwelt, nicht nur auf Befehl des Gehirns, sondern auch autonom und bisweilen sogar ohne sein Wissen.
3. Das Herz ist ein Energieleiter für die Körperzellen. Die Herzenergie besitzt zwar große Stärke, aber diese ist nicht unabdingbar, um auf die Zellen einzuwirken und ihre Funktionstüchtigkeit zu gewährleisten. Die subtile Energie, die vom Herzen abstrahlt, weitergeleitet und absorbiert wird, reicht aus, um merkliche Veränderungen in den Körperzellen herbeizuführen, die man als info-energetisches Zellgedächtnis beschreiben könnte.
4. Das Herz ist ein dynamisches System. Das Herz ist wie alle Vivisysteme (lebende Systeme) offen, einem stetigen Wandel unterworfen und interaktiv. Seit die Quantenphysik Theorien entwickelt hat, die für alle Systeme gelten, manifestiert es sich als Energie, Masse und Information, und es ist im gleichen Maß Welle wie Teilchen.
5. Das Herz ist die wichtigste ordnende Kraft im Körper. Das Herz hält uns zusammen. Es ist der Schöpfer der Gestalt, die wir "Ich" nennen, und ein Katalysator für den Verstand, der uns das "Wir" wahrnehmen läßt. Es benutzt seine Info-Energie, um Hirn und Herz miteinander zu verbinden; es koordiniert seine Aktivitäten mit dem Gehirn, läßt sich aber von ihm keine Vorschriften machen. Solange wir unempfänglich sind für den Herzcode, ihn vernachlässigen und die tödliche Allianz zwischen dem selbstsüchtigen, auf das eigene Überleben gepolten Gehirn und dem hyperreaktiven Körper nicht in Frage stellen, kann das Herz die Rolle nicht wahrnehmen, die ihm von der Natur zugedacht wurde. Es ist außerstande, die vitalen Körperenergieströme zu ordnen, zu integrieren und auszubalancieren. Und somit gelingt es ihm auch nicht, seiner einzigartigen, wichtigen Funktion gerecht zu werden: die Erinnerung der verschiedenen Zellen an Bedeutung und Kern der Gesundheit auf einen Nenner zu bringen.
6. Das Herz schwingt, denn es enthält informationstragende Energie. Energie, Masse und Information sind ein und dasselbe. Immer wenn eines dieser drei Elemente der Natur anwesend ist, sind die beiden anderen ebenfalls in irgendeiner Form präsent, ungeachtet dessen, ob wir sie mit bloßem Auge sehen können oder nicht. Wenn wir Energie abstrahlen oder empfangen, leiten wir dem zufolge auch Informationen weiter. Wenn das Herz mit jedem einzelnen Schlag seine Energie ins Rennen schickt, wird sie von Informationen begleitet und wirkt auf die "Materie" innerhalb wie außerhalb des Körpers ein. Energieströme, die in Materie/Masse eindringen, sind Informationen, die nicht verlorengehen, sondern vielmehr als Erinnerung eingespeichert werden. Auch wenn es noch so subtil ist und bis heute nicht meßbar: Materie besitzt ein Gedächtnis in Form von Energie, und das Herz ist in der Lage, die darin enthaltenen Erinnerungen abzurufen und weiterzuleiten.
7. Das Herz ist das Kernstück des Körpersystems. Aufgrund der zentralen Lage in unserem Körper und der weitreichenden Vernetzung mit allen Körperzellen hat die Energieübertragung einen ungeheuer großen Einfluß auf unseren eigenen und alle anderen Körper in unserem Umfeld. Das Herz wickelt als eine Art "Verwalter" den ständigen Energie- und Informationsaustausch zwischen den Körperzellen ab und versorgt sie selbst mit Energie und Informationen.
8. Das Herz "spricht" und sendet Botschaften. Wir können lernen, den Herzcode zu entschlüsseln, wenn wir unser Gehirn zum Schweigen bringen, in die innere Ruhe einkehren, unsere Aufmerksamkeit auf das Herz richten und spüren, was es uns zu sagen hat und welche Erinnerungen es aus den Tiefen des Zellgedächtnisses ans Tageslicht befördert. Das Herz hat seine eigene Weisheit, die sich von dem Wissen des rationalen Gehirns unterscheidet, aber genauso wichtig ist für unser Leben, die Liebe, die berufliche Tätigkeit und den Heilungsprozeß.
9. Alle Herzen tauschen Informationen mit anderen Herzen und Gehirnen aus. Kardioenergiemuster haben dynamische Wechselwirkungen. Wenn ein Herz Energie an ein anderes übermittelt, wird diese Erfahrung Teil der Erinnerungen, die das Empfängerherz in seinem Gedächtnis einspeichert. Wenn das Empfängerherz zum Senderherz wird, gehört ihm die weitergeleitete Energie nicht mehr allein. Seine Energie verschmilzt mit der Erinnerung an die Schwingungen, die es empfangen hat. Dieser Resonanzprozeß wird unaufhörlich fortgesetzt, was bedeutet, daß wir mit jedem Herzschlag info-energetische Schwingungen erzeugen, die sich in unsere kollektive Seele verwandeln.
10. Bei einer Transplantation wird das Herz mitsamt seinem eigenen info-energetischen Zellgedächtnis übertragen. Seit 1959, als die ersten Herztransplantationen an Tieren durchgeführt wurden, oder 1967, mit der ersten Übertragung beim Menschen ein weiterer Markstein in der Transplantationschirurgie, oder seit 1984, als die herkranken Empfänger dank des Transplantats auf ein längeres und gesundes Leben hoffen durften, haben die einzigartigen Eigenschaften und Kräfte des Herzens eine nie dagewesene Achtung und Anerkennung gefunden. Die subtilen Auswirkungen auf Persönlichkeit und Bewußtsein, über die bestimmte Herztransplantatempfänger berichteten, bieten mittlerweile neue Hinweise auf die Beschaffenheit des Herzcodes.
Die Übertragung eines neuen Herzens, um das Leben eines anderen Körpers zu retten, bahnt Experimenten im Bereich der Energiekardiologie und Kardioenergetik den Weg, die sonst nie durchgeführt worden wären. Sobald wir uns der Schlüsselstellung des Herzens bewußt sind, können wir die Berichte von Menschen unter die Lupe nehmen, die über die besten und nachhaltigsten Erfahrungen mit der Macht des Herzcodes verfügen, um weitere Erkenntnisse über die Weisheit des Herzens zu gewinnen. Wir lernen von denen, die buchstäblich einen Herzenswandel erlebt haben, nicht nur, wie wir unseren eigenen Herzcode entschlüsseln, sondern wie wir eigene Zellerinnerungen schaffen und abrufen, damit auch wir einen Herzens- und Lebenswandel in die Wege leiten können.
Wenn es eine Lebensenergie gibt, die vorrangig im Herzen wurzelt, könnten die Zellen auch imstande sein, Erinnerungen aus der Info-Energie zu erzeugen, die vom Herzen ausgehend, durch den gesamten Körper geleitet wird. Indizien dafür finden sich in den verblüffenden Erzählungen von Transplantatempfängern, die nicht nur das Herz, sondern auch das Zellgedächtnis des Organspenders übernommen haben.
Berichte, die von Herzen kommen
Um die Eigenschaften der Energieverbindung, die Herztransplantatempfänger bei sich entdeckt haben, nochmals zusammenzufassen und zu veranschaulichen, werden nachfolgend einige Berichte von Organempfängern vorgestellt.
1. 41jähriger Herztransplantatpatient (erhielt das Herz eines 19jährigen Mädchens, das starb, als ihr Wagen von einem Zug erfaßt wurde).
"Ich habe es gespürt, sobald ich aufwachte. Wissen Sie, daß die Atmosphäre nach einem Unwetter oder Platzregen ganz anders ist? Kennen Sie das Gefühl, das in der Luft liegt? Genauso habe ich es empfunden. Es war wie nach einem Sturm in meinem Inneren, oder als hätte mich der Blitz getroffen. In mir steckte eine ganz neue Kraft. Ich fühle mich wieder wie 19. Bestimmt wurde mir das Herz eines starken jungen Mannes übertragen, denn manchmal spüre ich einen Energieschub oder Kraftanstieg in mir, wie ich ihn nie zuvor erlebt habe. Vermutlich war er Lastwagenfahrer und wurde von einem Laster getötet, der Zement geladen hatte oder so etwas. Ich spüre diese seltsame Schnelligkeit und rohe Kraft in mir."
Die Frau des Empfängers: "Er ist wieder wie ein junger Bursche. Er mußte früher um jeden Atemzug kämpfen und hatte überhaupt keine Antriebskraft mehr, aber jetzt benimmt er sich wie ein Teenager. Das Transplantat hat ihn völlig verändert. Er redet andauernd von Kraft und Energie. Er sagt, dass er mehrmals geträumt habe, einen riesigen Lastwagen zu fahren oder eine große Dampfmaschine zu lenken. Er ist sicher, daß sein Spender einen Lkw gefahren und einen noch größeren Lkw gerammt hat."
2. 36jährige Herz-Lungen-Transplantationspatientin (erhielt Herz und Lunge einer 26jährigen jungen Frau, die starb, als sie die Straße überquerte, um ihrem Verlobten ein Bild von ihrem Hochzeitskleid zu zeigen).
"Zu Anfang war ich nicht einmal bereit, darüber nachzudenken. Ich wollte nicht daran denken, daß ich ein gebrauchtes Herz erhalten hatte. Ich wußte natürlich, daß es so war, aber ich stellte mir lieber vor, daß man mir ein "fabrikneues" Herz überlassen hatte. Ich wurde regelrecht sauer, wenn ich gefragt wurde, wie man sich mit dem Herzen eines anderen Menschen im Körper fühlt. Andere Patienten meinten, es sei verrückt, über so was zu reden, aber ich konnte nichts dagegen tun. Fast jede Nacht habe ich von ihr geträumt. Ich weiß, daß sie jung, hübsch und sehr glücklich war. Ich war früher ziemlich pessimistisch, aber irgendwie empfinde ich jetzt eine innere Zufriedenheit, wie ich sie nie zuvor erlebt habe. Es ist merkwürdig, denn ich habe immer noch Angst, daß mein neues Herz versagen und ich sterben könnte. Irgendwie habe ich jetzt mehr Grund zur Angst als früher, während ich krank war, weil ich dieses unermeßliche Geschenk einer Toten erhalten habe. Ich bin es ihr schuldig, am Leben zu bleiben. Es ist so, als würde sogar dann, wenn ich niedergeschlagen bin, eine stille Freude in meinem Inneren hochsteigen wie eine bunte Seifenblase. Die Medikamente bewirken, daß ich manchmal in Wut gerate oder mich deprimiert fühle, aber tief in meinem Herzen spüre ich Zufriedenheit, Aufregung und Freude, Empfindungen, die ich nicht richtig erklären oder mit Worten beschreiben kann. Ich möchte es am liebsten jedem erzählen, aber ich habe Angst, daß man mich dann für verrückt hält."
Die Schwester der Empfängerin: "Wir haben alle auf Anhieb bemerkt, daß sie jetzt viel öfter lacht. Sie war Weltmeisterin im Stirnrunzeln, aber heute lächelt und lacht sie selbst dann, wenn niemand damit rechnet. Wahrscheinlich liegt es nur daran, daß sie jetzt bessere Überlebenschancen hat, aber wir können die Veränderung direkt sehen. Sie hatte Glück: Vermutlich war ihr Organspender ein sehr warmherziger Mensch."
3. 52jähriger Herztransplantatpatient (Spender ist ein 17jähriger junger Mann, der bei einem Autounfall mit Fahrerflucht ums Leben kam).
"Seit der Transplantation sind zwei Jahre vergangen. Ich trauere immer noch meinem alten Herzen nach. Es überkommt mich manchmal einfach, wenn ich es am wenigsten erwarte. Es hat mir gute Dienste geleistet und ist gestorben, damit ich weiterleben kann. Manchmal wünsche ich mir, ich hätte es noch einmal sehen können, dann frage ich mich, was wohl mit ihm passiert sein mag; aber ich hasse es, lange darüber nachzudenken. Das ist schwer zu verkraften. Ich konnte es nie verstehen. Bevor ich das neue Herz bekam, habe ich klassische Musik geliebt. Jetzt setze ich Kopfhörer auf, drehe die Stereoanlage voll auf und spiele laute Rock´n`Roll-Musik. Ich liebe meine Frau, aber dauernd spuken mir Mädels im Teenageralter im Kopf herum. Meine Tochter meint, ich hätte ein regressives Herz und würde mich aufführen wie ein 16jähriger."
Die Tochter des Empfängers: "Manchmal ist es richtig peinlich. Wenn meine Freunde mich besuchen, erkundigen sie sich ob mein Vater in die zweite Kindheit kommt. Er ist verrückt nach lauter Musik; meine Mutter meint, daß endlich der kleine Junge in ihm zum Vorschein kommt."
Mit Celest Pearsall, der Witwe von Dr. Pearsall, hatte ich bezüglich dieses Artikels Mail-Kontakt und sie freut sich, dass seine Arbeit auch nach seinem Tode im Jahre 2007 weiterhin diese Beachtung findet.

Artikel von Birgit Frohn, von der man bei Amazon einige Bücher finden kann. Eine Homepage von ihr habe ich leider bislang noch nicht gefunden.
Ewiger Mythos Herz - im Laufe der Epochen hat sich das Bild vom Herzen vielfach gewandelt, seine Faszination ging indessen nie verloren. In Zeiten der Transplantationschirurgie und Herzschrittmacher ist sie so groß wie einst, als das Herz sich noch nicht in seinen anatomischen Einzelheiten offenbart hatte, sondern noch wundersam pochend im Körper verborgen lag. Jene Zeiten, in denen ein Aristoteles über die Dinge des Lebens und damit auch über Herzensangelegenheiten philosophierte. Dabei kam der Grieche zu dem Schluß, daß das Herz als Sitz der Seele einerseits und Träger der physiologischen Lebenskraft andererseits zu erachten sei. Diese "Personalunion", die Auffassung von Herz und Emotionen als untrennbare Einheit, blieb bis in die Neuzeit hinein bestehen. Erst mit der Entdeckung des Blutkreislaufes im Jahr 1628 durch den englischen Arzt und Physiologen William Harvey (1578 - 1657) vollzog sich ein Paradigmenwandel. Harvey´s "Theorie der Blutbewegung" hatte bahnbrechende Wirkungen: Das Wissen um den steten Fluß des Blutes durch den Körper eröffnete der Medizin neue Möglichkeiten und bereitete der modernen Kardiologie den Weg.
Mit der Erforschung des Herz-Kreislauf-Systems war auch die "Entseelung des Körpers" nicht mehr aufzuhalten. Die kausalen Bande zwischen Herz und Psyche wurden jäh durchtrennt. Das Werkzeug hierzu lieferte der neuzeitliche Naturwissenschaftler Renè Descartes (1596 - 1650) mit seiner "Maschine Mensch": Ein Maschinenmodell des Körpers, dessen automatische Abläufe vom Herzmotor angetrieben und vom Gehirn zentral gesteuert werden. Gemäß dem Prinzip der Descartschen "Körpermechanik" wurden körperliche Erscheinungen abseits der Welt des Geistigen gestellt. Die Trennung von "soma" und "psyche", Leib und Seele, dominierte hinfort das wissenschaftliche Denken der westlichen Welt. Erst in den letzten Jahrzehnten besann man sich auf die engen Zusammenhänge zwischen Herz und Psyche. Was so lange außer Kraft gesetzt war, ist heute wieder wissenschaftlich "salonfähig": die Psychologie des Herzens.
Die Psyche spielt im koronaren Krankheitsgeschehen eine Schlüsselrolle: Das emotionale Befinden ebenso wie die sozialen Umstände, in denen ein Mensch lebt, können eine gefährliche Dynamik entwickeln. Was die Herzen kränkt, sind nicht allein ungesunde Ernährungsgepflogenheiten, Übergewicht, Bewegungsmangel und zu viel Zigaretten. Anhaltender psychischer Streß sowie seelische Erkrankungen wie Depressionen und Angstzustände bergen eine nicht minder große Gefahr für das Herz. Daß derartige Belastungen Prozesse in Gang setzen können, die das Herz erkranken lassen, ist heute mannigfach belegt. Die lange gehegten Verdachtsmomente hinsichtlich der ursächlichen Zusammenhänge zwischen den Leiden der Psyche und jenen des Herzens haben sich bestätigt. Emotionaler Streß führt mit Blaulicht in die Intensivstation.
Die seit den 5oer Jahren laufende intensive Erforschung dessen, was die Rate an Herzerkrankungen in die Höhe schnellen läßt, hat einiges zu Tage gefördert. Doch nicht einmal die Hälfte aller Fälle lassen sich durch die konventionellen Risikofaktoren für die Herzgesundheit erklären. Können sie auch nicht, sind sie doch nur die eine Seite der Medaille. Die andere ist psychischer Streß - der "missing link" im bislang unvollständigen Erklärungsmodell von der Entstehung koronarer Herzerkrankungen.
Daß unser Herz unmittelbar auf emotionale Konflikte und psychische Störungen reagiert, wußte bereits William Harvey im 17. Jahrhundert: "Eine geistig-seelische Störung, die Schmerz, überschwengliche Freude, Hoffnung oder Angst hervorruft", beeinflusse nicht nur die Gemütslage, sondern "dehne sich auch auf das Herz aus." Was der Brite einst formulierte, steht heute auf einer soliden wissenschaftlichen Basis. Die Ergebnisse aus zahlreichen Studien sprechen eine klare Sprache. Diese besagt, daß bei der Entstehung von Herzerkrankungen psychische Belastungen und soziale Umstände eine bedeutende Rolle spielen. Die Puzzlestücke aus den seit drei Jahrzehnten laufenden Forschungen zur Enträtselung der "Epidemie" der Herzkrankheiten haben sich zu einem kompletten Bild zusammengefügt: Emotionaler und sozialer Streß ist der zweite Schauplatz, auf dem sich diese Erkrankungen ereignen. Bei deren Entstehung wie in deren Verlauf besitzen sie den gleichen Stellenwert wie die klassischen Risikofaktoren - damit schließt sich der Kreis. Diese andere Seite der Medaille besitzt eine enorme gesundheitliche Brisanz. Von dieser zeugen nicht nur die zahllosen Herzkranken mit vorbildlicher Lebensweise, sondern auch die Ergebnisse internationaler Studien. Diese lassen aufhorchen. Unter anderem deshalb, weil sich darin Zusammenhänge zu erkennen geben, die man bislang für weniger plausibel hielt.
Nachfolgend einiges aus dem breiten Repertoire der Allianz zwischen Herz und Psyche:
Psychische Erkrankungen
Unter Herzkranken finden sich überdurchschnittlich häufig Patienten mit Depressionen. Inzwischen ist belegt, daß sowohl leichte wie auch schwere depressive Störungen ein bedeutendes Risiko für die Entstehung einer koronaren Herzkrankheit wie auch für deren weiteren Verlauf darstellen. Das Sterberisiko bei Depressiven nach Infarkt ist um das Vierfache höher als bei anderen Patienten. Die Leiden der Seele können also nicht nur Folge, sondern sehr wohl auch Auslöser für die Leiden des Herzens sein. Depressionen werden heute ebenso als Risikofaktoren gewertet wie die "Klassiker" Bluthochdruck, Rauchen oder Übergewicht.
Kontaktarmut und soziale Isolation
Fehlender sozialer Rückhalt gilt heute als einer der wichtigsten Auslöser für psychischen Streß. Menschen, die wenig emotionalen Austausch in Partnerschaft, Freundes- und Bekanntenkreis haben, tragen demzufolge ein wesentlich größeres Risiko für koronare Herzerkrankungen. Unabhängig von anderen Aspekten, die bei der Entstehung dieser Krankheit eine Rolle spielen können. Bereits Ende der 80er Jahre lieferten Studien eindeutige Hinweise, daß soziale Abgeschiedenheit das Herzinfarktrisiko um das Dreifache erhöht. Ein gutes soziales Netzwerk, die Erfahrung menschlicher Nähe und Vertrauen wirken hingegen wie ein Puffer, der Streß reduzieren kann.
Gebrochenes Herz
Der Verlust eines geliebten Menschen und Liebeskummer beeinträchtigen auch die Leistungskraft des Lebensmuskels. Jüngsten Erkenntnissen zufolge besitzt die Redewendung vom "gebrochenen Herzen" eine medizinisch klar nachvollziehbare Grundlage. Dies zeigt unter anderem die zu trauriger Berühmtheit gelangte "broken heart"-Studie. Nomen est omen: Die Sterblichkeitsrate an Herzerkrankungen lag bei Witwern im ersten halben Jahr nach dem Verlust der Ehefrau um 40 % höher, als bei verheirateten Männern gleichen Alters und Risikoprofils.
Unterdrückte Emotionen
Wer seinen Gefühlen, einerlei, ob positiv oder negativ, nicht Ausdruck verleiht, versetzt sein Herz in Streß. Unterdrückter Ärger erwies sich als hohes Risiko. Wie Studien zeigten, besteht zwischen unterdrückten Emotionen und der Sterblichkeit an koronarer Herzkrankheit ein eindeutiger Zusammenhang.
Extremerfahrungen
Extremer emotionaler Streß läßt das Risiko für das Auftreten eines akuten Herzinfarktes deutlich in die Höhe schießen. Eklatant offenbart sich dies in lebensbedrohlichen Situationen. So stieg bei dem schweren Erdbeben, das 1994 die Stadt Los Angeles und die umliegenden Regionen erschütterte, die Zahl der plötzlichen Herztode um das Fünffache an - ein ähnliches Szenario wie zu Beginn des Golfkrieges 1991, als die Rate an Herzinfarkten und plötzlichen Herztoden sprunghaft in die Höhe schnellten. In Israel wurden in den ersten Kriegstagen dreimal mehr Infarkte verzeichnet als jemals zuvor.
Plötzliche Ereignisse
Auch einschneidende Veränderung der Lebenssituation, die emotional stark belastend sind, können den Herzschlag aussetzen lassen. "Life-Events", wie der Verlust des Lebenspartners oder die Kündigung des Arbeitsplatzes, haben nicht selten fatale Folgen: Patienten mit Herzinfarkt waren vielfach kurz vor dessen Eintritt solchen Krisensituationen ausgesetzt. Aber auch die vermeintlichen "Kleinigkeiten", die einen in Rage bringen, können eine Gefahr für das Herz bedeuten. Das Risiko, innerhalb der nächsten Stunde nach einem Wutausbruch einen Herzinfarkt zu erleiden, ist bis zu 15mal höher als sonst.
Wie kann das Herz durch Depressionen, mangelnde emotionale Nähe und andere psychische Stressoren aus seinem gesunden Takt geraten? Eine Frage, deren Beantwortung komplexe Wechselwirkungen offenbart. Die Vorgänge, die letztlich in eine koronare Herzerkrankung münden können - der letzten Station auf der langen gemeinsamen Reise von Herz und Psyche - sind anschließend in groben Umrissen dargestellt.
Streß versetzt den Körper in erhöhte Alarmbereitschaft, indem er sogenannte "Streßachsen" mobilisiert. Dies setzt eine Kettenreaktion in Gang, bei der Kaskaden von Botenstoffen ausgeschüttet werden. Am Beginn dieser Achse steht der Hypothalamus, oberste Schaltzentrale im Zusammenspiel von Nerven und Hormonsystem. Er bringt den Stein ins Rollen, indem er den Corticotropin Releasing Factor (CRF) auf die Reise ins Blut schickt. Dieser bewirkt an der Hirnanhangdrüse, der Hypophyse, die vermehrte Freisetzung von ACTH - der Stoff, aus dem der Streß resultiert. Denn ACTH gibt der Nebenniere das Signal, die Bildung von Adrenalin, Noradrenalin und Kortisol anzukurbeln. Letztes produziert das Nebennierenmark, während die Hormone Adrenalin und Noradrenalin von der Nebennierenrinde in das Blut ausgeschüttet werden. Diese drei Botenstoffe befähigen uns, schnell und angemessen auf die Situation zu reagieren, die den Streß auslöst.
An und für sich also eine sinnvolle Einrichtung - solange sie nur kurz anhält. Wird die Psyche jedoch immer wieder in Streß versetzt, hält dies den Hypothalamus in Daueralarm und damit das Herz in Atem. Denn ein überhöhter Kortisolblutspiegel (ver)führt den Stoffwechsel dazu, mehr freie Fettsäuren zu bilden, als der Organismus tatsächlich benötigt. Die Konzentration von Cholesterin und Triglyzeriden im Blut erhöht sich und damit das Risiko für die Entstehung einer Arteriosklerose. Der Salz- und Wasserhaushalt wird durch die hohen Kortisolspiegel aus dem Gleichgewicht gebracht, was zur Erhöhung des Blutdrucks führt. Schäden an den Gefäßwänden heilen schlechter, was der Anlagerung von Plaques und somit der Gefäßverkalkung Vorschub leistet. Erhöhte Blutspiegel von Adrenalin und Noradrenalin steigern die Neigung der Blutplättchen, sich aneinander zu lagern. Diese Aggregation, wie es der Fachmann nennt, erhöht das Risiko für Blutgerinnsel, Thrombosen und so letztlich das Infarktrisiko.
Der zweite Weg, über den Herz und Psyche kommunizieren, ist das vegetative Nervensystem. Geschwindigkeit und Rhythmus des Herzschlags unterliegen seiner Steuerung. Dabei haben die beiden Gegenspieler Sympathikus und Parasympathikus auch auf das Herz jeweils entgegengesetzte Wirkung: Impulse der parasympathischen Nerven lassen Herzfrequenz und Blutdruck sinken, jene der sympathischen Nerven steigen. Vegetativum und Herz geraten bei durch Streß hervorgerufenen Veränderungen empfindlich aneinander. Denn Streß kurbelt über den Hypothalamus die Aktivität des Sympathikus an und hemmt den Parasympathikus. Läuft der Sympathikus dauerhaft auf hohen Touren, steigt die Herzfrequenz und in Folge der Blutdruck. Ebenso erhöht sich der Sauerstoffbedarf des Herzens. Darüber hinaus wird die Variabilität der Herzfrequenz eingeschränkt: jene so wichtige Anpassungsfähigkeit des Herzens, mit der es umgehend auf die wechselnden Fordernisse des Körpers reagieren kann.
Anhaltender psychischer Streß geht jedoch noch auf einem anderen Kriegspfad zu Herzen: Wer dauerhaft unter Hochstrom steht, lebt deutlich ungesünder. Das bestätigten Studien übereinstimmend und kennen viele aus eigener leidvoller Erfahrung. Um die Leistungsfähigkeit zu steigern und das angegriffene Nervenkostüm vermeintlich zu "beruhigen", trinkt man mehr Kaffee, greift häufiger zur Zigarette und nimmt mehr Alkohol zu sich - um nur einige Praktiken zu zitieren. Daß diese "ungünstigen Lebensstilvariationen", wie es im medizinischen Jargon heißt, der Gesundheit des Herzens nicht eben förderlich sind, muß hier nicht weiter ausgeführt werden.
Die Erkenntnisse zur Schlüsselrolle psychischer und sozialer Faktoren bei Erkrankungen des Herzens zeigen, daß sich die Herztherapie zukünftig ganzheitlich orientieren muß. Zur dauerhaften Gesundung benötigen Herzpatienten einen Kardiologen ebenso wie einen Psychologen. Ersterem obliegt die Besserung der körperlichen Symptome, zweitem die seelische Gesundheit des Patienten.
Denn um der steigenden Zahl von Herzerkrankungen Einhalt zu gebieten, wird die Herzmedizin auf mehreren Schienen laufen müssen. Konkret: Herzpatienten in einem therapeutischen Netzwerk behandeln, bei dem Kardiologen und Psychologen, Internisten und Allgemeinärzte gemeinsam zusammenarbeiten. Solche "integrativen" Konzepte werden zukünftig eine bedeutende Rolle spielen. Wie effektiv die Kombination von konventioneller kardiologischer Behandlung mit psychotherapeutischen Maßnahmen ist, zeigt sich laut der "Deutschen Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation" schon heute. Die positiven Wirkungen machen sich sowohl im medizinischen Befund wie vor allem am subjektiven Empfinden des Patienten bemerkbar.
Das Netzwerk zur integrativen Herztherapie besteht aus vielen Knotenpunkten. Welche das sind, ist im Folgenden kurz aufgeführt:
- psychotherapeutische Behandlung
- "klassische" kardiologische Therapie, u.a. durch Medikamente wie ACE-Hemmer und Beta-Blocker
- gesunde Ernährung; als ideal gilt die mediterrane Ernährung, die eine optimale Versorgung mit herzstärkenden Stoffen gewährleistet und dabei hervorragend schmeckt
- Abschied vom Nikotin
- "Koronarsport" zum schonenden Training des Herzmuskels
- Programme zum gezielten Streß-Management
- Entspannungstechniken wie bsp. Autogenes Training und Yoga.
Ebenso wie die verschiedenen Behandlungsstrategien Hand in Hand gehen, greifen auch die Maßnahmen zur Prävention und Therapie ineinander über. Nahezu alle genannten Maßnahmen sind sowohl für die Vorbeugung als auch die Therapie relevant. Ausnahmen bilden nur die medikamentöse Behandlung sowie bestimmte Sportarten, die bei koronaren Herzerkrankungen zu meiden sind.
Die psychotherapeutischen Maßnahmen setzen, wie weiter unten aufgeführt, an verschiedenen Ebenen an, um dem Herzen wieder in seinen gesunden Takt zu verhelfen. Zum einen sollen durch die psychotherapeutische Betreuung Einstellungen und Verhaltensweisen, die der Krankheit zu Grunde liegen können, erkannt und so weit als möglich aufgelöst werden. Weiteres Anliegen ist es, den Patienten bei der Krankheitsbewältigung und beim "Leben mit der Krankheit" im Alltag zu unterstützen. Darüber hinaus sollen durch Entspannungstechniken wie u.a. Autogenes Training die krankmachenden Wirkungen von Streß reduziert werden.
Im Zuge der Psychotherapie soll der Patient auch lernen, die Krankheit als Anlaß zur Standortbestimmung zu nehmen. Als gute Gelegenheit, den bisherigen Lebensstil zu überdenken und ggf. auch seine Positionen in Beruf und Partnerschaft neu zu definieren.
Die psychischen und sozialen Hintergründe der Herzerkrankung können individuell sehr unterschiedlich sein. Von welcher Form der Psychotherapie ein Patient am meisten profitiert, ist demzufolge je nach dessen Persönlichkeitsprofil und zugrundeliegender Problematik verschieden. Handlungsorientierte "Macher" werden sich sicherlich besser bei Therapien aufgehoben fühlen, in denen sie überwiegend selbst agieren sollen. Ist das Wesen hingegen eher von "Reaktion" als von "Aktion" bestimmt, empfehlen sich Therapieformen, die den Patient weniger zum konkreten Handeln auffordern.
Unter Herzkranken finden sich überdurchschnittlich häufig Patienten mit Depressionen: Neuesten Erhebungen zufolge leidet nahezu ein Viertel unter einer behandlungsbedürftigen Depression. Inzwischen ist belegt, daß depressive Störungen ein bedeutendes Risiko für die Entstehung einer koronaren Herzkrankheit wie auch für deren weiteren Verlauf darstellen. Das Sterberisiko bei Depressiven nach Infarkt ist um das Vierfache höher als bei anderen Patienten.
Angesichts dieser Zusammenhänge wird verständlich, warum die Behandlung von Depressionen, Angstzuständen und anderen psychischen Störungen besonders bei Herzpatienten eine enorme Bedeutung besitzt. Die Kombination aus Psychotherapie und medikamentöser Therapie mit Antidepressiva hat sich hier am erfolgreichsten erwiesen.
Bei 60-80% der Herzpatienten sind die Depressionen leicht bis mittelgradig ausgeprägt. In diesen Fällen sind Johanniskraut-Extrakte die Therapie der Wahl. Diese pflanzlichen Arzneimittel haben ihre hohe therapeutische Wirkung in zahlreichen Studien unter Beweis gestellt. Johanniskraut-Extrakte sind gut verträglich und gehen nicht wie synthetisch-definierte Antidepressiva mit der Gefahr der Abhängigkeit einher. Ebenso haben sie wesentlich weniger Nebenwirkungen, was gerade bei Herzerkrankungen ausschlaggebend für die Wahl des Arzneimittels ist.
Bei schweren Depressionen werden SSRI verschrieben. ...
Die Wege die Herz und Psyche verbinden, führen unweigerlich zum Weißdorn. ...
Um das Herz zu erleichtern, gilt es also, das abzubauen, was am meisten auf ihm lastet: psychischen Streß.
Wir haben die Kunst der Muße indessen fast verlernt. Besonders Herzpatienten haben oftmals ihre Schwierigkeiten mit dem Ausspannen. Was ihr Herz stärken und heilen könnte, ist genau das, was ihnen schier unmöglich erscheint. Bei der Verwirklichung des Prinzips Entspannung kommt es wesentlich darauf an, sie nicht als für sich stehende "Antistreß-Maßnahme" zu begreifen. Vielmehr gilt es, Entspannung zu kultivieren - im Zuge einer Lebensführung, die sich einem gesundheitsbewußten Umgang mit sich selbst verschrieben hat. Müßiggang läßt sich auch als eine Art Ritual begreifen, das ähnlich wie die Körperpflege seinen festen Platz im täglichen Leben erhält. Auch die Seele will täglich gepflegt werden.
Streß ist das Ergebnis dessen, wie Anforderungen wahrgenommen und anschließend bewältigt werden, was demzufolge individuell sehr unterschiedlich geschieht. Um die potentielle Gefahr reduzieren zu können, ist es unerläßlich zu erfassen, wie Streß jeweils erlebt wird. Denn "die Umwelt läßt sich nicht verändern, wohl aber das Verhältnis dazu". Die zur besseren Bewältigung von Streß erforderlichen Änderungen des Verhaltens sind also genau genommen Änderungen der Einstellung: zur Umwelt, zu sich selbst und zu den eigenen Wertvorstellungen. Grundlegende Voraussetzung dafür ist, nach den konkreten Ursachen zu fahnden, die dem persönlichen Streß zugrunde liegen. Nicht umsonst beginnen Programme zum Streßabbau mit der Maßnahme, die Teilnehmer aufzufordern, sich Fragen zu stellen wie beispielsweise:
- Wie realistisch sind die Ziele, die ich mir stecke?
- Habe ich mir vieles unnötig schwer gemacht?
- Welche Aufgaben fallen mir in ihrer Durchführung besonders schwer?
- Wo verausgabe ich mich umsonst?
- Versuche ich dort perfekt zu sein, wo es vielleicht gar nicht erforderlich ist?
- Stört mich, was nicht durch mich beeinflußbar ist?
- Ärgert mich, was ich ändern könnte, aber nicht versuche durchzusetzen?
Diese und andere Fragenstellungen können helfen, zunächst für sich den Quell der 1000 Volt zu finden, die Herz und Psyche täglich unter Hochspannung setzen.
Wichtig ist darüber hinaus, sich über seine übliche Streßreaktion in belastenden Situationen klar zu werden. Nachfolgend einige Botschaften, die Streßtherapeuten ihren Patienten zu besseren Streßbewältigung mit auf den Weg geben und über die es sich lohnt nachzudenken:
- liebevoller Umgang mit sich selbst
- guten Kontakt mit anderen Menschen pflegen
- Lebensrhythmus ordnen
- Ausgewogenheit zwischen Anspannung und Entspannung suchen
- Muße finden und Genießen lernen
- Unveränderliches akzeptieren
- sich erreichbare Ziele setzen
Entspannung kann man nicht wollen, sondern zur zulassen. Doch viele Menschen müssen erst lernen, wie dieses "Entspannen" eigentlich geht, und dies gehört - so eigenartig es klingt - zu den schwierigsten Übungen. Wer stets aktiv und leistungsbereit sein muß bzw. glaubt sein zu müssen, hat verständliche Mühe damit, exakt das Gegenteil davon zu tun. Zu groß ist die Angst vor dem Damoklesschwert "mangelnde Anerkennung", das sich herabsenkt, sobald der lang gehegte Wunsch nach Ruhe sich anschickt, wahr zu werden.
Ebenso wie es unterschiedliche Bewegungstypen gibt, spricht jeder Mensch auf andere Erholungsstrategien an. Es gilt also, für sich persönlich herauszufinden, was am besten dazu angetan ist, den rotierenden Sympathikus zu bremsen und so den Herzmuskel zu entlasten. Allgemein zu empfehlen, da vielfach bewährt, ist das Autogene Training. Dabei geht es um eine Form der aktiven Entspannung, die den Bedürfnissen des Herzpatienten sehr gut entgegenkommt. Autogenes Training läßt den Atem ruhiger werden, Herzfrequenz und Blutdruck sinken. Für die mehr "bewegten" Typen, von denen es besonders unter Menschen mit Herzproblemen nicht wenige gibt, ist die "Progressive Muskelentspannung" nach Jacobsen oft noch besser geeignet. Dabei wird die Seele durch gezieltes An- und anschließendes Entspannen bestimmter Muskelgruppen zur Ruhe geführt.
Wer einen Hang zu fernöstlicher Kultur hat, kann auch durch Yoga und Meditation zur Entspannung finden. Die Körperübungen aus dem Hatha-Yoga und auch das stille Versenken beim Meditieren lassen Körper und Geist leichter zur Ruhe kommen. Wie gut das fürs Herz ist, haben Studien belegt: Meditation und Yoga beispielsweise senken den HDL-Cholesterinspiegel und den Blutdruck.
Der Hamster im Laufrad weiß es besser: Wenn er müde ist vom vielen Strampeln, legt er sich in sein Häuschen und schläft. Wir Menschen hingegen, diktiert von Zeitdruck und Terminen, kreisen ständig weiter im Getriebe des Alltags. Warum sich nicht ein Beispiel nehmen und in der Tretmühle kurz innehalten? Solche Auszeiten können z. B. ein Spaziergang um den Häuserblock oder eine Tasse Tee in der Cafeteria um die Ecke sein. Morgens geht man vielleicht einmal einen anderen Weg ins Büro. Nach Feierabend lassen sich bei einer Spritztour mit dem Fahrrad oder einem Abstecher ins Café wunderbar die Ereignisse des Tages verarbeiten.
Der geringe Aufwand solcher kleiner Fluchten verhält sich umgekehrt proportional zum Gewinn an Lebensfreude: Der ist nämlich groß. Und davon profitiert das Herz enorm.
Kein schöngeistiges Konstrukt: Wer viel klagt, zu Pessimismus neigt und häufig Unangenehmes im Kopf hat, geht ein gesundheitliches Risiko ein. Wie sich in Untersuchungen zeigte, setzen negative Gefühle, ob Trauer, Wut oder Angst, die Schlagkraft des Immunsystems herab und schwächen die körpereigenen Schutztruppen gegen freie Radikale. Denn diese Empfindungen führen zur Ausschüttung von gesundheitsschädigenden Neuropeptiden sowie des Streßhormons Adrenalin.
Angenehme Gedanken lassen dagegen die Selbstheilungskräfte in die Höhe schnellen und stärken das Immunsystem. Der schöne Nebeneffekt: Optimisten erfreuen sich nicht nur besserer Gesundheit und bleiben länger jung, sie sehen auch länger so aus.
Die Zufuhr von Streicheleinheiten wirkt ebenso gesundheitserhaltend: Berührungen lösen eine Kaskade von Neurotransmittern und Hormonen aus. Diese Botenstoffe setzen ihrerseits eine Kettenreaktion positiver Effekte auf Körper und Seele in Gang. Die körpereigene Alchemie wird inzwischen zur sanften Therapie, allen voran jeder des Herzens, propagiert: Weder Ernährung, Bewegung noch selbst die Erbanlagen beeinflussen unsere Gesundheit so sehr wie die Liebe, so die These.
Emotionen statt Pillen - das ist nicht aus der Luft gegriffen. Die Stoffe, aus denen die Lust besteht und die Liebe mitunter zur Sucht werden lassen können, sind wirksame körpereigene Arzneien; nicht nur für Herz und Psyche. Um deren Wohlergehen macht sich vor allem das Hormon Oxytocin verdient, dessen Konzentration bei zärtlichen Berührungen sprunghaft ansteigt. In Mengen strömt es durch das Blut und überbringt dabei nicht nur sinnenfrohe, sondern auch hochgesunde Botschaften im ganzen Körper. Oxytocin mindert nachhaltig Streß und dessen negative Auswirkungen, reduziert Angst und Anspannung und wirkt beruhigend. Ebenso steigert es die Aktivität des Immunsystems und beschleunigt Heilungsprozesse. Dabei wirkt das Agens der Passion nicht nur bei solcherart verbundenen Partnern, sondern ganz allgemein im zwischenmenschlichen Bereich. Wissenschaftler gehen heute davon aus, daß neben körperlichen auch verbale Streicheleinheiten emotionalen Streß abbauen.
Ein emotionsbetonter Umgang miteinander hält übrigens nicht nur im Herzen jung, sondern verlangsamt auch den Alterungsprozeß. Wenn das keine guten Argumente sind, ein wenig netter zueinander zu sein...
Dr. Brunes, eine schwedische Ärztin, hat ihre MS überwunden, im Griff, zum Einen dank der Zuführung von Neurotransmittern, zum anderen durch Lebensveränderung und Meditation. Nachdem ich las, dass Meditation die Neurotransmitter günstig beeinflußt, fragte ich Judith Trollst (durch die ich über die Brunes-Methode erfuhr), warum man die überhaupt noch künstlich zuführen würde. Sie sagte mir, dass Dr. Brunes sie beispielsweise nicht mehr nimmt, aber dass sie für den Anfang, bis jemand gut meditieren kann oder sein Leben verändert hat, ein gutes Hilfsmittel sind. Homepage von Ganpro