Literaturzitate III

Tibetische Medizin

Wege zu einer neuen Medizin

Wurzeln der psychosomatischen Medizin

Quantenbewusstsein

Das Immunsystem und die Psyche - Visualisierung

Den Zugang zu seinen Selbstheilungskräften trägt jeder in sich"

"Die Seele pflegen, Quellen der Kraft für MS-Betroffene"
Auszüge aus dem Vortrag von Peter Toebe, Psychotherapeut in Erlangen,
"Kontakt" der DMSG Bayern 4/2004

„Ein weiser Mann geht auf einem Hochplateau spazieren. Plötzlich hört er in einiger Entfernung hinter sich einen fauchenden Tiger. Er rennt so schnell er kann – doch geradewegs auf einen Abgrund zu. Der Tiger kommt immer näher. In seiner Not drückt sich der Mann an den äußersten Rand und kommt ins Rutschen. Im letzten Moment kann er sich noch an einer Wurzel festklammern. Über ihm der Tiger, unter ihm der Abgrund... Da erblickt der gute Mann direkt vor seinen Augen eine wilde Erdbeere. Er pflückt sie, nimmt sie in den Mund und murmelt: „wie köstlich, diese Erdbeere.“

Ich würde Ihnen gerne von dem berichten, was ich tagtäglich in der Praxis als Psychotherapeut beobachten kann, von dem, wie Menschen sich in Leid und Probleme verstrickten und wie sie auch wieder rauskommen. Bitte glauben Sie nicht, dass ich mit Kranken arbeite! Auf diesen Begriff würde ich im Arbeitsalltag am liebsten verzichten, weil er Kranke gegenüber Gesunden diskriminiert. Und ich denke, dass wir alle mehr oder minder gesund und krank sind, vielleicht in einer Lebensphase festgefahren, mehr oder minder verzweifelt, mehr oder minder erschöpft. Tagtäglich kann ich studieren, in welche typischen Fallen Menschen tappen und wie sie auch wieder rauskommen können und zu neuer Kraft und Lebendigkeit finden.

1. Freude und Leid – das Gehirn macht die Gefühle

Wenn jemand die Diagnose MS bekommt, so ist das natürlich zuerst ein Schock. Und von diesem Moment an kann Angst ein ständiger Begleiter werden. Und ich möchte es betonen: natürlich ist dies zunächst ein Unglück! Doch die große Gefahr ist, dass von diesem Moment an das Leben überschrieben wird mit der übermächtigen Titelzeile „ich habe MS“. Und damit ist oft nichts anderes gemeint, als dass das Leben von nun an vom Leid geprägt ist und alles Erleben und Fühlen entsprechend eingefärbt.

Erlauben Sie mir zum besseren Verständnis zunächst einen kurzen Ausflug in die Funktionsweise unseres Gehirns, denn dort entstehen unsere Gefühle (und nicht im Bauch, wie viele meinen; dort spürt man sie allerdings). Man kann seit ca. 10 Jahren gut beobachten (Positronen-Emissions-Tomographen) welche Hirnareale durch bestimmte Ereignisse aktiviert werden. Der portugiesisch-amerikanische Forscher DAMASIO hat ein relativ einfaches Spiel entwickelt, das heute als lowa-Card-Test (1995) bekannt ist. Es besteht aus zwei verdeckten Kartenstößen; der eine mit kleinen Gewinnen im Wechsel mit kleineren Verlusten, der andere mit einem hohen Gewinn und auch großen Verlusten. Dabei fanden die Forscher ein paar hochinteressante Ergebnisse: nach etwa dem 10. Zug begannen die Versuchspersonen den schlechteren/riskanten Stapel zu meiden. Sie entwickelten Herzklopfen und Angstschweiß und eine erhöhte Aktivität in der rechten Hälfte des vorderen Stirnhirns. Aber erst mit dem 50. Zug durchblickten die Personen das Spiel und die unterschiedlichen Qualitäten der Kartenstöße. Das heißt vereinfacht: zunächst unbewusste Empfindungen des Körpers führen erst allmählich zu bewussten Gefühlen oder noch anders ausgedrückt - die Körperreaktionen lenken unser Bewusstsein. Also nochmals: wenn man davon ausgeht, dass Gefühle auf Körperzustände zurückgehen, so darf man umgekehrt auch überlegen, ob sich durch eine Beeinflussung des Körpers auch Gefühle ändern lassen. Und tatsächlich lässt sich das heute über die Hirnstromaktivitäten ganz gut darstellen: Paul Ekmann (1993) trainierte z. B. Menschen zu lächeln, das heißt nicht so ein maskenhaftes, aufgesetztes, sondern ein von den Augenmuskeln her kommendes, mit Strahlen und Wärme verbundenes Lächeln. Und die Personen verspürten eine gehobene, angenehme Stimmung, die sie sich durch keinerlei äußerliche Gegebenheiten erklären konnten. Warum erzähle ich Ihnen das? Zum einen: wenn Sie sich viel mit dem Unglück einer MS gedanklich beschäftigen, hat das zwangsläufig eine gefühlsmäßige Folge: die rechte Hälfte ihres Stirnhirns wird aktiver und die damit einhergehenden chemischen Prozesse setzten emotional einen Unglückskreislauf in Gang. Aber eben auch das Gegenteil ist möglich; durch bestimmte Vorstellungen und Konzentration auf angenehme oder erfreuliche Inhalte aktivieren Sie die linke vordere Stirnhälfte und die damit einhergehenden chemischen Prozesse, also "glücklichere Gefühle".

Entscheidend zu wissen ist, dass das eine das andere hemmen, blockieren, ja sogar löschen kann. Gute, beglückende Gedanken, Konzentration auf das Schöne und Gesunde können die leidvollen, schmerzlichen Impulse schwächen und umgekehrt. Provokant gesagt: man kann wegen und an einer MS leiden oder wegen und trotz der MS Zufriedenheit empfinden! - Wie köstlich, diese Erdbeere ... Das ist, was Carl SIMONTON vor 30 Jahren publizierte und lehrte: Visualisationen der Heilkräfte bei Krebskranken; das ist die Kunst in der Arbeit mit der Feldenkraismethode: trotz größter Einschränkungen die körperlichen Spielräume wahrnehmen, erforschen und genießen; das ist u. a. die Lehre des Zen: sich nicht um die Schmerzen des stundenlangen Sitzens kümmern, sondern auf die Stille oder die Leere oder ein Koan achten; - das ist die Botschaft des christlichen Herzensgebetes oder die Schule der östlichen, buddhistischen Gelassenheit. So liegen Glück und Unglück, Freude oder Schmerz eben zumindest ein Stück in Ihrer Hand.
Die Kraftquellen:

2. Phantasieren - morgen und gestern/hier und jetzt

Ein verbreitetes Phänomen des Unglücks - die Falle - ist, ständig in Pläne und Wünsche abzugleiten, sich bessere Zeiten vorzustellen, von "rosigen Zeiten zu träumen" oder in Hoffnungen zu schwelgen, vom Lottogewinn, dem richtigen Partner, den Kindern, wenn sie erst einmal aus dem Hause sind, dem Urlaub, in dem man eigentlich nur richtig lebt, gar dem Dasein als Rentner. Im Morgen, in einer noch nicht greifbaren Zukunft, scheint das Glück verborgen und das führt zu einer inneren Unruhe, ähnlich dem Hund, dem man das Stück Wurst vor die Nase bindet. Genauso umgekehrt: man erinnert sich an gestern, vornehmlich an gute Zeiten und glücklichere Tage, die unbeschwerte Kindheit, die Kraft der Jugend, die unbeschwerte Zeit vor der Diagnose ... . All das führt ins Phantasieren und weg vom unmittelbaren Erleben. Mit dem Phantasieren ist es so, als würden Sie in ein Restaurant gehen, sich die Speisekarte durchlesen, sich alles in Gedanken auf der Zunge zergehen lassen und schließlich, ohne etwas zu bestellen, wieder aufstehen und gehen. Satt kann man davon niemals wer- den! Bitte missverstehen Sie mich nicht: Pläne, die zum Tun führen sind natürlich wertvoll und nötig!

Im Gegensatz dazu - zum Phantasieren - steht das Hier und Jetzt: es ist unmittelbar, erfahrbar, es bietet Spielraum für Entscheidung und Handeln. Spüren Sie sich jetzt hier, wie Sie sitzen, wie Sie atmen, beobachten Sie sich; wo sind Ihre Gedanken gerade, noch hier oder schon längst beim nächsten Programm oder beim letzten Streitgespräch? Ob Sie es glauben oder nicht: dies ist eine der größten Kraftquellen im Alltag: Bewusstes-da-sein. Das Üben mag Zeit kosten, aber mal gelernt, geht es als Haltung in Fleisch und Blut über. Wenn Sie mögen, können Sie jederzeit üben: jedes Telefonklingeln kann eine Glocke sein, die Sie erinnert, wie Sie gerade jetzt bewusst bei sich sind. Machen Sie es jetzt: seien Sie drei Atemzüge lang still bei sich und sagen Sie sich innerlich "ich bin". Mit dem dritten Ausatmen dürfen Sie ein Lächeln kommen lassen (aus: Ich pflanze ein Lächeln; THICH NHAT HANH). Eine andere Falle und Quelle ist:

3. Angst und Vertrauen

Kaum eine Erkrankung vermehrt sich in den letzten zehn Jahren mehr als die so genannte Angst- oder Panikstörung, in der Menschen meist zunächst diffuse Ängste und Unruhe entwickeln, die später so massiv werden können, dass jemand sich nicht mehr aus dem Hause traut, ständig vor dem nächsten Herzrasen oder Schweißausbruch Angst hat. Ähnlich, die noch viel verbreiterte Form der Angst, die wir Depression nennen (Hauptsymptom ist Angst): Angst, es nicht mehr zu schaffen, Angst nicht mehr geliebt zu werden, Angst vor Veränderungen, Verschlimmerung der MS, vor neuen Symptomen, vor Verlust ... Das ist menschlich. Aber Angst kann uns gänzlich gefangen nehmen, die Seele auffressen. Viele machen den Fehler, Sicherheit gegen die Angst setzen zu wollen: noch eine Untersuchung bei einem noch bekannteren Facharzt, noch einen Check up, noch ein neues Medikament, noch eine Versicherung... Wieder bitte ich Sie, mich nicht falsch zu verstehen: Absicherungen und umsichtige Gefahrenvorsorge sind klug, und dumm wäre es, fahrlässig mit seiner Gesundheit umzugehen. Aber Sicherheit bekommen Sie nie! Keiner von uns weiß, ob er heil nach Hause kommt und ob er Morgen aufwacht. Sicherheit haben zu wollen, heißt das Leben nicht ganz nehmen, immer etwas ausblenden. Gegen diese Angst hilft nur Vertrauen!

Vertrauen aufzubauen ist nicht so leicht und wir lernen es in keinem Schulfach, am ehesten noch in einer guten religiösen Bildung und Bindung oder an menschlichen Vorbildern. Vertrauen heißt, sich zu trauen, das zu meistern und an dem zu wachsen, was einem zugemutet wird. Dieses Vertrauen ist eine große Kraftquelle des Lebens.

4. Unzufriedenheit und Wertschätzung

Hinter großer Unzufriedenheit stecken hohe Ansprüche. Mehr wollen, mehr haben, mehr sein wollen, üben einen ständigen Druck auf uns aus, so dass wir uns ständig anstrengen müssen, innerlich Gas geben, gut oder besser zu sein. Nichts, überhaupt nichts gegen Fortschritte und Verbesserungen! Aber, wie zählt und bewertet jemand innerlich? Von welchem Standpunkt aus betrachtet man sich? Wenn man sich nur vom hohen Anspruch aus betrachtet - und viele talentierte, leistungsfähige Menschen tun das - wird es schwer, das Erreichte zu schätzen. Dann warten Unzufriedenheit oder Verbitterung auf einen. Wer nicht lernt, sich an dem zu freuen, was er ist und hat, wird immer Mangel und Unzufriedenheit spüren. Deshalb ist es umgekehrt so wichtig, sich immer wieder in der Wertschätzung zu üben: Wie schön ist es, keinen Hunger zu haben. Sie können schimpfen über den Rollator und dass Sie ihn brauchen oder Sie freuen sich daran, dass er Ihnen dient. Seien Sie nicht der Zwerg Ihrer Ängste, aber auch nicht der Riese Ihrer Wünsche!

5. Sucht und Maß

Was meinen Sie, womit werden die meisten Depressionen abgewehrt? Mit Sucht! Man kann nach allem Möglichen süchtig werden: harte stoffliche Drogen, Alkohol, Essen, Süßigkeiten, Fernsehen, aber auch nach Macht, nach Arbeit, nach den Endorphinen beim Joggen oder im Fitnessstudio, nach Rückzug, nach Rechthaberei, nach Sex... Und vielleicht am verbreitetsten überhaupt - nach Lob und Bestätigung. Bei allen Süchten ist es das gleiche Problem: wir wollen es uns (meist und für lange Zeit) nicht eingestehen, dass wir uns von etwas abhängig gemacht haben und wir werden nie satt. Hier helfen nur unbestechliche Freunde (und Partner), die einen liebevoll und auch manchmal hartnäckig auf etwas aufmerksam machen. Oder die schlimmen Folgen, die man nicht mehr ignorieren kann. Von außen hilft oft die Frage: "tut es dir gut, was du da machst? Stärkt es dich oder schwächt es dich?" Dann aber ist - zumindest innerlich - eine aufrichtige Antwort nötigt, die ist aber, wie gesagt, oft schwer. Hier kommt die Kraft wieder, indem man die Hintertür der Sucht zu macht und nach vorne geht... Das geht nie ohne Verzicht!

6. Opfergeschichten und Verantwortung

Wir neigen oft dazu, uns als Opfer zu sehen. Als Opfer der Marktlage, als Opfer unserer Eltern, des Partners, der Krankheit; wenn wir zu spät kommen, aufgehalten wurden, auch der Stress muss für vieles herhalten: deshalb sind wir nervös, rauchen so viel; oder wir bemühen die Sachzwänge, die uns gar nicht anders handeln lassen konnten (bei vielen MS-Erkrankten von mir oft beobachtet); oder die Gesellschaft und die Politiker sind Schuld; oder das Wetter. Ich will nicht sagen, dass es keine wirklichen Erfahrungen gibt, die einen schicksalhaft zu Opfern machen! Hier geht es vielmehr um die Beispiele, in denen wir uns alle möglichen Schwierigkeiten und Probleme erklären und dabei gar nicht merken, wie sehr wir uns - und andere - damit täuschen. Immer geht es dabei darum, die Verantwortung abzuschieben und das schwächt. Anders klingt es, wenn jemand sagt: "ich war zu spät, weil mir etwas anderes noch wichtiger war", "mein Partner betrügt mich, aber ich habe Angst vor meinen Verlassenheitsgefühlen und habe mich deshalb entschieden, bei ihm zu bleiben", "ich habe meine MS, doch ich war schon immer ein bisschen scheu und traue mich deshalb nicht auf eine Party zu gehen". Hier wird die eigene Entscheidung und Verantwortung betont und dies gibt Kraft und Würde! Jede Entscheidung hat einen Preis! Wir entscheiden uns für die Preise, die wir bereit sind zu zahlen und wir entscheiden uns gegen Handlungen und Alternativen, weil wir diese Preise nicht zahlen wollen. Eine radikale Klarheit diesbezüglich stärkt und ermutigt uns. Ausflüchte, Erklärungen - kurz Opfergeschichten - nehmen uns die Kraft.

7. Das neurotische JEIN

Sich anpassen und sich alle Wege offen halten, keine Stellung beziehen, keine Grenzen setzen und keine Meinung haben, die aus dem eigenen Ringen um Wahrhaftigkeit und Klarheit kommt - das ist das neurotische Jein! In der Erziehung hat das in der Folge der "antiautoritären Erziehung" katastrophale Konsequenzen gezeigt: sich alles offen zu lassen, sich - als Eltern - nicht für und nicht gegen etwas zu stellen, das ist persönliche Schwäche und das schwächt tatsächlich. Die Mutter, die ihrem Kind den 30. Gummibären nicht verbietet... "Mama, nur noch diesen" ... Ist das Toleranz? Oder Güte? Es braucht ein Nein aus Liebe: mein Kind, du musst dir die Schuhe selbst binden, schließlich bist du jetzt schon 25! Nur vor dem Hintergrund eines klaren Nein ist auch ein klares Ja möglich. "Ja, mit dir will ich leben", ,Ja, heute bin ich ganz für dich da"! Diese Klarheit stärkt, gibt Kraft, so wie Licht und Schatten einander bedingen. Vor allem: sagen Sie nicht ja, wenn Sie nein meinen! Das bedeutsamste und manchmal auch schwierigste Ja, ist das Ja zum Leben. Eine bedingungslose Bereitschaft zum Leben wird jedoch immer geprüft. Manchmal schicksalhaft durch einen Verlust, durch eine Krankheit, durch eine schwere Schuld, die man auf sich geladen hat oder durch die Nacht der Verzweiflung, aus der man nicht mehr aufzuwachen scheint. Dieses Ja zum Leben zu finden ist vielleicht eine der größten Herausforderungen; mit und ohne MS ...

Zum Schluss und für den Alltag:

Stärken Sie Ihre linke Hirnseite durch Beschäftigung mit schönen Dingen und durch Wertschätzung! Genießen Sie die Erdbeeren auf Ihrem Lebensweg - auch wenn oben der Tiger der MS oder der täglichen Arbeit lauert. Pflegen Sie Ihre Seele und Ihr Gemüt durch alltägliche Übung und baden Sie in den Kraftquellen. Versuchen Sie jeden Tag etwas für Ihr Glück zu tun! Sie sind viel mehr als Ihre MS! Die MS haben Sie vermutlich nicht in Ihrer Hand, aber viele Quellen der Kraft, der Zufriedenheit und des Glückes.

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Aus einem Artikel über tibetische Medizin in der "Visionen" 1/005

... Selbstverantwortung

"Völliges Freisein von Krankheit ist eine Seltenheit. Unser körperliches Befinden ist ständig im Fluss. Krankheit ist in jedem latent vorhanden, wenn auch in verschiedener Weise", so Dr. Tenzin Choedrak im Gespräch mit Frank Reichle (Der Autor von "Das Wissen vom Heilen - Tibetische Medizin"). Da aber jeder für sich selbst verantwortlich ist, hat es auch jeder Mensch in der Hand, etwas für sich und sein Wohlbefinden zu tun. Dazu zählt nicht nur eine bewusste Ernährung, sondern auch rechtes Verhalten. Dr. Choedrak: "Das umfasst körperliches, geistiges und sprachliches Verhalten. Die Art und Weise körperlicher Betätigung, des Denkens und Sprechens spielt eine große Rolle für die Gesundheit." Maßlosigkeit in jeder Beziehung ist demnach nur ein Grund für Erkrankungen. ...

"Wege zu einer neuen Medizin"
Chancen durch Vorsorge und alternative Therapien
Artikel von Peter Elster, Natur & Heilen 7/2005

„Herausragende Ärzte verhindern eine Krankheit –
mittelmäßige heilen eine noch nicht ausgebrochene Krankheit –
unbedeutende behandeln eine bereits bestehende Krankheit.“

Dieses alte chinesische Sprichwort fasst in wenigen Worten die geistige Grundlage der chinesischen Heilkunst zusammen. Gerade in der Neuzeit bei einer Bevölkerung von ca. 1,3 Milliarden Menschen ist dieses Verständnis in Hinsicht auf die Volksgesundheit von größter Wichtigkeit, denn ein Land wie China mit einer solchen Bevölkerungszahl könnte ein System, wie wir es haben, niemals durchführen, geschweige denn es finanzieren. So geht man in China zum Arzt, wenn man gesund ist, um zu erfahren, was man tun muss, um die Gesundheit zu erhalten. Auch heute gibt es dort noch Ärzte, die den Patienten umsonst behandeln, wenn er krank ist, und nur an seiner Gesundheit verdienen. Auch die Rangfolge der Behandlungsmethoden unterscheidet sich grundlegend von unserer Medizin. An erster Stelle steht die Änderung der Ernährung, gefolgt von der Änderung der Lebensführung, dann folgen die Arzneien und am Schluss erst werden die therapeutischen Verfahren eingesetzt.

So führt ein Grundwissen in Fragen der Ernährung, Behandlung von Bagatellerkrankungen, gesundheitserhaltende Maßnahmen wie Gymnastik, Tai Chi, Qi Gong, Massage und Meditationen dazu, Krankheiten im Wesentlichen zu vermeiden, die aus einer ungünstigen Lebensführung entstehen. Die Gesundheitsbildung beginnt bereits in den Schulen, Kindergärten, Familien und setzt sich in den Betrieben fort. Außerdem existiert in China bereits sehr lange die Tradition der so genannten Barfußärzte (im übertragenen Sinn mit den Heilpraktikern hier zu vergleichen), die in der Lage sind, Erkrankungen zu erkennen, Aufklärung und Erste Hilfe zu leisten und bei Bedarf die Kranken an Spezialisten weiterzuleiten. Durch diese Form der Medizin ist es trotz der enormen Bevölkerungszahl gelungen, die Zahl der chronischen und Wohlstandserkrankungen, wie Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes mellitus, rheumatischer Formenkreis, Allergien und Krebs, gering zu halten und gut behandeln zu können, da die entstehenden Fälle immer in einem sehr frühen Zustand behandelt werden. Dadurch lässt sich der Behandlungserfolg deutlich steigern und eine Chronifizierung wird in der Regel vermieden. Zwar wird sich das Verhältnis in China aufgrund der Industrialisierung in den Großstädten und aufgrund der geänderten Umwelt-, Arbeits- und Wohnbedingungen verändern, aber insgesamt wird dieses Medizinsystem weiterhin deutliche Vorteile besitzen.

„Der Grundgedanke muss sein, die Gesundheit zu schützen, statt Krankheit zu bekämpfen, denn Gesundheit gibt es nicht auf Rezept.“

Die mangelnde Präventation hat in unserer westlichen Gesellschaft maßgeblich zu den heutigen Problemen beigetragen, da man heute sicher sagen kann, dass 80 % aller Erkrankungen vom Menschen selbst verschuldet werden und im Prinzip vermieden werden können. Prävention bedeutet, die körperliche und geistige Fitness zu erhalten, dem Leben gegenüber positiv eingestellt zu sein und sich in materieller Sicherheit zu befinden. Präventation ist allerdings nicht ohne einen aktiven Umwelt- und Tierschutz, soziale Gerechtigkeit, aktive Arbeitsplatzpolitik, lebensgerechte Wohnbedingungen und soziale Einbindung zu bewerkstelligen. Eine auf Präventation ausgerichtete Gesundheitspolitik ist vor allem im Hinblick auf die gesteigerte Lebenserwartung von immenser Bedeutung, denn die größten Kosten fallen am Lebensende an, wie die statistischen Zahlen belegen. ...

„Ein Mensch ist gesund, dessen Physiologie, Gewebe und dessen Ausscheidungen im Gleichgewicht sind und dessen Seele, Sinn und Geist sich dauerhaft in einem Zustand inneren Glücks befindet.“ (Sushruta, 1-2 Jh.v.Chr.)

Diese Ansicht des Chirurgen Sushruta trifft mit wenigen Worten auch heute noch unverändert zu. Hinzuzfügen wäre noch der Begriff „positive Gesundheit“, der über die Auffassung von Gesundheit weit hinausgeht und die Bedeutung von Glück und Lebensfreude im Alltag herausstreicht. Gesundheit ist auch eine Frage der Einstellung und Verantwortung, denn Heilmittel oder medizinische Hilfe kann immer nur als Hilfe zur Selbsthilfe verstanden werden. Wie eine Kultur die Gesundheit definiert, hängt mit ihrer Weltanschauung zusammen. Diese zeigt uns auch, wie sich die Menschen, die mit ihr leben, mit der Natur verbinden und wie diese ihre Kinder und ihre alten Menschen behandelt. Wenn die Weltanschauung wirklich die Grundlage einer Kultur ist, sollten wir uns ernsthafte Gedanken über uns selbst machen.

Was ist Krankheit?
Krankheit ist eine Gesamtheit von Symptomen, die als Zeichen der Selbstheilungsbemühungen des Organismus zu sehen sind. Der Mensch ist ständig bedacht, mit Hilfe seiner Regulationssysteme in einen Zustand der Ausgeglichenheit und Harmonie zu kommen. So sind Symptome auch als das Bestreben nach Heilung zu verstehen und nicht nur als Zeichen von Krankheit. Fehlende Krankheitszeichen sind kein gültiger Rückschluss, dass sich der Organismus nicht gegen Krankheit wehrt, sondern dies ist Zeichen eines intakten Regulationssystems bzw. Immunsystems oder lediglich Zeichen einer kleinen Störung. (Dies erinnert mich an die anthroposophische Sichtweise bzgl. MS, die besagt, dass die Entzündungen einen Heilungsversuch des Körpers anzeigen und auch an die Aussage von Rüdiger Dahlke – sinngemäss – dass die Krankheit, die Symptome das Gesündeste an dem Menschen seien, weil ein Versuch, das Ungesunde auszugleichen.)

Wie die Natur auf uns wirkt
Infolge der gemeinsamen spirituellen Natur ist alles Seiende miteinander vernetzt und verknüpft. Alles steht mit allem in Beziehung, wie im Großen, so auch im Kleinen. Es ist von zentraler Wichtigkeit, in Übereinstimmung mit der Natur zu leben. Alle Menschen werden in einem Zustand der Balance geboren, mit dem Gleichgewicht zwischen allen Teilen dieses vernetzten Ganzen. Der Beginn einer Krankheit resultiert aus dem Ungleichgewicht der natürlichen Gesetzmäßigkeiten und dieses tritt auf, wenn die Menschen nicht mehr im natürlichen Rhythmus leben, und durch die Verschmutzung, Manipulation und Ausbeutung der Natur, deren negative Auswirkungen auf den Menschen übergreifen. Leider werden in der Medizin immer noch Tierversuche durchgeführt und pro Jahr fallen ca. 60 Mio. Tiere diesen Versuchen zum Opfer. Tierversuche sind künstlich und aus dem zeitlich/kausalen und physiologisch/pathologischen Zusammenhang einer Krankheit herausgerissen und somit völlig sinnlos, da die untersuchten Krankheiten künstlich in den Körper gebracht werden und auch die psychischen und psychosomatischen Einflüsse fehlen. Die Naturheilkunde betrachtet den Menschen im Ganzen und trennt Geist und Seele nicht vom Körper ab. Sie berücksichtigt die Verbindung zur Umwelt, die sozialen Gefüge und die jeweiligen Lebensphasen. Geist und Körper sind dasselbe, so wie Wasser und Eis dasselbe sind, nämlich nur eine andere Manifestation ein und derselben Grundlage, und es wird immer wieder deutlich, dass es keinen kranken Körper ohne eine kranke Seele gibt. ... (Mir war schon irgendwie klar, dass der geistig-seelische Zustand auf den Körper wirkt, aber dass auch körperliche Missstände auf die Seele rückwirken, wurde mir in dem Ausmaß erst durch das Buch „Psychosomatik in der Chinesischen Medizin“ bewusst – beides ist wirklich untrennbar verbunden und miteinander verwoben.)

... Der Mensch kann sich nur selbst heilen. Die Kunst des Arztes, des Heilers ist es, aus der Summe und Art der Symptome und der Individualität des Menschen zu erkennen, wo die Blockade oder der Mangel liegt, der die Selbstheilung des Menschen verhindert. Ein weiterer Helfer ist der Glaube, der oft entscheidenden Einfluss hat. Unser Organismus als ganzes System besitzt alle Informationen, die zur Selbstheilung notwendig sind. So kann man Krankheit auch als Weg zur Gesundung verstehen, denn Krankheit ist kein isoliertes Geschehen.

... Es folgen Ausführungen, wie man unser Gesundheitssystem verändern könnte.

Homepage von Peter Elster

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Friedrich Schiller und die Wurzeln der psychosomatischen Medizin
"In der Werkstatt des göttlichen Uhrmachers"
Artikel von Norbert Messing in der Natur & Heilen 9/2005
Teil 1

Wenn uns die Galle plagt, der Magen drückt, die Nase läuft - sind wir da nicht beim Arzt besser aufgehoben als bei einem Poeten? Der Lyriker mag uns auf den Flügeln der Phantasie mitnehmen und auf einem fliegenden Teppich aus wohlgesetzten Worten hinwegtragen, aber doch sicher nicht kurieren? Wenn wir uns da nur nicht täuschen. Man denke etwa an Justinus Kerner (1786 - 1862), den Dichterarzt aus Heilbronn. Er hat erstmals das Johanniskraut als Mittel gegen Depressionen beschrieben, eine Entdeckung, die erst heute richtig gewürdigt werden kann. Und rechtzeitig zum 200. Todestag von Friedrich Schiller ist man darauf aufmerksam geworden, dass der große Dramatiker und Balladen-Dichter zu den "Vätern der Psychosomatik" zählt. Als ausgebildeter Arzt hat er vor genau 225 Jahren eine ganz moderne Form der Leib-Seele-Medizin begründet, die gerade in unseren Tagen Anlass zu großen Erwartungen gibt.

Auch bei den Krankheiten kann man große, mehr oder weniger deutlich abgegrenzte Epochen unterscheiden:

1. Zuerst dominierten Infektionsleiden. Sie verkürzten noch das Leben unserer Urgroßeltern ganz empfindlich, ob nun durch unkontrollierbare Wundinfektionen oder Pocken, Tuberkulose, Pest, Typhus, Ruhr, Cholera, später dann Syphilis und viele andere mikrobiell verursachte Übel.
2. Dann schloss sich - still und leise in Verbindung mit dem Aufkommen der Ernährungsindustrie - eine Ära der chronischen Leiden an, deren verderbliche Schatten auch noch unsere Tage verdüstern. Man bedenke: Weder auf die Herausforderungen durch Herz-Kreislauf-Leiden, noch im Hinblick auf Allergien, Diabetes, Rheuma oder Krebs hat die moderne naturwissenschaftliche Medizin ursächliche, erfolgreiche, risikoarme Antworten gefunden.
3. Nun macht sich eine Welle breit, die uns deshalb sehr nahe geht, weil sie den Kernbestand der menschlichen Existenz berührt: Eine Welle an teilweise neuartigen psychosomatischen Leiden, Krankheiten also, an denen unsere Seele und ihre Nöte zu erheblichen Anteilen mitbeteiligt sind. Alle internationalen Studien und ganz aktuelle Veröffentlichungen (u.a. der "Gesundheitsreport 2005" der DAK sowie statistische Auswertungen an der Berliner Charité) ergeben alarmierende Zuwachsraten, also eine "dramatische Zunahme des Patientenaufkommens in diesem Bereich" (Prof. Burghard Klapp).

Dieser neuen "Epidemie" werden wir nicht mit Betablockern oder Kernspintomographen begegnen können. Dafür sind feinere, sehr viel sensiblere Instrumente notwendig, ursprünglichere Ansätze der Einfühlung. Und dazu lohnt es sich dann auch, beispielsweise bei Schiller nachzuschlagen.
Doch um was geht es nun bei dieser in jüngerer Zeit so heftig aufflammenden Gruppe von Krankheiten, die uns zwar keine Lebensjahre, wohl aber reichlich Lebensqualität zu rauben in der Lage sind? Der folgende kleine Ausflug in die vielgestaltige Welt der körperlichen "Leiden, die aus der Seele kommen", will hier das weite Feld ein wenig ausschreiten.

Der Kosmos der Psychosomatischen Erkrankungen

Die Leiden selbst sind alles andere als neu. Sie begegnen uns in allen Kulturen und Zeitaltern. Neuerdings firmieren sie auf dem Diagnosezettel der Ärzte als "Psychovegetative Erkrankungen", vegetative Dystonie, vegetative Labilität, Neurasthenie. Ihre Besonderheit: Mitspieler sind hier immer und ausdrücklich Psyche (Seele) und Soma (Körper), die Beschwerden nehmen ihren Ausgang von körperlichen Prozessen gleichermaßen wie mentalen.

Die verschiedenen Kategorien psychosomatischer Leiden

1. Die eigentlichen psychosomatischen Leiden: so genannte funktionelle Störungen von Organen (häufig im Bereich des Darmes, der Verdauungsdrüsen), ohne erkennbaren krankhaften Befund ("organpathologische Veränderungen"). Die Organe treten gewissermaßen zum Warnstreik an, sind aber (noch) nicht zur offenen Rebellion übergegangen. Beispiele: Reizdarm und Nasenschleimhautentzündung/ allergischer Schnupfen (Rhinitis vasomotorica).

2. Eine weitere Hauptgruppe psychosomatischer Störungen betrifft bereits ausgeprägte Krankheitsbilder, gekennzeichnet durch Schädigungen an Organen, die ihrerseits aber einen ziemlich klar erkennbaren psychischen Anteil haben, also nachweislich durch seelische Faktoren in ihrer Dynamik wesentlich bestimmt werden. Beispiele: Neurodermitis, Nesselsucht (Urtikaria) u.ä.

3. Ängste, Depressionen, Zwangserkrankungen: Hier dominiert die wahrgenommene psychische Störung (körperliche Erscheinungen bilden gewissermaßen die Begleitmusik).

4. Schließlich umfassen die psychosomatischen Erkrankungen auch jene körperlichen Leiden wie etwa Kontaktdermatitis (z. B. Nickelallergie), bei denen sich zusammen mit den Organveränderungen gleichzeitig eine Reihe von psychischen Symptomen einstellt (somatopsychische Erkrankungen). Welch unüberschaubare Komplikationen sich hier auftun können, zeigt der Blick auf einige weit verbreitete Beschwerden, so etwa Asthma (Anfallsleiden, Behinderung der Atmung), akute und chronische Geschwüre (Magen, Dünn- und Dickdarm: Morbus Crohn, Colitis ulcerosa), das quälende Reizdarmsyndrom oder die durchaus ernst zu nehmende Rheumatoide Arthritis. Auch Leiden wie das Restless-Legs-Syndrom, klimakterische Beschwerden oder Schlafstörungen und nicht zuletzt der Bluthochdruck, die Nr. 1 unter den Todesursachen, gehören teilweise in diese Reihe. Oder man denke an relativ neue Krankheitsbilder wie Fibromyalgie, einen Komplex von "im Körper vagabundierenden Schmerzen" vor allem der Muskulatur, des Bindegewebes und der Knochen. Als besonders empfindlich haben sich hier die so genannten "Tender Points" erwiesen, Druckschmerzen an 18 bestimmten Punkten. Verbunden ist dies alles mit "psychischen Störungen wie depressiven Verstimmungen sowie funktionellen oder vegetativen Symptomen, für die es keine erkennbaren Ursachen gibt".

Das Herz als Seismograph für seelische Erschütterungen

Der Mensch vermag "an gebrochenem Herzen" zu sterben. Überliefert sind solche Fälle in großer Zahl. Beispielsweise bei der Mitteilung über den Unfall oder Tod eines nahestehenden Menschen. Kann seelischer Aufruhr also dafür verantwortlich sein, wenn das Herz des Empfängers einer schlechten Nachricht "vor Schreck stehen bleibt"? Die Kardiologen wehrten sich lange Zeit gegen solche "laienhaften" Deutungen. Solchen Unglücksfällen, wenn sie sich denn tatsächlich ereigneten, müssten stets Vorschädigungen, beispielsweise durch eine bereits aufgetretene Verengung der Herzkranzgefäße (Arteriosklerose), vorausgegangen sein.
Ganze Expertengenerationen haben sich und ihre Patienten in dieser Hinsicht getäuscht. Neueste Untersuchungen der Johns-Hopkins-Universität, Baltimore, konnten nämlich zeigen, dass es wirklich die psychische Komponente ist, die bei solchen Ereignissen das Lebenslicht so abrupt ausbläst. Denn seelische Erschütterung schlägt sich körperlich darin nieder, dass das Blut urplötzlich von einem ganzen "Schwall von Stresshormonen" (sog. Katecholaminen) überflutet wird. Offensichtlich kommt es dabei dann vor, dass die unvermittelte Kaskade an Botenstoffen das Organ aus dem Takt bringt und sogar zu lähmen vermag. Dies äußert sich in herzinfarktähnlichen Symptomen mit nicht selten tödlichem Ausgang. Davon sind übrigens besonders Frauen bedroht.

Dieses Leiden hat noch keinen wissenschaftlichen Namen, denn auf ein "gebrochenes Herz" kann man sich in der eher prosaischen Forschungsgemeinde natürlich nicht einigen. Dort spricht man lieber von "stressbedingter Kardiomyopathie". Aber die Aufnahme in den inzwischen mehr als 30.000 Leiden umfassenden Kanon möglicher menschlicher Gebrechen steht vor der Tür, und damit erhält eine weitere psychosomatische Krankheit ihren offiziellen Segen - ein eindrucksvoller weiterer Beleg für die enge Schicksalsgemeinschaft von Leib und Seele.

Was lässt heute die Seele so sehr darben?

Die Gründe dafür sind in der emotional-spirituellen Entwurzelung des modernen Menschen zu suchen. Der Psychiater, Psychologe und Lehrbeauftragte der Universität Ulm, Dr. med. Christian Dogs, hat diesen Zusammenhang treffend auf den Punkt gebracht, indem er darauf hinwies, dass so gut wie alle Menschen "nicht die Fähigkeit entwickelt haben, ihre tiefen Gefühle wahrzunehmen, sie spüren schon gar nicht mehr ihre Angst, ihre Verzweiflung, ihre so genannte Schwäche, und sie verlieren den Kontakt zu ihren Sehnsüchten". Es dominiert das Besitzstreben, die Jagd nach Erfolg und Statussymbolen, und "dabei bleiben die wirklichen Sehnsüchte, beispielsweise nach Geborgenheit, nach Zärtlichkeit, nach Liebe und Vertrauen unberücksichtigt". So haben denn viele psychosomatischen Krankheiten letztlich "ihren Ursprung in der Anonymität des gesellschaftlichen Umgangs miteinander und in der Beziehungslosigkeit von Menschen".
Ausdruck dafür sind z. B. die Magersucht, Bulimie sowie Fettsucht und vielfältige andere Facetten süchtigen Verhaltens. So weist momentan bei Menschen im fortgeschrittenen Alter gerade die Medikamentenabhängigkeit deutliche Zuwachsraten auf. Hilfe bieten hier als Pioniere besondere Einrichtungen wie die Fachklinik Wibertshöhe mit speziellen "50+-Gruppen" an (Bad Hersfeld).

Der Chronifizierung vorbeugen!

Auch wenn es ausdrücklich heißt: "nur funktionell!", muss man trotzdem rechtzeitig etwas gegen die Beschwerden tun. Denn eines der schlimmsten und am wenigsten beachteten Phänomene im Hinblick auf eine mögliche langfristige Schädigung ist das Problem der Chronifizierung von Beschwerdebildern. Besonders einschneidend geschieht dies bei Schmerzen. Hier muss man auch die bloßen Symptome bekämpfen. Wer nichts dagegen tut, riskiert, dass sie sich festsetzen, sich verselbständigen und uns auch dann noch plagen, wenn die eigentliche Ursache für ihr Auftreten (z. B. nervöse Verspannungen) gar nicht mehr besteht.

Was der Seele und dem Körper hilft

"Sanfte Therapien" als Kernstück eines ganzheitlichen, nachhaltigen Lösungsansatzes
Kaum ein ernst zu nehmender Forscher und Mediziner wird heute bestreiten, dass seelische Regungen und körperliche Beschwerden sowie Begleiterscheinungen wie Schmerzen eng miteinander verwoben sind.
Trotzdem hat es die psychosomatische Medizin weiterhin schwer, ihren Platz innerhalb der medizinischen Lehrbücher zu behaupten oder zu erobern. Man verweist dort lieber auf Tabletten, Spritzen oder Infusionen, allenfalls treten ihnen auch einmal physio-therapeutische Anwendungen an die Seite. Warum ist das so und kann auch gar nicht anders sein? Ganz einfach deshalb, weil es sich bei der Psychosomatik eigentlich um Naturheilkunde handelt. Der "göttliche Uhrmacher", um mit Friedrich Schiller zu sprechen, bedient sich bei Reparaturen rein biologischer Mittel. Hier kommt ein ganz anderes, dem herrschenden Paradigma diametral entgegengesetztes Verständnis von Krankheit und Gesundheit zum Tragen, ein alternatives Deutungsmuster zur Erklärung und Beseitigung von Beschwerden.

- Ein anderer Zugang zu Symptomen: Sie werden nicht als Ursache des jeweiligen Leidens begriffen, sondern stellen üblicherweise nichts anderes dar als "eine Antwort des Körpers auf ein krankmachendes Agens, seien es psychische Verletzungen, Erreger, Gifte oder Medikamente". Die Krankheit wird nicht als großer Feind ausgemacht, den es mit allen Mitteln zu eliminieren gilt. Denn Vieles, was uns quält, ist nur der "Ausdruck eines regulativen Selbstheilungsversuchs". Dieses Bemühen, oft unzureichend und nicht genug durch unsere Lebensführung unterstützt, gilt es zu fördern.

- Appell an die Selbstheilungskräfte: Wir sind aus uns selbst heraus fähig, immer wieder auftretende Beschwerden zu überwinden. Es bedarf oft nur kleiner unterstützender Anstöße (Hochleistungswirkstoffe der Orthomolekularen Medizin, homöopathische Signale, Impulse aus Heilpflanzen z. B.), um gestaute Energien freizusetzen. Die Zahnräder der Eigenregulation greifen dann wieder passgenau ineinander, und den Rest erledigt der "Innere Arzt".

- Natürliche Vielfalt an Therapien: Als hilfreich bewährt sich deshalb alles, was unsere Aktivität herausfordert und dadurch die natürlich in uns angelegten Rhythmen (Biorhythmus) und Regulationsmechanismen stärkt. Deshalb erweisen sich bei psychosomatischen Störungen die ursprünglichen Natur-Arzneien als umfassend heilsam: Licht, Luft, Klimareize, stoffwechselaktive Substanzen aus der Ernährung und besonderen Heilpflanzen sowie Sport bzw. Ausdauerbewegung an der frischen Luft. Erfreulich dabei: Das alles ist (fast) kostenlos zu haben, oft immer noch in erstaunlich hoher Qualität und Reinheit, z. B. bei einem Urlaub in Hochgebirgsregionen oder an der See. (Lesetip: Naturheilverfahren und Psychosomatik von Dogs und Maurer)

Sprechstunde bei Doktor Friedrich Schiller

Schiller hat beides erfahren müssen: Schwere somatische Leiden machten sein Leben immer wieder zur Hölle, ohne ihn brechen zu können und seine Schöpferkraft versiegen zu lassen. Oft war er sich aber auch darüber im klaren, wie sehr äußere Lebensumstände und innere Bewegkräfte die körperliche Ordnung zu stören vermochten. Ein "behagliches", sorgenfreies Leben war dem Genie kaum je vergönnt. Der Schatten nahen Todes fiel schon 1791 auf ihn, als er von bösen "katarrhalischen Fiebern" ergriffen wurde und in eine tiefe Ohnmacht stürzte. Im Nachhinein werden u.a. (damals in unseren Breiten durchaus vorkommende) Malaria und Tuberkulose vermutet. 1793 erschienen gar Meldungen über seinen Tod und Nachrufe, die er, wieder etwas erholt, erheitert zu Kenntnis nahm. Die Behandlung bestand in Aderlässen, dem Anlegen von Zugpflastern, Wein, Abführ- und Brechmitteln. Von Herzog Carl Eugen bekam er zum Zweck der Rekonvaleszenz beispielsweise ein halbes Dutzend Flaschen Madeira geschickt. Manche dieser Anfälle dauerten fünf Stunden. Dann griffen die Ärzte auch zu Opium in hoher Dosierung, Kampfer mit Moschus, Klistieren - und wieder zu Blasenpflaster sowie Aderlässen an den Füßen. Bei einigen dieser schweren Anfälle standen dem Dichter berühmte Ärzte seiner Zeit zur Seite - wie etwa Prof. Johann Christian Stahl aus Jena. Andererseits war Schiller selbst auch ein typischer "Psychosomatiker", sprach in vielen Briefen von der tief in ihm angelegten Melancholie, ja "hypochondrischen Verfinsterung" und litt unter einer Vielzahl von "körperlichen Gebrechen, die fast immer einhergingen mit trüben Stimmungen", wie Jörg Aufenanger, einer seiner Biographen, berichtet. Und der Dichter äußerte dazu hellsichtig: "Das genaue Band zwischen Körper und Seele macht es unendlich schwer, die erste Quelle des Übels ausfindig zu machen, ob es zuerst der Körper oder in der Seele zu suchen ist", so eine kleine Passage aus seiner "psychosomatischen Studie".

Das faszinierende "seelische Gravitationsgesetz" des Dr. Friedrich Schiller

Der Dichter hat uns modernen Menschen des 21. Jahrhunderts viele Lektionen zu erteilen. So etwa müssen wir die erhabene Freude, den "Götterfunken" wieder entdecken, im Kontrast zum banalen Spaß (die Heiterkeit geht hier meist auf Kosten anderer) oder den Stellenwert der Freundschaft ("Die Bürgschaft"). Beginnen sollten wir die Nachhilfe aber am besten mit Schillers "Philosophie der Liebe" als einem "kosmischen Prinzip" (Dr. Safranski) und Baustein oder "Kitt" für körperlich-seelisches Wohlbefinden und ein gelungenes Leben. Dies war erklärtermaßen gegen den schon damals erkennbaren "robusten Körpermaterialismus" und in Abgrenzung gegen einen sich ausbreitenden Nihilismus in Gesellschaft und Medizin gedacht.

Das, was die "Maschine" Körper beseelt, ist die Liebe in einem allgemeinen und umfassenden Sinne. Die Welt mit ihren Augen zu sehen ist, so der junge Schiller, eine Art mystisches Wahrnehmen und Erleben, insofern wir dabei die Wirklichkeit in ihrer Totalität erkennen und nicht nur, wie es die Wissenschaft tut, zu begreifen versuchen.
Die Liebe hat für Schiller in diesem Zusammenhang den Rang eines Naturgesetzes. Er kommt bei seinen Überlegungen zu geradezu visionären Einsichten und ahnt die Gefahren voraus, die aus dem Verstoß gegen die Gebote der geistigen Natur resultieren müssen: Denn, wenn der Mensch sich daran versündigte, "wie bald würde das Band der Wesen zerrissen sein, wie bald das unermessliche Geisterreich in anarchischem Aufruhr dahintoben, ebenso als die ganze Grundlage der Körperwelt zusammenstürzen, als alle Räder der Natur einen ewigen Stillstand halten werden, wenn das mächtige Gesetz der Anziehung aufgehoben würde". Wer denkt da nicht an den Verlust an Religiosität (Bindung), den Zerfall der Familien, die Orientierungslosigkeit des modernen Menschen, Entsolidarisierungstendenzen in der Gesellschaft... Alles ganz wesentliche Quellen für das beängstigend wachsende Phänomen der psychosomatischen Leiden.
Das, was bei Newton als Gravitation die Grundlage aller materiellen Phänomene und der Ausdifferenzierung der Erscheinungswelt bildet, repräsentiert für Schiller im geistigen Bereich die Liebe gewissermaßen als "seelische Gravitation" (Dr. R. Safranski).

Nutzen Sie die Macht der Gedanken

Die Art und Weise, wie wir der Welt innerlich gegenübertreten, unsere Gedanken und Gefühle, die das Handeln vorbereiten, begleiten, nachbereiten, steht im Zentrum vieler körperlich-seelischer Befindlichkeitsstörungen genauso wie der schweren chronischen Leiden. Gerade Friedrich Schiller wusste erklärtermaßen um die fast grenzenlose Macht des Geistes. Er war deshalb so überzeugt von der Notwendigkeit, das Erhabene gegenüber dem Banalen zu behaupten, weil er wusste, dass das Seichte nicht nur ärgerlich oder peinlich ist, sondern sich materiell niederschlägt und das Edle im Menschen beschmutzt, gar zum Verlust an Würde führt.
Dementsprechend müsste die moderne Medizin einige ungewohnte Begriffe neu für sich entdecken. Beispielsweise dadurch, dass man den Körper weniger als Ansammlung von Geweben und Organen ansieht, sondern als Tempel, dem jeder von uns auch Opfer bringen muss, was den Lebensstil angeht, wenn er uns im Gegengeschäft Gutes tun soll. Hier gilt das Wort der spanischen Mystikerin Theresia von Avila (1515 - 1582): "Wir alle sollten unseren Leib so pfleglich behandeln, dass darin zu wohnen für die Seele eine Lust bedeutet."

Faszinierende Phänomene der Seele

Wie eng die Leib-Seele-Verbindung tatsächlich ist, zeigt besonders eindrucksvoll das bislang wenig beachtete Phänomen der "Psychosomatischen Plastizität". Geprägt wurde der Begriff vom amerikanischen Wissenschaftlicher Thomas X. Barber, nachdem er beobachtet hatte, dass bestimmte Menschen in der Lage waren, "durch Gefühle, Erinnerungen, Gedanken und Vorstellungen ihren Blutdruck, ihre Körpertemperatur und Immunreaktionen merklich zu beeinflussen". Im engeren Sinn versteht man darunter also die ausgeprägte Fähigkeit, Bewusstseinsakte in physiologische Fakten umzusetzen, sie gewissermaßen Gestalt gewinnen zu lassen. In beschränktem Rahmen ist jeder von uns ein solcher "Geisteskünstler". Als wahre Akrobaten in dieser Disziplin können etwa 4 % der Bevölkerung gelten (meist wissen sie gar nichts davon), und es fällt auf, dass diese "Elite" unter den Sensiblen auch besonders gut hypnotisierbar ist. Apropos Hypnose: Sie vermag möglicherweise als Vermittler zwischen Seele und Soma, Geist und Körper zu fungieren, und immerhin deutet eine "wachsende Zahl von Studien darauf hin, dass Hypnose eine unmittelbare Wirkung auf das Immunsystem hat" (Caryle Hirshberg).

Was lehrt uns die Psychosomatik?

Sie vermittelt ein umfassenderes, ganzheitliches Verständnis vom Wesen der Krankheit und jenem der Gesundheit (deren Voraussetzungen und Gesetzmäßigkeiten unsere eigentliche Aufmerksamkeit gelten sollte) - und damit ein stückweit mehr Wahrheit über uns ("Erkenne dich selbst") sowie die Möglichkeiten und Grenzen der invasiven Medizin. Außerdem treten die Notwendigkeiten einer wirklichen Heil-Kunde dadurch schärfer zutage. Aufgezeigt wird das ganze Spannungsfeld, innerhalb dessen sich Störungen körperlich manifestieren können, um uns dann Zug um Zug, Schmerz um Schmerz, die eingeborene Lust am Leben zu nehmen:

1. Psyche/Seele & Leib bilden, sowohl eine Einheit wie einen Dualismus, repräsentieren wesensmäßig verschiedene Prinzipien "unter einem Dach".
2. Auf uns (wechsel-)wirken auf diese Weise ständig eine Vielzahl ganz unterschiedlicher Faktoren ein, die unsere Lebenskraft stärken oder schwächen können. Darunter z. B.: Lebensumfeld, Lebensstil, Fehlverhalten von Ernährung bis Bewegungsmangel und Stress, Gifte wie Amalgam oder Lebensmittel-Zusatzstoffe. Wie wir mit all diesen nur beispielhaft ausgewählten Einflüssen zurande kommen, bestimmt über die große Frage "gesund oder krank" und - noch dramatischer - Sein oder Nichtsein!
3. Die Beschwerden und Warnsignale treten immer an der schwächsten Stelle (locus minoris resistentiae) zutage, z. B. der Herztätigkeit (Rhythmusstörungen), Sinnesorgane (Tinnitus), Kopfschmerz/Migräne, Rücken, Oberbauchbeschwerden, Sodbrennen, Durchfälle, Harnwege und Verstopfung, Entzündungen im Verdauungsbereich, Darm. Zugrunde liegt meist eine "Kommunikationsstörung". Dies zeigt sich neuerdings insbesondere beim Reizdarmsyndrom, das aktuelle amerikanische Forschungen auf Störungen der Verständigung zwischen dem "Bauchhirn" und dem Zentralnervensystem zurückführen. Beim Bauchhirn handelt es sich um ein komplexes Netzwerk an Nervenzellen, die im Darm angesiedelt sind und deren zentrale Bedeutung für wichtige biochemische Regulationen erst in allerjüngster Zeit vor allem durch die Forschungen des Neurophysiologen Prof. M. Gershon von der Columbia University erkannt wurde.

An der Einheit zwischen Leib und Seele ändern auch die neuen Erkenntnisse zum Magengeschwür nichts, die heute gern gegen das psychosomatische Modell ins Feld geführt werden. Zwar hat man im Keim Helicobacter pylori einen - somatischen - Verursacher des Leidens identifizieren können. Dies stellt aber nur die Teilerklärung für ein multifaktorielles Geschehen dar, an dem seelische Faktoren wesentlichen Anteil haben.
Erst durch die erweiterte naturheilkundliche Deutung des Krankheitsprozesses sowie eine spezifische, vertiefte, von Empathie getragene "Patient-Arzt-Beziehung wird diese vom Patienten schmerzlich empfundene Lücke geschlossen" (Dr. Ch. P. Dogs).
Welche Defizite sich im herkömmlichen Medizinalbetrieb in dieser Hinsicht auftun, zeigt "die große Abwanderungswelle von Patienten zu Paramedizinern und Heilern, die sich viel Zeit für die Patienten nehmen".
- Norbert Messing -
Verlag von Norbert Messing

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Quantenbewusstsein
Vortrag von Deepak Chopra

Während der MS empfahl mit mein Freund Simon das Buch "Die Körperseele" von Deepak Chopra (sh. Literaturliste, Buch und Link auf Chopra´s Seite). Das Buch handelt von Ayurveda. Als ich las, dass sich die Körperzellen regelmässig erneuern (wie auch in diesem Vortrag erwähnt), war mein Gedankengang, dass ich dann ja die "aufrührerischen" Immunzellen beruhigen könne, damit sie die neue Nachricht an die Nachkommen weitergeben können. Wenn sich mein Immunsystem ständig erneuert, warum sollte es nicht möglich sein, es "gesund zu programmieren". Vielleicht ein ziemlich "blonder" und "blauäugiger" Gedankengang (in meinem Falle im wahrsten Sinne des Wortes), aber letztlich muss ich heute sagen, genauso funktioniert es wahrscheinlich ja auch. Um zwei Ecken erhielt ich per Mail diese Übersetzung eines Vortrages von Deepak Chopra (wobei ich über diese Quantensache, die Neuropeptide, die Moleküle und diese Dinge erstmalig in dem Film "Bleep" gehört habe; in Bleep kommt auch eine Frau namens Candace B. Pert vor und eine Bekannte erzählte mir später, dass sie deren Buch "Moleküle der Gefühle" total gut findet. Ich habe es (noch nicht) gelesen, aber hier mal als Tip trotzdem.):

Ich hoffe, in der nächsten Stunde eine kleine Verschiebung ihrer Sichtweise zu bewirken. Was ich Ihnen verständlich machen möchte, ist das quantenmechanische Modell, nicht nur das Modell des menschlichen Körpers, sondern des Universums, das unser kosmischer Körper ist.

Unser wissenschaftliches Verständnis macht gegenwärtig einen Paradigmawechsel durch. Die Wahrnehmung dessen, was die wirkliche Natur unserer materiellen Welt ist, erfährt eine Verschiebung. Bisher gründete die Interpretation der materiellen Welt, einschliesslich unseres Körpers, buchstäblich auf einem Aberglauben, nämlich dem Aberglauben des Materialismus, gemäss dem die Sinneswahrnehmung dafür massgebend ist, was wir als Wirklichkeit erfahren. Natürlich sagt mir schon der gesunde Menschenverstand, dass das nicht wahr sein kann; schliesslich erfahre ich durch meine Sinne, dass die Erde flach ist, was ich natürlich nicht mehr glaube. Ich erfahre, dass ich auf fixem Boden stehe, dabei wissen wir, dass dieser sich schwindelerregend schnell dreht und mit einer Geschwindigkeit von mehreren tausend Meilen pro Stunde durch den Raum rast. Meine Sinneswahrnehmung sagt mir, dass die Sonne im Osten aufgeht, über den Himmel wandert usw., dabei gibt es bekanntlich dafür eine bessere Erklärung.

Vor etwa 20 Jahren führten Wissenschaftler an der Harvard Medical School ein Experiment durch; sie liessen eine Gruppe junger Kätzchen in einem Raum aufwachsen, in dem es nur horizontale Streifen gab, d.h. alle visuellen Reise waren horizontal. Eine andere Gruppe war in einem Raum mit rein vertikalen visuellen Reizen. Als ausgewachsene kluge Katzen konnte die eine Gruppe nur eine horizontale, die andere nur eine vertikale Welt sehen, und das hatte nichts zu tun mit ihrem "Glaubenssystem". Als man ihre Gehirne untersuchte, fehlten ihnen die interneuronalen Verbindungen für die Wahrnehmung einer vertikalen bzw. horizontalen Welt. In anderen Worten, die ursprünglichen Sinneseindrücke dieser Kätzchen hatten ihr neuronales System derart programmiert, dass schliesslich ein Nervensystem entstand, das sogar auf der atomaren Ebene nur noch eine Funktion hatte: die aufgrund der Sinneseindrücke gemachten ursprünglichen Erfahrungen immer wieder zu bestätigen und zu verstärken.

Das obige Phänomen bezeichnen die Psychologen als PCC = premature cognitive commitment, was so viel bedeutet wie: Auf frühkindlicher Sinneserfahrung beruhende Festlegung. Frühkindlich oder im Frühstadium, da es in einem entwicklungsbedingten biopsychologischen Stadium geschieht; kognitiv, da es die Sinne programmiert und Festlegung, das es uns in einer bestimmten Realität fixiert. Wir werden eingesperrt in dieser Realität, wir werden dazu konditioniert, in dieser Realität zu leben.

Von diesen Experimenten gibt es viele Variationen, d.h. diese PCC gibt es in allen Gattungen. Wir können ein einfaches Experiment machen mit Fliegen, die man in einen Topf sperrt, von dem man nach einiger Zeit den Deckel entfernt. Die meisten Fliegen, ausgenommen einige Pioniere, werden den Topf nicht verlassen können, auch wenn er nun offen ist; denn infolge ihrer ursprünglichen Sinneserfahrung erwarben sie ein PCC, demzufolge ihr Universum oben begrenzt ist.

Elefanten werden in Indien trainiert, indem man junge Tiere mit schweren Eisenketten an mächtige Bäume kettet. Nach und nach reduziert man die Stärke der Eisenketten; schliesslich lassen sich die Elefanten, nun ausgewachsene grosse Tiere, mit einem dünnen Seil an Äste anbinden, die nicht dicker als ein Weihnachtsbaum sind. Der Elefant ist nicht in der Lage zu entkommen, denn er hat eine Programmierung in seinem Geist-Körper, die ihn glauben macht, er sei in einem Gefängnis, respektive die Ketten seien unzerreissbar.

Gehen Sie zu einem Aquarium und reden sie mit den Leuten, die mit Fischen experimentieren, dann erfahren Sie, dass die Fische manchmal voneinander getrennt werden, indem man Trennwände aus Glas in die grossen Tanks einfügt. Nach einiger Zeit kann man die Trennwände entfernen; die Fische schwimmen so weit, wie es die Trennwände erlaubten, aber nicht weiter, denn in ihrem Geist-Körper befolgen sie ein PCC: bis hierher und nicht weiter.

Auf diese Weise könnte ich fortfahren und Ihnen weitere Beispiele nennen, die zeigen, dass unsere Sinneserfahrung in der Tat strukturiert wird, und zwar so, dass sie sogar die Anatomie und Physiologie unseres Nervensystems formt. Demzufolge dient unser Nervensystem letztlich zur einem Zweck: der Wiederholung und Festigung dessen, was nun zu einem Glaubenssystem geworden ist.

Die Redewendung "Ich glaube nur, was ich sehe", ist daher überhaupt keine physiologische Tatsache. Genau das Gegenteil ist wahr: Wir sehen (erfahren) nur, was wir aufgrund unserer Konditionierung glauben. Somit stellt sich die folgende Frage: was ist die Welt wirklich, wie sieht sie in Wirklichkeit aus, wie ist ihre wahre Beschaffenheit? Die Antwort lautet: es kommt ganz darauf an, wer sie anschaut oder erfährt, und mit welchem Sinnesapparat wir sie betrachten. Die Augenzellen einer Honigbiene etwa können Licht in der für Sie und mich normalen Wellenlänge nicht wahrnehmen, dafür jedoch ultraviolettes Licht. Wenn nun eine Honigbiene von weitem eine Blume "sieht", dann nimmt sie nur den Honig wahr, nicht aber die Blume. Eine Schlange würde von derselben Blume nur die infrarote Strahlung wahrnehmen; eine Fledermaus das Ultraschall-Echo. Die Augäpfel eines Chamäleons sind an zwei Achsen beweglich aufgehängt. Wir können nicht im entferntesten erahnen, wie dieser Raum hier für ein Chamäleon aussehen würde! Nun also, was ist die Welt in Wirklichkeit, wie sieht sie aus, wie ist ihre wahre Beschaffenheit?

Der Neurophysiologe und Nobelpreisträger John Eckles machte folgende Aussage: in Wirklichkeit gibt es keine Farben, keine Stoffe, keine Gerüche, weder Schönheit noch Hässlichkeit. Da draussen gibt es nur pure Energiesuppe. Es ist eine im Grunde genommen formlose, undefinierbare, fliessende Quantensuppe, aus der wir im Akt der Wahrnehmung in unserem Bewusstsein die stoffliche Welt konstruieren. Diese stoffliche Welt da draussen ist ein Feld unendlicher Möglichkeiten, das wir im Prozess der Wahrnehmung zu unserer vertrauten stofflichen Realität machen, sozusagen kristallisieren. Wir sind wie der sagenhafte König Midas, der die wahre Beschaffenheit der Dinge nicht erfahren konnte, da alles, was er berührte, zu Gold wurde. So erfuhr er nie, wie sich eine Rose, eine Liebkosung oder ein Kuss anfühlt.

In Wahrheit gibt es also nur diese formlose, fliessende Quantensuppe; die wir im Akt des Wahrnehmens zu unserer gewohnten Realität erstarren lassen. In unserem gewöhnlichen Bewusstseinszustand können wir die wahre Beschaffenheit der Wirklichkeit nie erfahren, denn wir versuchen, das Ganze anhand einzelner, bruchstückhafter Sinneserfahrungen zu verstehen. Da wir ausser diesen bruchstückhaften Sinneserfahrungen nichts haben, werden wir das Ganze nie verstehen. Wir einigen uns mehr oder weniger über unsere subjektiven Erfahrungen und nennen das dann objektive Wissenschaft. Es ist zwar nichts Objektives daran, aber wir denken es uns so! Wir nehmen an, dass der menschliche Körper aus Molekülen besteht, aus Materieteilchen, die aus irgendeinem unerklärlichen Grund umherschwirren, und dass diese dann ein Folge-Phänomen erzeugen, das wir Bewusstsein nennen. Das heisst, unsere Gedanken, Gefühle, Wünsche, Emotionen, Leidenschaften, Liebe, Hass, Gott, Himmel, Hölle, Sünde, Verdammnis, Erlösung, Erleuchtung beruhen auf umherschwirrenden Molekülen. Alles ist ein Tanz der Moleküle!

Aufgrund eben dieses materialistischen Aberglaubens und dieser materialistischen Sichtweise, die das Modell des menschlichen Körpers nur wie eine erstarrte Skulptur darstellt, entstand ein völlig materialistischer therapeutischer Ansatz. Das Resultat sind die Pharmazeutika und chirurgischen Verfahren, welche wir Zauberkügelchen nennen können. So hört man diese Ausdrücke wie "oh, wie tut das gut!", etwa wenn man unglaublich viel gegessen hat und dann ein paar Alkaseltzer nimmt. Nachts, wenn man nicht schlafen kann, nimmt man Schlaftabletten oder wenn Angstgefühle aufsteigen, nimmt man Beruhigungspillen, das verschafft einem Ruhe. Hat man eine Infektion, dann nimmt man ein Antibiotikum, so wird man die Infektion los; und wenn man Krebs hat, dann gibt es Chemotherapie, Chriurgie und Bestrahlung. Bei Schmerzen in der Brust schluckt man Nitroglycerin oder noch besser, man lässt eine Bypass-Operation machen!

Dies alles sind die Zauberkügelchen unseres gegenwärtigen medizinischen Systems, das auf dem Aberglauben des Materialismus beruht. Aber sie funktionieren nicht, es sind hauptsächlich Symptombehandlungen. Entweder verschleiern sie die Krankheitssymptome oder sie wirken auf den Krankheitsmechanismus irgendwie ein, während der zugrundeliegende Prozess weitergeht. Der Krankheitsmechanismus ist nicht dasselbe wie der Ursprung einer Krankheit. Dieser hat zu tun mit den elementaren Lebensprozessen wie Essen, Atmen, Verdauen, Stoffwechsel usw., hauptsächlich jedoch mit den Vorgängen im Bewusstsein, das sich durch eben diese Lebensprozesse ausdrückt. Wir können auf den Krankheitsmechanismus korrigierend einwirken, aber dann findet die Krankheit eben eine andere Art sich auszudrücken. Wir können die Vermehrung von Bakterien hemmen, letzten Endes züchten wir dadurch Antibiotika-resistente Organismen und riskieren, solche beim einem Spitalaufenthalt aufzulesen. Vor einigen Jahren kam bei einer Studie der California Medical Ass. heraus, dass in den Vereinigten Staaten jährlich über 100000 Personen wegen Antibiotika resistenten Organismen sterben, mit denen sie bei einem Spitalaufenthalt infiziert wurden. Zu jener Zeit war das mehr als das Zehnfache der durch das HIV- oder AIDS-Virus verursachten Todesopfer.

Was ist heute die häufigste Ursache für Drogenabhängigkeit? Es ist nicht der Stoff, den die Drogenbosse in Kolumbien produzieren, sondern das, was die Ärzte ganz legal verordnen. Gemäss einer Schätzung leiden 36 % der Patienten in unseren Spitälern an einer sog. akrogeneischen Krankheit, d.h. einer als direkte Folge einer biotechnische medizinischen Intervention erworbenen Krankheit. Der Besuch beim Arzt als Krankheitsursache?

In den USA und in Grossbritannien nehmen 80 % aller Leute täglich ein ärztlich verschriebenes Medikament ein. Und trotz der Tatsache, dass in den vergangenen drei Jahrzehnten mehr Personen in der Krebsforschung tätig waren, als es Krebskranke gibt, nimmt die Anzahl der Krebsfälle weiter zu. Es muss also etwas falsch sein am Modell. Nicht, dass biotechnisches medizinisches Eingreifen überhaupt nutzlos wäre, nein, es ist überaus nützlich in akuten Fällen. Aber was die Häufigkeit des Auftretens von Krankheiten oder die Sterblichkeitsrate von Krankheiten in bezug auf eine gegebenen Bevölkerung betrifft, erreichen wir mit der heute praktizierten Medizin nichts, wir verändern nur die Art, wie Krankheit in Erscheinung tritt. So haben wir keine Kinderlähmungs-, Pocken-, Masern- oder Diphtherie-Epidemien mehr, dafür sind degenerative oder geistige Störungen, Alzheimer, Krankheiten der Herzkranzgefässe, Krebs und verschiedene andere heimtückische Krankheiten an ihre Stelle getreten. Ärztliches Eingreifen hat das Erscheinungsbild der Krankheiten verändert, aber nichts bewirkt in bezug auf die generelle Morbidität und Mortalität.

Wenn Sie nun den menschlichen Körper so anschauen wie er in Wirklichkeit ist, dann sehen Sie sofort, wie es schon der griechische Philosoph Heraklit ausdrückte, dass dieser Körper nicht eine in Raum und Zeit fixierte, erstarrte Skulptur ist; er ist eher einem Fluss vergleichbar, einem aus Energie und Information bestehenden Fluss. Ein Fluss hat etwas Geheimnisvolles: wenn Sie ihn betrachten, dann sieht er zu verschiedenen Zeiten immer gleich aus, obwohl er in der Tat jedes Malneu ist. Heraklit sagte, du kannst nicht zweimal in den selben Fluss steigen. Ein Fluss ist ein klassisches Beispiel für das, was die indischen Rishis als Maya, Illusion, bezeichnen. Er verschafft Ihnen die Illusion von etwas, was in Wirklichkeit ganz anders ist. Er verschafft Ihnen die Erfahrung von Nicht-Veränderung, während er sich jedoch laufend verändert.

Wie bei einem Fluss, so können Sie auch nicht zweimal in dieselben Gebeine, Gedärme und Hauthüllen steigen, denn in jeder Sekunde ihrer Existenz wird Ihr Körper erneuert. Sie wechseln ihn leichter und spontaner als Sie ihre Kleider wechseln. Sie benützen zum Sitzen auf ihren Stühlen nicht dieselben Körper, mit denen Sie vor kurzem hereinspaziert sind. Sie können eine ganze Anzahl von Vorgängen heranziehen und feststellen, dass das buchstäblich so ist, zum Beispiel Essen, Atmen, Verdauen, Stoffwechsel, Ausscheidung und auch Bewusstsein. Mit einem einzigen Atemzug nehmen wir 10 hoch 22 Atome unseres Universums auf, das ist eine Zahl mit 22 Nullen. Diese beträchtliche Menge Rohmaterial aus dem Universum verteilt sich bin in die hintersten Ecken und Winkel unseres Körpers, bis in die Gehirnzellen, Herzzellen, Nierenzellen usw. Beim Ausatmen stossen wir 10 hoch 22 Atome aus, welche aus jedem Teil unseres Körpers kommen. Das heisst, dass wir buchstäblich Teile unseres Herzens und unseres Gehirns und unseres Nierengewebes usw. ausatmen, und so gesehen teilen wir miteinander andauernd und in intimer Weise unsere Organe - buchstäblich! Das ist nicht bildlich gesprochen, wir teilen miteinander im wahrsten Sinne des Wortes andauernd und in intimer Weise unsere Organe. Der amerikanische Dichter Walt Whitman sagte: Jedes zu dir gehörende Atom gehört auch zu mir. Und das ist ganz wörtlich gemeint.

Untersuchungen des menschlichen Körpers mittels radioaktiver Isotopen und gestützt auf mathematische Berechnungen haben zweifelsfrei ergeben, dass jetzt, gerade jetzt, in ihrem physischen Körper eine Million Atome zu finden sind, die einst im Körper von Christus waren oder in dem von Buddha, Leonardo da Vinci, Michelangelo oder Saddam Hussein! Nehmen Sie irgendeinen, der je auf diesem Planeten gelebt hat; in Ihrem physischen Körper kommt Rohmaterial vor, das in jenem physischen Körper war. Betrachten wir nur die drei letzten Wochen: 10 hoch 15 (eine Quadrillion) Atome gingen in dieser Zeit durch Ihren Körper, Atome, die früher einmal durch den Körper jeder lebenden Gattung auf diesem Planeten gingen; und innerhalb weniger als einem Jahr ersetzen Sie 98 Prozent aller Atome Ihres Körpers. Das bedeutet: Sie machen alle 6 Wochen eine neue Leber, alle 3 Monate ein neues Skelett, obwohl es so hart und solid erscheint, monatlich eine neue Haut, alle fünf Tage neue Magenwände. Sogar die Gehirnzellen aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff gab es vor einem Jahr noch nicht, und die ebenfalls auf den Rohstoffen Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff basierende DNA, welche die Erinnerungen von Jahrmillionen menschlicher Evolution speichert, entsteht und vergeht alle 6 Wochen, wie eine kurzlebige Knospe und Blüte. Und wenn Sie es genau nehmen wie ein Buchhalter, wenn Sie jedes Atom und jedes Stückchen Gewebe und jedes Tröpfchen mitzählen, dann kommen Sie darauf, dass in weniger als 2 1/2 Jahren Ihr ganzer Körper, jeder Teil davon, bis zum letzten Atom ersetzt wird. Wenn Sie denken: "Ich bin mein Körper", dann geraten Sie in Verlegenheit: welchen Körper meinen Sie eigentlich? Das diesjährige Modell ist nicht das selbe wie das letztjährige und auch nicht wie das vom letzten Monat. So stehe ich nun vor Ihnen mit meinem 1991er-Modell. Jeder Teil dieses Körpers, den ich benütze, um hier zu sein und mich auszudrücken, ist neu verglichen mit letztem Jahr und doch: etwas davon hat sich anscheinend nicht verändert, nämlich meine Hoffnungen, Erwartungen, Träume, Ideen, Konzepte, Meinungen, meine Philosophie und Ideologie, meine Überzeugungen. Diese hängen hier etwas länger herum als mein physischer Körper, meine Gedanken haben offenbar eine etwas grössere Lebenserwartung als meine Moleküle. Aber auch sie ändern sich natürlich, meine Gedanken wie auch meine Gefühle, sie kommen und gehen von Augenblick zu Augenblick; sie scheinen jedoch die physische Form meines Körpers zu überleben. Vielleicht kann man sagen, dass meine Gedanken und Gefühle sich fortwährend reinkarnieren als mein physischer Körper, im Hier und Jetzt, gerade jetzt. Meine Hautzellen erneuern sich jeden Monat, aber sie vergessen den Unterschied zwischen heiss und kalt nicht; ich habe neue Magenzellen alle fünf Tage, und sie sind in der Lage, Hydrochloridsäure zu produzieren; meine Geschmacksknospen werden alle fünf Wochen ausgetauscht, ohne dass sie den Geschmack von Erdbeereis vergessen. Und auch meine DNA, alle 6 Wochen neu, behält die Erinnerung an die ganze evolutionäre Entwicklung der Menschheit. Also ist mein Körper nur der Ort, den meine Erinnerungen jetzt gerade als "mein Zuhause" bezeichnen. Vielleicht ist DNA überhaupt nicht ein Ding, sondern Leben schlechthin, ein abstraktes Bewusstseinsfeld, das als Materie in Erscheinung tritt, das sozusagen die Materie als Maske trägt. Veilleicht ist der Körper nicht eine physische Maschine, die Denken gelernt hat, vielleicht ist es gerade umgekehrt: wir sind Intelligenz-Impulse, Gedanken, die gelernt haben, einen physischen Körper zu bilden. Dasselbe würde für das ganze Universum gelten.

Ist das plausibel? Wenn Sie einer Physikerin die Frage stellen würden, woraus besteht eigentlich das materielle Universum oder ein Körper? - was würde sie sagen? Ihre Antwort wäre: Ein Körper besteht aus Atomen und die Atome setzen sich aus Teilchen zusammen; diese sind jedoch nicht feste Objekte, sie sind nur Fluktuationen aus Energie und Information in einer grossen Leere von Energie und Information.

Wenn Sie den Körper mit den Augen eines Physikers anschauen, dann sehen Sie nichts anderes als eine riesige Leere, in der es ein paar verstreute Fleckchen und Pünktchen gibt und dazu einige zufällige elektrische Entladungen. Denn so ist eben der menschliche Körper: 99,999999 % davon wie auch das übrige Universum bestehen vor allem aus leerem Raum. Und das 0,000001 %, das uns als Materie erscheint, besteht ebenfalls aus leerem Raum! Also ist ALLES leerer Raum. Die Frage ist nur: was ist die wahre Natur dieses leeren Raumes? Ist es ein Leersein von Nichts oder könnte es etwa eine Fülle nicht-materieller Intelligenz sein? Unser innerer Raum, der mit erstaunlicher Kreativität alles mögliche hervorbringt: Richtig und Falsch, Gut und Böse, Wonne und Schmerz, alles was wir als gegeben hinnehmen und was das Leben lebenswert macht, was ist dieser innere Raum eigentlich? Vielleicht ist er nicht ein Leersein von Nichts, sondern in der Tat der Schoss der Schöpfung selbst. Er ist möglicherweise Teil eines Kontinuums, und zwar derart, dass es keinen Unterschied mehr gibt zwischen diesem inneren Raum und dem äusseren Raum.

Die Rishis in Indien untersuchten den menschlichen Körper und nannten ihn Chit-akash. Akash heisst Raum, chit heisst Bewusstsein, Gewahrsein; also voller nicht-materieller Intelligenz. Die Rishis waren der Meinung, das Bewusstsein sei das Primäre und die Materie sekundär. Das Bewusstsein erzeugt, steuert, konstruiert und wird Materie, einschliesslich der Materie, aus der unsere Körper bestehen.

In den vergangenen 25 Jahren haben die Wissenschaftler erstaunliche Entdeckungen gemacht und bewiesen, dass genau dies der Fall sein muss, denn es zeigte sich folgendes: wenn wir Gedanken und Gefühle haben, dann erzeugen wir gewisse chemische Stoffe in unserem Gehirn. Mangels eines besseren Ausdrucks nannte man sie Neuropeptide. Wenn wir Gedanken, Gefühle oder Emotionen haben, produziert unser Hirn gewisse chemische Substanzen, Neuropeptide genannt. Neuro, weil sie im Hirn gefunden wurden; Peptide, weil es sich dabei um proteinähnliche Moleküle handelt. Das bedeutet, dass ein Hirnteil mit dem anderen nicht in irgend einer menschlichen Sprache kommuniziert, wohl aber in der sehr präzisen Sprache der Neuropeptide, bei denen es sich um sehr präzise chemische Substanzen handelt. Sie können sich diese Substanzen auch als Schlüssel vorstellen, die nur in gewisse Schlüssellöcher passen. In den Zellwänden anderer Neuronen befinden sich kleine Rezeptoren, die diesen Schlüssellöchern entsprechen. Das ist die Art und Weise, wie Neuronen miteinander kommunizieren.

Man hat festgestellt, dass solche Rezeptoren nicht nur im Gehirn, sondern überall im Körper vorkommen, z. B. in den Immunzellen. Immunzellen beschützen uns vor Infektionen, Krebs und degenerativen Erkrankungen. Das bedeutet mit anderen Worten, dass die Immunzellen unseren inneren Dialog ständig registrieren. Wir können keinen Gedanken, kein Gefühl, keine Emotion haben, ohne dass die Immunzelle mit Hilfe der spezifischen Rezeptoren davon weiss. Diese Erkenntnis erhärtet die bereits ältere Annahme, dass die Immunzellen eines Menschen, der über eine sehr lange Zeit einen unverhältnismässig schweren Kummer zu tragen hat, auch "kummervoll" sind und dadurch anfälliger für Krebs, degenerative Erkrankungen usw. Diese Immunzellen führen den gleichen inneren Dialog wie die Hirnzellen, nämlich: "Lasst mich in Ruhe, ich will nicht gestört werden" und unternehmen nichts gegen Infektionen oder Krebs. In den Immunzellen gibt es nicht nur die Rezeptoren für die Neuropeptide; sie sind auch in der Lage, die gleichen chemischen Substanzen zu produzieren wie das denkende Hirn. Diese aufsehenerregende Erkenntnis bedeutet, dass die Immunzellen denken können; ihre Gedanken sind zwar nicht linguististisch strukturiert und können sich deshalb nicht in einer klaren Sprache ausdrücken, trotzdem werden die selben chemischen Codes produziert wie sie das Hirn herstellt, wenn es denkt. Die Immunzelle ist also ein kleines bewusstes Wesen. Fragt man einen guten Neurobiologen nach dem Unterschied zwischen einer Immun- und einer Hirnzelle, so wird er ihn nicht nennen können, weil eine Immunzelle wie ein wanderndes Neuron aussieht und das Immunsystem wie ein wanderndes Nervensystem. Und in den letzten 10, 15 Jahren hat man herausgefunden, dass dies nicht nur für die Immunzellen zutrifft, sondern auch für andere Zellen. Die Magenzellen produzieren die gleichen chemischen Substanzen wie das denkende Hirn, die Darmzellen, die Dickdarmzellen... Wenn wir also sagen: "Mein Bauch sagt mit dieses oder jenes", so ist das durchaus wörtlich zu nehmen, weil ja der Bauch die selben chemischen Substanzen erzeugt wie das denkende Hirn. Der Bauch kennt noch keine Selbstzweifel; deshalb sind diese "Bauchgefühle" vermutlich sogar reiner. Jetzt wissen wir also, dass wir einen denkenden Körper haben.

Wo man auch hinschaut, findet man das gleiche Phänomen: Herzzellen, Nierenzellen, Hautzellen produzieren die selbe chemische Substanz wie das Hirn. Wenn Sie sagen "Mein Herz ist schwer vor Kummer", dann ist ihr Herz buchstäblich mit traurigen chemischen Substanzen beladen; wenn Sie sagen "Ich könnte vor Freude platzen", dann ist Ihre Haut voll mit sehr glücklichen antidepressiven Molekülen, genannt Imipramin (? kann ich nicht richtig lesen). Der Gehalt an Interiucent und Interferon, beides Antikrebsmittel, steigt bei Freude und Heiterkeit - und nicht nur in der Haut und im Kreislauf. Auf der anderen Seite steigt bei Angst, Furcht und Zorn der Gehalt an chemischen Substanzen wie Cortison, Adrenalin oder Noradrenalin, die das Immunsystem zerstören. Unser Körper ist also buchstäblich eine Ansammlung von Ideen; er ist der physische Ausdruck eines Feldes, das mit sich selbst interagiert. Das Selbst macht Interpretationen für die Zellen, indem es diese chemischen Substanzen generiert, die überall und gleichzeitig im Körper auftreten. Sie breiten sich nicht etwa aufeinanderfolgend aus, sondern simultan im ganzen Körper. Wenn ich z. B. den Wunsch habe, Wasser zu trinken, dann wird, sobald ich auf diesen Gedanken komme, von den Hirnzellen die Substanz AT2 produziert, die mein Verhalten so beeinflusst, dass ich nach Wasser Ausschau halte. Gleichzeitig produziert ein anderer Gehirnteil, der Hypothalamus, AT2 und löst damit die Ausschüttung des Hormons ADH aus, das bewirkt, dass der Körper Wasser zurückhält. Gleichzeitig produzieren meine Nierenzellen AT2 und halten Wasser zurück. Meine Herzzellen, meine Hautzellen, produzieren es; mit anderen Worten, sobald ich die Idee habe, "ich brauche Wasser", so breitet sich diese Idee überall und gleichzeitig in meinem ganzen Körper aus, sie ist allgegenwärtig, allmächtig, allwissend. Während eines einzigen Augenaufschlags laufen sechs Trillionen Reaktionen ab, die alle aufeinander abgestimmt sind. Dieses Feld ist nicht lokalisierbar, da das, was wir Geist nennen, allgegenwärtig und in allen Zellen gleichzeitig vorhanden ist. Wenn Sie z. B. Ruhe erfahren, dann darum, weil Ihr Körper Valium produziert. Dieses Valium, ein präziser immuno-Modulator, der in allen Körperzellen gleichzeitig produziert wird, macht Sie im Unterschied zu dem von Hoffmann LaRoche verkauften Produkt nicht zu einem Zombie. Dieses Feld ist im Körper buchstäblich allgegenwärtig. Sie werden sich nun fragen, ob es denn auf den Körper beschränkt ist. Die Antwort lautet: nein, es ist nicht auf den Körper beschränkt, es dehnt sich darüber hinaus, es kann nirgendwo isoliert werden, nicht im Hirn und auch nicht im Körper. Es dehnt sich unendlich ausserhalb des Körpers aus, jenseits der Grenzen von Raum und Zeit.

Nach jahrelangem Forschen haben Wissenschaftler im Menschen eine Gruppe von Hormonen nachgewiesen, die sog. Pheromone (Duft-, Informations- und Lockstoffe). Vielleicht haben Sie schon von diesen Stoffen gehört; sie sind die genaue chemische Entsprechung unserer Emotionen, nur dass sie nicht auf den Körper beschränkt sind, sondern sich darüber hinaus ausdehnen. Es wurde bereits vor dieser Entdeckung mit Pheromonen experimentiert, vor allem an Tieren und Pflanzen. Dabei wurde z. B. folgendes beobachtet: Geht man in einen Wald und infiziert einen Baum mit Zigeunermotten, wird der Baum sofort Informationsstoffe in die Atmosphäre freisetzen und in ein paar Sekunden wird der ganze Wald wissen, dass da eine Zigeunermotten-Infektion droht und seine Alarmbereitschaft erhöhen. Auf diese Weise teilt ein Baum seine Wahrnehmung oder sein Wissen anderen Bäumen mit. Schauen Sie sich das geordnete Benehmen von Ameisen oder Bienenvölkern an, sie steuern es mit den Pheromon-Botenmolekülen. Termiten bauen im Dunkeln perfekte Termitenhügel, oft mit architektonisch perfekten Bogen. Auch sie kommunizieren mittels Pheromonen. In dieses Gebiet fällt auch das besonders grausame Experiment, das Stanford-Wissenschaftler mit Mäusen durchführten. Sie verabreichten ihnen Elektroschocks und entfernten sie nach einer Weile aus dem Labor. Dann brachten sie neue Mäuse hinein, die sofort in Panik gerieten und Cortison und Adrenalin produzierten. Sie hatten nämlich die Angst-Pheromone eingeatmet, welche die Mäuse während der Elektroschocks abgesondert hatten.

Alle Tierarten, einschliesslich der Menschen, scheiden Duftstoffe aus. Diese Pheromone sind tatsächlich das genaue Ebenbild unserer Emotionen, Gefühle und Gedanken. Als ich in diesen Raum kam und die gespannte Atmosphäre spürte, war Ihre Botschaft an mich nicht metaphorisch, sondern ausgesprochen direkt, denn im Raum waren Unruhe- und Angstpheromone. Wenn Sie sagen "Ich ging in dieses Heiligtum und spürte Friede, Liebe und Mitgefühl", dann ist das wortwörtlich zu verstehen. wenn Sie sagen, "Ich weiss nicht so recht, aber wenn ich diesen Kerl sehe, überläuft es mich kalt", dann ist das eine wörtliche Aussage. Der Philosoph Emerson machte den Ausspruch: Wer Du bist, dröhnt so laut in meinen Ohren, dass ich nicht verstehe, was Du sagst.
Jetzt kennen wir die physiologische Ursache dafür. Worauf ich hinaus will, ist, dass dank der Forschungsarbeit im Bereich Körper-Geist gezeigt werden konnte, dass der Geist nicht-lokal ist. Er ist nicht auf das Hirn begrenzt und nicht auf den Körper; er dehnt sich aus, er ist ein nicht-lokales, überall und jederzeit existierendes Informationsfeld im RaumZeit-Kontinuum. Dieses Feld kann an unterschiedlichen Stellen unterschiedlich erkenntnisfähig sein; an bestimmten Stellen kann das Bewusstsein sehr umfassen sind: totale Selbst-Erkenntnis. An anderen Stellen sind dem Bewusstsein Grenzen gesetzt, aber trotzdem ist dieses ganze Universum ein Bewusstseins- und Erkenntnisfeld. Auch das hat Bewusstheit: Wenn man ein Elektron aus seiner Schale springen lässt, wird es vermutlich in diese Schale zurückspringen. Das bedeutet, dass eine limitierte Erkenntnisfähigkeit vorhanden ist, nämlich die Eins-zu-Eins Stimulusreaktion. Je weiter Sie in der Evolutionshierarchie von Leben zu Leben emporklettern, desto vielfältiger werden die Reaktionen auf den gleichen Stimulus; hinauf zur Tierwelt, weiter zum menschlichen Nervensystem und endlich zum selbsterkennenden menschlichen Nervensystem, durch das sich das Universum seiner selbst bewusst wird. Wir sind diese selbsterkennenden Wesen, durch die das Universum seiner selbst bewusst wird. Man könnte auch sagen, dass das Universum durch das erleuchtete menschliche Nervensystem seiner selbst bewusst wird. Aber das gesamte Universum ist dieses Feld geistiger Wachheit, das an unterschiedlichen Stellen unterschiedlich intensiv erkenntnisfähig ist. Bewusstsein kreiert auf diese Weise nicht nur unseren menschlichen Körper, sondern auch den kosmischen Körper, den wir "Umwelt" nennen. Nur durch das Artefakt unserer sensorischen Wahrnehmung erleben wir uns getrennt vom kosmischen Körper. Ich habe also einen persönlichen Körper und einen kosmischen Körper, die beide von entscheidender Bedeutung für mein überleben sind.

Das ist also das neue, wissenschaftlich fundierte Paradigma. Es ist auch die Grundlage von Ayurveda, der heutzutage wieder hochaktuelle ist. Er sagt folgendes aus: Wie das Atom, so ist auch das Universum; wie der Mikrokosmos, so ist auch der Makrokosmos; wie der menschliche Körper, so ist auch der kosmische Körper; wie der menschliche Geist, so ist auch der kosmische Geist.

Wenn sich die Wissenschaftler manchmal vor diesem dummen Kosmischen Geist fürchten, dann beruhigen wir sie, indem wir sagen, dass wir gar keinen Kosmischen Geist brauchen, sondern dass es sich um ein nicht-lokales Informationsfeld mit auf sich selbst Bezug nehmenden kybernetischen Feedbackschlaufen handelt. Diese Antwort befriedigt die meisten Wissenschaftler!

Schauen wir also, wie wichtig das Gesagte für uns Lebewesen ist. Bedeutet es den Unterschied zwischen Gesundheit und Krankheit, zwischen Überleben und Tod? Lassen Sie mich über ein paar Experimente berichten, von denen ich denke, dass sie Sie faszinieren werden:

Vor ein paar Jahren führte ein Wissenschaftler namens Herbert Specter am National Institute of Health ein Experiment durch, bei dem er einigen Mäusen die chemische Substanz Poly-A-c injizierte, die das Immunsystem stärkt; gleichzeitig liess er sie Kampfer riechen. Nach einigen Malen stimulierten die Mäuse ihr Immunsystem automatisch, wenn sie Kampfer rochen. Er nahm eine zweite Gruppe von Mäusen, injizierte ihnen die chemische Substanz Cyclophosphamid, die das Immunsystem zerstört, und liess sie gleichzeitig Kampfer riechen. Nach einigen Malen zerstörten die Mäuse ihr Immunsystem automatisch, wenn sie Kampfer rochen. Wir haben also zwei Gruppen Mäuse: die eine riecht Kampfer und stimuliert das Immunsystem, die andere riecht Kampfer und zerstört das Immunsystem. Wenn man der einen Gruppe ein Karzinogen verabreichte, erkrankte sie innerhalb ein paar Wochen an Krebs und starb daran; wenn man sie mit Pneumokokken infizierte, so starb sie nach ein paar Wochen an einer Lungenentzündung. Die andere Gruppe erkrankte nicht. Was macht also bei diesen Mäusen den entscheidenden Unterschied zwischen Überleben und Tod aus? Es ist die Interpretation der Erinnerung an den Geruch von Kampfer. Noch einmal: Der entscheidende Unterschied liegt in der Interpretation der Erinnerung an den Geruch von Kampfer. Ist dieses Forschungsergebnis für uns Menschen relevant? Es ist sogar sehr relevant, weil wir uns gleich diesen Mäusen meistens wie Pavlow´sche Hunde verhalten, die beim Bimmeln einer Glocke anfangen zu geifern. Wir sind bestimmten Erinnerungen ausgeliefert, verknüpfen diese mit gewissen Stimuli und rufen die selben Reaktionen immer und immer wieder hervor. Wir werden die Opfer unserer Erinnerungen und die Tragödie dabei ist, dass mein Quälgeist von heute mein Überbleibsel von gestern ist.

Wir haben schätzungsweise 60000 Gedanken täglich. Das ist nicht weiter überraschend; was uns aber ein wenig beunruhigen könnte, ist die Tatsache, dass 95 % der Gedanken, die wir heute haben, identisch sind mit denen von gestern. Wir werden also buchstäblich zu Bündeln konditionierter Reflexe, die ständig auf irgendwelche Leute und Umstände mir voraussehbaren biochemischen Reaktionen und Verhaltensmustern reagieren. Wenn wir uns dieser Tatsache bewusst werden, dass sich unser Körper so sehr verändert, jährlich so oft erneuert, alle Atome in uns, weshalb leiden wir dann immer noch unter Arthritis, wieso ist der Krebs immer noch da, warum die Arterie immer noch blockiert? Die Antwort auf diese Frage ist, dass die Quantenströme und die intelligenten Muster, die diese physikalischen Antworten generieren, sich nicht ändern. Wenn Sie wirklich Ihren Krebs loswerden sollen, dann müssen sie den "Krebsgeist" austreiben. Der Krebsgeist ist nichts anderes als das Zellgedächtnis, ein Quantenfluss auf zellulärer Ebene. Sie müssen auf diese tiefe Ebene gehen, den ganzen Prozess beobachten und dann die intelligenten Muster umstrukturieren, die uns unsere physische Erscheinung geben. Wenn Sie wissen, wie es geht, dann können Sie nicht nur Krankheiten loswerden, sondern Sie können ihren Körper neu strukturieren (eigentlich tun Sie dies unbewusst ja sowieso die ganze Zeit). Stellen wir uns einmal ein Backsteinhaus vor, und dass wir jeden Backstein einmal jährlich ersetzen können. Da wir nun in der Vorstellung gefangen sind, das Haus in dieser Form sei das Einzige, was wir hervorbringen können, werden wir immer und immer wieder das gleiche Haus erschaffen. So restrukturieren wir z. B. durch die immer gleichen Intelligenzmuster die gleichen Muster einer biochemischen Herzerkrankung. In unserer Kultur stehen Herzerkrankungen als Todesursache an erster Stelle und es scheint, zumindest deutet dieses Experiment darauf hin, dass einfache Dinge wie Streicheln, Berühren, Liebkosen, Küssen und Sprechen den entscheidenden Unterschied zwischen Leben und Tod ausmachen können. Folgendes Experiment wurde kürzlich von der Universität Miami im Journal of Pediatrics of Florida veröffentlicht. Dabei wurden Neugeborene in zwei Gruppen unterteilt. Die eine Gruppe wurde in Kinderbettchen gehalten, die mit Öffnungen versehen waren, durch die ein Forscher das Baby dreimal täglich während jeweils 6 Minuten streicheln konnte. Man nannte das natürlich nicht streicheln, sondern Kinesthetic-Tactile-Petting-Stimulation, was frei übersetzt Streicheleinheiten verabreichen heisst, um ja das Wort "Liebe" nicht zu verwenden. Jedenfalls nahmen diejenigen Säuglinge, die dreimal täglich während fünf bis sechs Minuten Streicheleinheiten erhielten, bei gleicher Ernährung täglich 40-50% mehr an Gewicht zu als die anderen. Daraus folgerten die Forscher, dass es sich bei den "Streicheleinheiten" um eine kosteneffektive Methode handelte, da man damit pro Behandlung dreitausend Dollar sparen kann und die Kinder viel schneller aus der Behandlung entlassen werden können. Es gäbe unzählige weitere ähnliche Beispiele. Ich werde es bei diesem bewenden lassen.

Vor nicht allzu langer Zeit, vor ein paar Jahren erst, hat das Gesundheits- und Fürsorgedepartement des Staates Massachusetts eine Studie durchgeführt, die sich wieder einmal mit den Risikofaktoren für Herzerkrankungen befasste. Man kann sich natürlich fragen, weshalb eine weitere Studie zu diesem Thema für nötig erachtet wurde. Die Risikofaktoren sind ja längst bekannt: erhöhte Cholesterinwerte, Bluthochdruck, Diabetes usw. Der Grund dafür war, dass aus Statistiken hervorgegangen war, dass die Mehrzahl der Personen, die ihren ersten Herzinfarkt zwischen dem vierzigsten und fünfzigsten Altersjahr erleiden, keinen dieser Risikofaktoren haben. Was ergab nun diese neue Studie? Man fand heraus, dass der Risikofaktor Nummer eins für Herzerkrankungen Unzufriedenheit bei der Arbeit ist; wenn Menschen also ihre Arbeit nicht mögen. Risikofaktor Nummer zwei ist die innere Unzufriedenheit. So ging man auf die Strasse und stellte den Leuten zwei Fragen. Erstens: Magst du deinen Job? (in Indien würden wir sagen, bist Du im Dharma?) und zweitens: Bist du glücklich? Und wenn ein Mensch aufrichtig und ehrlich beide mit "Ja" beantworten kann, ist er vermutlich nicht gefährdet. Eine der erstaunlichsten Statistiken dieser Studie sagt aus, dass in der Westlichen Welt an einem bestimmten Wochentag mehr Menschen sterben als an allen anderen Tagen. Können Sie sich vorstellen, an welchem? Jawohl, am Montag. Und um wieviel Uhr? Genau! Am Montag morgen zwischen 8 und 9 Uhr sterben in unserer Zivilisation mehr Menschen an einem Herzinfarkt als zu jedem anderen Zeitpunkt. Das ist erstaunlich, verblüffend, aussergewöhnlich und einzigartig - eine Leistung, dien ur die menschliche Spezies vollbringen kann, denn vermutlich kennt kein anderes Tier den Unterschied zwischen Montag und Dienstag. Und was macht den Unterschied? Eine Idee, ein Begriff, nur eine Interpretation! Ich hoffe, es ist für alle ersichtlich, dass der Körper aus Ideen besteht, und auch das Universum ein Ideenfeld oder Ideenpool ist. Die Frage ist nun: Wer hat diese Ideen? WER oder WAS hat diese Ideen? Wo ist dieses EINE, das diese Ideen hat? Wenn Sie es im Hirn, im Körper suchen würden, wo würden Sie es finden?

Wilder Penfield (oder Walter Pennfield, kann den Namen nicht lesen) ist ein kanadischer Wissenschaftler, Neurologe und Nobelpreisträger. Er entfernte operativ Gehirntumore und andere Dinge, und wenn er das Gehirn geöffnet hatte, machte er eine kleine Untersuchung, indem er bestimmte Bereiche des Gehirns elektrisch stimulierte, um herauszufinden, wo sich der Kontrollpunkt im Hirn befindet. In einem seiner berühmtesten Experimente stimulierte er einen bestimmten Bereich des motorischen Cortex, als sich der Arm des Patienten plötzlich nach oben zu bewegen begann. Er sagte zum Patienten "Was ist los?" und der Patient antwortete "Mein Arm bewegt sich". Er fragte den Patienten "Bewegen Sie Ihren Arm?" und der Patient antwortete "Nein er bewegt sich". Da sagte er "Okay, bewegen Sie jetzt Ihren Arm in die andere Richtung" und der Patient bewegte seinen Arm sofort in die andere Richtung. Ganz gleich, was der Wissenschaftler auch unternahm, um den Befehlshaber zu lokalisieren, es gelang ihm nicht. Den Ort, wo der Befehl ausgeführt wird zu finden, ist einfach, das geschieht im motorischen Cortex. Jedoch jenen Ort, der den Befehl gibt, im Hirn zu finden, ist unmöglich. Man kann die Stelle lokalisieren, wo der Befehl ausgeführt wird, aber der Befehlsgeber kann nicht gefunden werden; er ist nicht lokalisierbar. Er ist zur gleichen Zeit überall und nirgendwo. Er ist der Denker hinter dem Gedanken. Er ist das Selbst, das mit sich selbst interagiert und Ideen generiert. Aber dieses Selbst befindet sich weder im Körper noch im Hirn. Es ist nämlich gleichzeitig überall im Körper, überall im Hirn und gleichzeitig nirgendwo. Es ist gleichzeitig überall und nirgendwo - alles zur selben Zeit. Und diese Kraft, die gleichzeitig überall und nirgendwo zur selben Zeit ist, dieses Selbst gehört nicht in den Bereich der Gedanken. Dieses Selbst liegt in der Lücke zwischen unseren Gedanken. Und es ist dieses Selbst, das Raum, Zeit, Materie und Energie kreiert. Wir denken, dass es dort draussen eine ewige Zeit gibt; aber jeder seriöse Wissenschaftler wird bestätigen, dass noch niemand die unabhängige Existenz der Zeit bewiesen hat. Seit 1913 hat nämlich kein respektabler Wissenschaftler mehr das Wort "Zeit" in den Mund genommen. Der Begriff, der gebraucht wird, ist Raum-Zeit-Kontinuum. Zeit, wie wir sie erleben, ist ein weiteres Artefakt unserer Sinneserfahrung. Es ist die Art und Weise, wie wir unsere Sinneserfahrung interpretieren. Wir metabolisieren Zeit genau so, wie wir jede andere Erfahrung umwandeln. Ich gebe Ihnen dazu ein paar Beispiele:

Vor ungefähr einem Jahr traf ich auf dem Flug von Boston nach London einen alten Freund. Wir hatten eine gute Zeit zusammen. Die Zeit verging wie im Fluge. Man sagte uns, dass der Flug sechs Stunden dauerte, aber für uns verging die Zeit im Nu. Wir vergassen zu essen, auf die Toilette zu gehen und zu schlafen. Bei unserer Ankunft hatten wir nicht einmal einen Jetlag (Ermüdungserscheinungen infolge Zeitverschiebung). All diese fixen biologischen Kreisläufe wie Essen, Schlafen, Wachen, Verdauen und Metabolisieren wurden aufgrund unserer individuellen Wahrnehmung, dass die Zeit wie im Flug verging oder dass wir eine schöne Zeit zusammen hatten, umstrukturiert.

Bestimmt kennen auch Sie Leute, die ständig sagen "Ich habe keine Zeit, mir läuft die Zeit davon", als ob Zeit eine physische Ware wäre, die sie in ihrer Tasche mitnehmen können und die ihnen ständig davonläuft, weil sie ein Loch in der Tasche haben. Sie schauen auf die selbe Uhr wie Sie und ich, aber ihre Uhren gehen viel schneller. Es gibt so viele Termine usw. usw. Wenn man solche Leute untersucht, sieht man, dass ihre biologische Uhr schneller läuft. Ihr Puls geht schneller, sie haben mehr Arrhythmien pro Minute, ihre Blutplättchen sind nervös, ihr Hormonspiegel (Insulin, Adrenalin, Cortison) ist hoch und manchmal fallen sie plötzlich wegen eines frühzeitigen Herzversagens tot um und dann ist ihre Zeit abgelaufen und sie haben keine Zeit mehr. Diese Menschen setzen das innere Erlebnis von "Ich habe keine Zeit, mir läuft die Zeit davon" in eine physische Tatsache um. Jemand, der scheinbar alle Zeit der Welt hat, ist biologisch komplett anders. Und natürlich kennen Sie den Ausdruck "Die Schönheit des Berges war atemberaubend - die Zeit stand still". Der Ausdruck "Die Schönheit des Berges war atemberaubend" ist höchst interessant. Weshalb? Wenn die Zeit still steht, dann steht der Atem still und die Gedanken kommen zum Stillstand. Und wenn die Gedanken zum Stillstand kommen und das Bewusstsein absolut still und ruhig wird, dann erleben wir Zeitlosigkeit. Die Zeit ist nämlich nichts anderes als die Bewegung von Gedanken. Zeit ist dasselbe wie jede andere Stimmung, Träumerei, Phantasie oder jede andere Bewusstseinsschwankung. Unser Bewusstsein ersinnt Zeit, gibt sie ans Hirn weiter und wir metabolisieren sie in den Körper, wo sie sich als Altern manifestiert.

Vor einigen Jahren las ich einen Bericht über eine Gruppe von ungefähr sieben deutschen Bergwerkarbeitern, die in einer Mine verschüttet wurden. Nur einer von ihnen hatte eine Uhr. Um seine Kameraden nicht allzu sehr zu beunruhigen, teilte er ihnen alle zwei Stunden mit, eine Stunde sei vergangen. Nach einer Woche wurden sie gerettet, alle lebend, bis auf denjenigen mit der Uhr. Er war zwar in der Lage gewesen, das kollektive subjektive Zeitempfinden zu ändern, sich selber konnte er jedoch nicht täuschen. Er hatte die ganze Zeit nur die Uhr im Kopf. Sie sehen - Zeit ist bloss ein Konzept und nicht die Realität. Im Vorwort des Bestsellers "Eine kurze Geschichte der Zeit" von Stephen Hawking macht Karl Seger die folgende Aussage: Stephen Hawking hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Geist Gottes zu verstehen und ist zum Schluss gekommen, dass wir in einem Universum ohne Anfang, ohne Ende, ohne Zeitbegrenzung und ohne räumliche Begrenzung leben.

Wenn Sie versuchen, das zu begreifen, sich das vorzustellen, werden Sie merken, dass es unmöglich ist, weil man etwas, was nie begonnen hat, weder begreifen noch visualisieren kann. Nehmen wir einmal an, dass ein Anfang existiert, und sofort taucht die Frage auf, was denn vor dem Anfang war. Wenn wir annehmen, dass es ein Ende gibt, müssen wir uns fragen, was denn nach dem Ende sein wird. Wir können auch davon ausgehen, dass das Universum irgendwo aufhört, dann müssen wir uns sofort die Frage stellen, was nach dieser Grenze kommt. Quantenphysik ist nicht nur sonderbarer als wir denken, sie ist sonderbarer als wir denken können! Unsere linguistisch strukturierte, sog. rationale und logische Denkweise ist ein Denksystem, das auf der sensorischen Wahrnehmung des Universums beruht. Und diese sensorische Wahrnehmung ist inkorrekt. In den Klauen dieser Art von Rationalität gefangen zu sein, ist das schlimmste Schicksal, das einem menschlichen Wesen widerfahren kann. Was Stephen Hawking beschreibt, die die Natur des Seins. Sein kennt keinen zeitlichen Anfang und kein zeitliches Ende, es ist nirgendwo und überall. Es drückt sich durch unseren Geist, unseren Körper und unsere Erfahrungen im Leben aus, aber man kann es mit den Sinnen nicht berühren. Man kann es jenseits der Gedanken erhaschen. Es gehört aber nicht zur Welt der Gedanken, sondern ist in der Lücke zwischen unseren Gedanken, der Stille zwischen unseren Gedanken.

Es gibt zu diesem Thema einen wunderbaren Ausspruch von Rumi, dem grossen Mystiker aus dem Mittleren Osten. Er sagt: "Jenseits der Idee von Gut und Böse liegt eine Wirklichkeit - dort werde ich Dich treffen." Rumi spricht also buchstäblich von diesem EINEN Feld jenseits der Gedanken. Es befindet sich in der Lücke zwischen unseren Gedanken, und manche Menschen gelangen z. B. während der Meditation dorthin. Es gibt auch andere Methoden, bei denen eine einfache Verschiebung der Aufmerksamkeit ein Erleben der Einheit von Beobachter und Beobachtetem ermöglicht. Wenn wir nämlich diese Einheit zwischen Beobachter und Beobachtetem und den Prozess des Beobachtens erfahren, erleben wir, dass sie in Wirklichkeit ein Einziges ist. Normalerweise ist das unmöglich, weil unsere Wahrnehmung durch Erinnerungen, Interpretationen, Klassifizierungen, Beschreibungen, Definitionen, Analysen, Evaluationen und Werturteile getrübt ist. Wir können nicht durch "Neugeborenenaugen" sehen. In den Shivasutras, einer der ältesten Schriften der Welt, finden wir den Ausspruch: Schau die Welt mit frischen Augen an, schau einen gewöhnlichen Gegenstand an, als ob du ihn zum ersten Mal sehen würdest. Wenn wir ein Objekt wie zum ersten Mal anschauen würden, so könnten wir sehen, dass der, der schaut, eigentlich der ist, welcher angeschaut wird. Manchmal machen Leute diese Erfahrung sogar zufällig.

Vor einigen Jahren hatte ich einen Patienten, der auf einem Nachbarhaus die Antenne reparierte. Dabei hob er ein Stück Kabel auf, das er für nicht geladen hielt, durch das aber über 12000 Volt flossen. Er starb auf der Stelle. Und wie stirbt man, wenn 12000 Volt durch das Herz fliessen? Ein Phänomen genannt "ventrikuläre Fibrillation" wird ausgelöst. Das Herz fibrilliert. Er fiel also vom Dache; aber wie es das Schicksal wollte, fiel er auf seine Brust, genau in dem Winkel, genau auf die Stelle, genau mit der Wucht, die es brauchte, um sein Herz zu defibrillieren. Eine ganz aussergewöhnliche Geschichte, so als ob Gott ihn gerufen und dann plötzlich seine Meinung geändert hätte. Das Ganze dauerte nur en paar Sekunden. Der Mann wurde vom Unfallort ins Spital transportiert und er sagte: "Mein Geist ging immer wieder zu dieser Lücke zurück." Er nennt diesen kleinen Vorfall, dieses kleine Zeitintervall die Lücke. Wir fragten: "Was war denn in dieser Lücke?" und er antwortete: "Dort war die reine, grenzenlose Freude. Es war reine Glückseligkeit." Wir sagten: "Sie waren es sich bewusst?" Er sagte: "Oh ja, ja, ich war mir bewusst." Wir fragten: "Wessen waren Sie sich bewusst?" Er sagte: "Ich war mir bewusst, dass ich bewusst war." Wir fragten: "Können Sie das etwas spezifischer erklären?" Er antwortete: "Ja, es war reines Gewahrsein. Das einzige, was ich sagen konnte, war: ICH BIN. Ich bin nicht dies, ich bin nicht jenes, einfach ICH BIN. Es war die Erfahrung meiner eigenen Unsterblichkeit, die Erfahrung von Ewigkeit. Es war die Erfahrung von Glückseligkeit, von reiner Freude. Ich ging dermassen darin auf, dass ich realisierte, dass alles andere nur ein Konzept ist. Und ich wurde ein für alle Male, total und gänzlich dieses Ding los, das die Menschen Angst nennen."

Das Erstaunliche an der Geschichte des Mannes war, dass der Oberschenkel dort, wo der elektrische Strom aus seinem Bein ausgetreten war, total verbrannt war. Sein Oberschenkelknochen lag frei, alles was man sehen konnte, waren zerfetzte Blutgefässe und Knochen. Im Spital dachte man, dass nicht nur sein Körper, sondern auch sein Hirn durchgebrannt sei. Er weigerte sich nämlich, sein Bein amputieren zu lassen, was die einzige angemessene Massnahme bei dieser Art der Verletzung gewesen wäre. Aber er sagte, dass er jetzt jederzeit in die Lücke gehen könne und zwar durch einen einfachen Dreh der Aufmerksamkeit. Er würde seine Aufmerksamkeit auf die Lücke richten und in sie hineingleiten. Dort würde er wieder diese reine Freude erleben und von dort aus seine Aufmerksamkeit auf das Bein richten, wo er anstatt des grauenhaften Schmerzes ein angenehmes Kitzeln wahrnähme. Und so ist ihm im Laufe zweier Jahre ein neues Bein gewachsen. Weshalb? Weil er an den selben Ort ging, von dem aus die Natur alles kreiert. Dieser EINE Ort ist in der Lücke zwischen unseren Gedanken. Es ist der nichtlokalisierbare Geist, aus dem die Natur alles gebiert. Die Natur geht zu diesem Ort um eine Galaxie, einen Regenwald oder einen neuen Gedanken zu kreieren.

Mit diesem Wissen können wir jetzt endlich die eigentliche Frage stellen: Wer sind wir? Sind wir lediglich ein Ego, eingesperrt in einem Beutel aus Haut und Knochen, oder ist da noch etwas Beständigeres und Umfassenderes? Der Rishi, der Seher sagt: Durch das Artefakt der sensorischen Interpretation habt Ihr Euch selber begrenzt, Euch buchstäblich auf Euren Körper beschränkt. Ihr habt Euch auf das Volumen eines Körpers und die Zeitspanne eines Lebens begrenzt und Euch Beschränkungen auferlegt, die völlig konzeptuell sind. Ihr habt Probleme kreiert wie Geburt und Tod, Freude und Schmerz, Richtig und Falsch, etc. Will man diese Beschränkungen hinter sich lassen, muss man sich erfahren, wie man wirklich ist. Und dann realisiert man, dass man nicht im Geist ist, sondern der Geist in uns ist. Dass wir nicht im Körper sind, sondern der Körper in uns ist. Dass wir nicht in dieser Welt sind, sondern die Welt in uns ist. Körper, Geist und Welt passieren uns, weil wir uns zufälligerweise dafür interessieren.

Ein Schüler fragte einmal seinen Meister: "Leben wir in der gleichen Welt? Du scheinst in einer ganz anderen Welt zu leben." Der Meister antwortete: "Ja, wir leben in genau der gleichen Welt. Der einzige Unterschied ist, dass du dich in der Welt siehst, und ich die ganze Welt in mir sehe."

Diesen Teil in uns zu finden, bedeutet das Feld selber zu finden. Und das Feld ist reine Potentialität. Das Feld ist kein Kontinuum oder ein Modell von Raum-Zeit-Ereignissen; das Feld ist reine Potentialität. Es ist das Kontinuum aller möglichen Energie- und Informationsstadien, die sich später als Raum-Zeit-Ereignisse manifestieren. Und dieses Feld, ich möchte das noch einmal betonen, ist in der Lücke zwischen unseren Gedanken. Es ist in der Lücke der Stille, die nicht lokalisierbar ist.

Wenn ich mit Euch spreche, befindet sich zwischen jedem Wort und jedem Gedanken eine Lücke. Ich könnte zum Beispiel sagen: "Ich werde jetzt diesen Raum verlassen." Oder ich könnte sagen: "Ich werde meine Schuhe ausziehen." oder "Ich werde Wasser trinken." Zwischen dem "werde" und dem nächsten Wort gibt es unendlich viele Möglichkeiten. Unendliche Möglichkeiten zwischen jedem einzelnen Wort. Stellen Sie sich vor: Unbeschränkte Möglichkeiten! Aus diesem Grund ist es ein nicht lokales Feld reiner Potentialität. Das Feld aller Möglichkeiten, das Kontinuum aller möglichen Raum-Zeit-Ereignisse.

Hier noch ein weiteres Beispiel dafür, was der Zugang zu dieser Lücke bewirken kann. Die Geschichte ist einem meiner Freunde, einem englischen Anthropologen zugestossen. Er arbeitete an einem Buch über Wale und war auf der Suche nach einer bestimmten Walart auf die Indonesischen Inseln gereist, um sie dort zu fotografieren. Nach drei oder vier Wochen erfolgloser Suche erzählte er einmal einem Dorfältesten, was er suchte. Der Dorfälteste sagte: "Kein Problem, wir haben hier ein zwölfjähriges Mädchen, das Dir den Wal beschaffen kann".
Am nächsten Tag setzte er sich also mit dem Mädchen an den Strand und es schloss seine Augen. Nach etwa zwanzig Minuten sah der Anthropologe mit Herzklopfen den Wal seiner Wahl am Horizont auftauchen. Und dann, so erzählte er mir, raste sein Herz, denn der Wal kam näher und näher und strandete schliesslich zu Füssen des Mädchens. Sie mussten die Dorfbewohner holen, um den Wal wieder ins Meer zurückzubefördern. Mein Freund suchte das Mädchen und fragte es: "Was hast du gemacht? Wie hast du das gemacht?" Es antwortete: "Oh, es war wirklich ganz einfach. Ich ging an den Ort, wo wir alle die gleiche Sprache sprechen und bat den Wal zu kommen."

Was ist das für ein Ort, an dem wir alle dieselbe Sprache sprechen? Es ist der Raum der Stille; unaussprechlich, erhaben, noch viel abstrakter; aber in Wirklichkeit sind wir dieses unaussprechliche, erhabene, fühlende Wesen. Und die sog. "materielle Realität" ist nur ein kleines Fragment dieses gewaltigen, erhabenen, unaussprechlichen, abstrakten, fühlenden Wesens.

Die Geschichte des Anthropologen geht noch weiter: Am nächsten Tag ging er mit dem Mädchen fischen. Sie nahmen ein Boot, fuhren hinaus, und alle paar Minuten steckte das Mädchen den Kopf ins Wasser und sagte "Fahren wir zehn Meilen in diese Richtung" oder "Fahren wir dorthin" und so fanden sie alle Fische, die sie suchten. Letztendlich konnte mein Freund nicht anders, er musste es ebenfalls probieren. Er steckte also seinen Kopf ins Wasser, bis er fast erstickte, tauchte wieder auf und sagte "Ich habe nichts gehört". Und das Mädchen, dieses kleine, zwölfjährige Mädchen erwiderte: "Eben das ist der Trick, die Stille zu hören. In der Stille ist der Raum aller Möglichkeiten".

Ich möchte meinen Vortrag an dieser Stelle mit einem kleinen Zitat von Franz Kafka schliessen. Kafka war ja im allgemeinen ein sehr deprimierender Schriftsteller, aber einmal brachte er eine brilliante Beschreibung des Weges zur Erleuchtung zu Papier (Übersetzung vom Deutschen ins Englische und zurück, daher vielleicht nicht ganz wörtlich dem Original):

Du brauchst dein Zimmer nicht zu verlassen.
Bleib einfach am Tisch sitzen und horche.
Horche noch nicht einmal, warte einfach.
Warte noch nicht einmal, sei still und allein.
Die Welt wird sich dir freimütig anbieten,
damit du ihr die Maske abnimmst;
sie hat gar keine andere Wahl,
als sich in Ekstase zu deinen Füssen zu rollen.

Nachtrag: Was im wissenschaftlichen Jargon Quantensuppe, nichtlokalisierbares Feld von Energie und Information, Leerer Raum unendlicher Möglichkeiten usw. genannt wird, entspricht dem altehrwürdigen Begriff GOTT. Mystiker, Seher und Meditierende aller Zeiten und aller Religionen haben diesen Gott auf ihre Weise "gesehen", erfahren oder sind mit ihm eins geworden. Sie mögen dieses EINE, Namenlose, Unaussprechliche Brahman, Sat Chit Ananda, Tao, Nirvana, Satori, Shunyata, Erleuchtung, Heiliger Geist, Christusbewusstsein, Allah oder sonst wie nennen; immer ist damit Gott, der Schoss der Schöpfung gemeint.

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Das Immunsystem und die Psyche - Visualisierung
Was die Abwehr schwächt und wie die Psyche sie stärken kann
von Annerose Scheuermann, Artikel aus "Forum Psychosomatik" 2007

Es ist sicher kein Geheimnis, dass es einen Zusammenhang zwischen Gefühlen, Befinden, Gedanken und der Immunreaktion gibt. Die meisten Menschen können an sich selbst beobachten, dass sie besonders während oder nach stressigen Lebensphasen für Infekte anfälliger sind als in Zeiten, in denen es ihnen richtig gut geht. Um so verwunderlicher mutet es an, dass sich erst vor gut 25 Jahren die Psychoneuroimmunologie (PNI) der Erforschung der Zusammenhänge von seelischem Erleben, dem Nerven-und Hormonsystem und der Immunreaktionen gewidmet hat.1 In den letzten Jahren hat sie zahlreiche Studien über die Aktivitäten des Immunsystems unter Stress angelegt und viele Zusammenhänge der komplexen Reaktionen entschlüsselt. So wurde u.a. bekannt, dass die Kommunikation im Körper netzwerkartig stattfindet. Das Netzwerk der vielen verschiedenen Immunzellen und -botenstoffe ist mit den Netzen der Hormone, der Nerven und des Gehirns verbunden. Sie greifen ineinander, reagieren aufeinander und bedingen sich gegenseitig, sind also wesentlich komplexer als vermutet. Demgegenüber steht eine wissenschaftlich- medizinische Forschung, die zwar einräumt, die komplexen Immunmechanismen noch immer nicht bis ins kleinste Detail verstehen zu können, die aber auch weiterhin am Mittel der "wissenschaftlichen Doppelblindstudien" festhält, also den Versuch unternimmt, die Wirkung medizinisch eingreifender Maßnahmen als objektiv eindeutig und statistisch messbar darzustellen. Dabei müssen subjektive und natürliche Heilungsvorgänge möglichst unberücksichtig bleiben beziehungsweise ausgeschaltet werden. Die PNI ihrerseits ist bemüht, in wissenschaftlichen Studien die Eigenkräfte des Organismus zu verstehen. Sie wird teilweise noch immer scharf kritisiert und als wissenschaftlich unhaltbar abgewertet. Nichtsdestotrotz hat sie zu einem besseren Verständnis der Selbstheilungsmechanismen beigetragen und macht deutlich, wie dringend wir eine Medizin brauchen, die den Menschen mit Körper und Psyche im Ganzen berücksichtigt.

Verirrte Immunantwort

Die Anfälligkeit der Menschen in der modernen Gesellschaft für Infektionen und Tumorerkrankungen auf der einen Seite und die immunologische Überreaktion in Form von Allergien und dem Angriff auf körpereigene Zellen, die Autoimmunerkrankungen, auf der anderen Seite lassen vermuten, dass die Orientierung des Immunsystems mehr und mehr gestört ist. Neben Faktoren wie veränderter denaturierter Lebensweise, Ernährung und Bewegungsmangel, Umweltverschmutzung, Chemikalien, Giften, Strahlung und genetischen Dispositionen scheint besonders psychosozialer Stress eine wichtige Rolle zu spielen. Zahlreiche PNI-Studien belegen, dass Virusinfektionen unter Stress weniger gut vom Körper unter Kontrolle gehalten werden können. So testeten Psychologinnen der University of Ohio beispielsweise die Auswirkungen einer Prüfung auf Studentinnen. Der Stress senkte den Spiegel der Antikörper und die Aktivität der natürlichen Killerzellen. Dieser Effekt dauerte sogar einen Monat an. Darüber hinaus wurden bei vielen Studentinnen schlummernde Herpes-Viren aktiviert, besonders bei denen, die sich als "einsam" bezeichneten. ForscherInnen der internationalen Gesellschaft. für PNI "Pnirs" resümierten in ihren Studien, dass auch die Anfälligkeit gegen das Epstein-Barr-Virus, weiches u.a. an der Entstehung einiger Krebsarten beteiligt sein soll, unter Stress deutlich erhöht ist. Eine andere Untersuchung macht die Gefahr der Zellveränderung nach einer Infektion mit HP-Viren (Warzen-Viren, d. Red.) deutlich. Es gibt verschiedene HP-Viren, und nur einzelne stehen im Verdacht, zu krebsartigen Zellveränderungen beizutragen. So wurde auf dem HP-Virus 16, welches als krebsauslösend eingestuft wird, ein stressempfindliches Gen entdeckt, das unter Stressreizen besonders aktiv wird.

In einer Studie der Ohio State University wurde die Wundheilfähigkeit in Relation zur Stimmung in der Beziehung von Ehepaaren untersucht. 30-minütige Streitereien konnten die Heilung bereits um einen Tag verzögern. Feindseligere Paare weisen sogar eine 60-prozentige Verzögerung auf. Sie haben einen geringeren Interleukin- 6-Spiegel, die Wundheilung wird jedoch von einem erhöhten Wert angeregt. In Folge eines Konfliktes kann es zu einer übersteigerten Interleukin-6 Reaktion kommen, was ebenfalls die Wundheilung verzögern kann. Das zeigt, wie vielschichtig Immunreaktionen sind. In einer Untersuchung von Personen, die ihre dementen Angehörigen länger als acht Jahre pflegten, zeigte sich sogar eine um neun Tage verzögerte Wundheilung. Auch die Angst vor einer Operation verzögert den nachfolgenden Heilungsprozess und kann postoperative Komplikationen zur Folge haben. Scheinbar wird die Wundheilung durch Gefühle von Stress, Angst und Depression negativ beeinflusst, und dies um so stärker je größer gleichzeitig Gefühle von Hilflosigkeit und Ausgeliefertsein sind.

Aus der Metaanalyse von mehr als 300 Studien geht hervor, dass sich kurzzeitiger Stress positiv auf das angeborene Immunsystem auswirken kann, gleichzeitig aber auch negativ auf das erworbene Immunsystem.3 Untersuchungsgegenstand waren beispielsweise die Anspannung von Fallschirmspringern kurz vor dem Sprung oder ein öffentlicher Vortrag vor Studentinnen. Der Verlust des Lebenspartners war ebenfalls häufiger Gegenstand von Untersuchungen. Dabei zeigte sich besonders dann eine Schwächung der Immunreaktion, je stärker der überlebende Partner unter Depression oder unter Zwangsstörungen litt. Generell belegt ist die Verbindung zwischen einer hohen emotionalen Belastung und verringerten Immunaktivitäten, besonders bei Menschen über 40 Jahren, was eventuell mit der zusätzlichen Zellalterung zu erklären ist.

Die Vernetzung des Immunsystems mit dem Hormonsystem zeigt sich auch daran, dass sich das Krankheitsgeschehen im Körper umgekehrt auch auf die Psyche auswirkt. So lösen bestimmte Botenstoffe des Immunsystems Stimmungsschwankungen und Gedächtnisstörungen aus. Menschen, die unter chronischen Entzündungen leiden, können mit Depression und Müdigkeit auf diese reagieren.

Im Einfluss der Hormone auf das Immunsystem könnte auch eine Erklärung für geschlechtsspezifische Unterschiede in der Häufigkeit von verschiedenen Immunerkrankungen liegen. Das Immunsystem lernt unumstritten ist, dass die erworbene Immunabwehr beständig dazu lernen muss. Die PNI hat darüber hinaus belegt, dass das Immunsystem konditioniert werden kann. Probantlnnen, die einen immunschwächenden Wirkstoff gleichzeitig mit einer übelschmeckenden Flüssigkeit verabreicht bekamen, zeigten auch eine Schwächung der Immunreaktion, nachdem sie lediglich die Flüssigkeit, also ohne den Wirkstoff, verabreicht bekamen. Das Immunsystem hatte gelernt, die beiden Reize miteinander zu verkoppeln. Etliche Studien zum sogenannten Placeboeffekt zeigen ebenfalls, dass die Wirkung des Placebos im Zusammenhang damit steht, inwieweit" die Versuchspersonen eine "heilende" Erwartung an die Behandlung haben. Diese kann sowohl durch eine Konditionierung als auch durch eine überzeugend informierende Darreichung und durch die Einstellungen und Glaubenshaltungen der Patienten selbst beeinflusst sein. So ist denn auch eine Studie zu verstehen, in der Patientinnen nach einer nur vorgetäuschten Knieoperation ebenso gute Heilungserfolge aufwiesen wie die Kontrollgruppe, die tatsächlich operiert wurde. Oder weshalb es bei allergischen Menschen zu Niesanfällen kommen kann, wenn sie lediglich ein Bild der Gräser zu sehen bekommen, auf die sie allergisch reagieren.

Bei der Frage, was Allergien und Autoimmunerkrankungen zu Grunde liegen könnte, verfolgt eine neurobiologische These die Idee, das Immunsystem hätte entsprechende Reize einfach falsch gelernt. Genau darin bestünde dann ein Ansatz für einen Heilungsversuch, nämlich im systematischen Umlernen bzw. Umtrainieren. Generell kann man also schlussfolgern, dass Immunstörungen eben auch vom Empfinden, Denken und Fühlen beeinflusst sind. Wobei Depressionen, Versagensängste oder Einsamkeit die Immunreaktion eher schwächen, während Lebensfreude, Gelassenheit, Fröhlichkeit und Liebe sie fördern können. Was jedoch nicht heißt, wer viel Stress hat und oft niedergeschlagen ist, wird automatisch krank, während glückliche Menschen kein Gesundheitsrisiko tragen. Vielmehr müssen das subjektive Erleben von Stress, der individuelle Umgang mit Stress ebenso wie individuelle Verhaltensweisen unter Stress (zum Beispiel vermehrter Konsum von Alkohol und Nikotin) im gleichen Maße wie persönliche Bewertungen und Vorerfahrungen, auch aus der frühen Kindheit, genauso wie Vorerkrankungen in die Überlegungen mit eingeschlossen werden. Darüber hinaus darf nicht vergessen werden, dass Krankheit immer ein multifunktionales Geschehen ist.

Immun mit Hilfe der Psyche

Die PNI hat auch Faktoren untersucht, die sich positiv auf die Immunreaktion auswirken können. So zeigte sich regelmäßige Entspannung als leistungssteigernd im Immunsystem. Auch ein Anti-Stress-Verhaltenstraining bei HIV-positiven Menschen machte sich durch weniger Stresshormone, weniger Angst, Wut und Stimmungsschwankungen und deutlich gebesserte Immunabwehr bemerkbar, die noch ein Jahr lang anhielten. Auch bei Patientinnen mit Angina Pectoris zeigte sich ein Trainingsprogramm, zu dem neben einem moderaten Belastungstraining u.a. eine Imaginationsübung gehörte, in der die Patientlnnen mit der "Mauer" kommunizierten, die sie um ihr Herz aufgebaut hatten, als erfolgreich in Bezug auf eine deutliche Beschwerdeverbesserung und verringerte Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen. Bei der Frage, wie Sie selbst aktiv zur Gesunderhaltung oder Verbesserung des Immunsystems beitragen können, muss zunächst einmal der Ausgangspunkt genau definiert werden. Wollen Sie einfach vorbeugen, haben Sie bereits eine Erkrankung, die auf ein geschwächtes Immunsystem zurück zuführen ist oder handelt es sich eher um eine überschießende Reaktion? Entsprechend können Maßnahmen zur Ankurbelung oder Beruhigung ergriffen werden. Ich möchte Ihnen im Folgenden einige Möglichkeiten der Imaginationsarbeit aufzeigen. Es handelt sich dabei um ein Verfahren, bei dem man sich in einem angenehm entspannten Zustand unter Einbeziehung aller Sinne möglichst exakt Vorstellungen von dem erzeugt, was angestrebt wird.

Widerstandskraft verbessern

Eine gute Möglichkeit, die eigene Widerstandskraft zu verbessern, besteht beispielsweise zunächst einmal darin, mehrmals am Tag kurze Entspannungspausen einzulegen. Der Körper bekommt damit die Zeit und Ruhe, die er braucht, um zu regenerieren, Zellen zu erneuern und die Immunabwehr zu optimieren. Diese Pausen können Sie gut mit Ihren individuellen Vorstellungsübungen kombinieren. Anstelle sich von der Flut an Informationen, Filmen und Werbung, ob Vogelgrippe, Bakterien im Fahrstuhl oder auf dem Küchenbrett, immer weiter ängstigen zu lassen, versuchen Sie es doch mal mit der Vorstellung Ihrer Abwehrstärke. Probieren Sie einmal aus, welche Vorstellung Ihnen am besten gefällt und die größte Erwartung weckt. Sie können z.B. damit beginnen, für einen Moment auf den eigenen Atem zu achten, wahrzunehmen, wie er in den Körper einströmt und wieder herausströmt, wahrnehmen, wie er den Körper bewegt, wie sich die Bauchdecke hebt mit dem Einatem und sich wieder senkt mit dem Ausatem, sich vorstellen, wie Sie frischen Sauerstoff oder helles Sonnenlicht einatmen und wie dieses Ihren Körper erströmen lässt. Sie können visualisieren, wie die Haut den Sauerstoff, das Licht oder irgendeine angenehme Farbe regelrecht tankt und sich damit auflädt und dann können Sie beobachten, wie beispielsweise Bakterien an der Haut abprallen. Stellen Sie sich vor, mit einem leuchtenden, schützenden Film umgeben zu sein, der alles abhält. Sie können auch imaginieren, dass die Schleimhäute in einer wunderbaren Farbe erstrahlen, feucht, dicht und glitschig, und dann können Sie beobachten, wie Bakterien an ihnen kleben bleiben, in ihnen versinken und von den Fresszellen mit Genuss und Freude vertilgt werden.

Dabei dürfen Sie all Ihre Sinne aktivieren, sich die Bilder vorstellen, den Schutz fühlen, die Feuchte z.B. riechen, die Fresszellen schmatzen hören ... Ihrer Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Es ist gleich, ob Sie sich an biologischen Gegebenheiten halten oder Ihre eigenen Phantasievorstellungen einsetzen. Wichtig ist nur, dass die Imagination insgesamt ein angenehmes Gefühl vermittelt.

So können Sie fortfahren, sich die einzelnen Funktionen des Immunsystems vorzustellen, die des Magens, des Darms, die Funktion einzelner Zellen des Immunsystems. Sie können sich fühlen lassen, wie die weißen Blutkörperchen im Knochenmark geboren werden, Sie können "zusehen", wie die T-Zellen in der Thymusdrüse wie Kinder in der Schule unterrichtet werden, Spaß haben, lachen und kichern, begierig lernen, wer dem Körper gefährlich werden kann und darauf brennen, endlich ihren Job zu machen. Wenn jemand in Ihrer Umgebung niest oder hustet, könnten Sie sich vorstellen, wie Sie einen unsichtbaren Schirm aufspannen, der alle Bakterien abfängt und um Ihren Körper herumleitet. Üben Sie solche Imaginationen schon vor der nächsten Erkältungszeit, dann geht es bei Bedarf schneller. Die Angst vor Ansteckung, die dürfen Sie ruhig behalten, schließlich gibt es ja auch eine reale Bedrohung. Stellen Sie die Vorstellungsübungen einfach daneben, das hilft gegen das Gefühl der Machtlosigkeit, verringert damit den Stress und wirkt so auf doppelte Weise.

Wenn Sie bereits mit einer Krankheit zu kämpfen haben, können Vorstellungen vom gezielten Vorgehen der Immunzellen gegen die Erreger hilfreich sein, beispielsweise wie die Gedächtniszellen die Erreger aufspüren und die Fresszellen sie vertilgen. Dazu sind natürlich Informationen zur Funktionsweise der Immunabwehr nützlich. Sie können sich auch mit einem Phantasiebild behelfen und sich vorstellen, Erreger oder Krebszellen aus dem Körper zu fegen oder zu putzen.

Einstellung und Glaubenssätze

Da Einstellungen, Erfahrungen und Glaubenssätze eine große Rolle spielen, inwieweit eine Behandlung, ein Medikament oder eine Operation erfolgversprechend oder traumatisierend verlaufen, lohnt sich die Auseinandersetzung mit ihnen. Generell besteht die Gefahr, dass Befürchtungen wie beispielsweise, dass sich ein Medikament schädlich auswirken könnte, zu negativen Konditionierungen führen und sich zumindest in Form massiver Nebenwirkungen bemerkbar machen. Nun kann Frau/man sich aber "Giftiges" nicht einfach gut denken und schlechte Erfahrungen auch nicht einfach vergessen. Genau dies wäre auch eher kontraproduktiv. Es ist vielmehr notwendig, sich dieses Denken erst mal bewusst zu machen, es sich zu erlauben und dann durch Vorstellungen zu ergänzen, die eine Möglichkeit zur Besserung beinhalten. So können Sie beispielsweise die gewünschte Wirkung eines Medikaments so sinnlich wie möglich imaginieren, was dazu beitragen kann, dass es auch in kleinen Dosen ganz gezielt wirksam wird., Wenn Sie Befürchtungen wegen der beschriebenen Nebenwirkungen haben, könnten Sie sich Schutzmechanismen vorstellen, die Sie vor der Einnahme wachrufen. Beispiele dafür sind Vorstellungen wie die Auskleidung des Magens mit einer Schleimhautschutzschicht, falls ein Medikament diesen angreifen sollte. Selbst bei Maßnahmen wie der Chemo-oder Strahlentherapie haben sich Imaginationen von Schutz positiv ausgewirkt. Bei diesen Verfahren ist es wichtig, das angestrebte Bild vielfach und intensiv zu wiederholen, so dass es neben der alten Erfahrung im Gehirn abgespeichert werden kann. Damit wächst die Chance, dass das Körper-Psyche-Netzwerk auf die neue imaginierte Erfahrung zugreift und die Situation weniger dramatisch bewertet.

Dies ist generell ein hilfreiches Verfahren, egal ob zur Vorbereitung auf eine Operation oder zum generellen Stressabbau. Kombinieren Sie Ihre nächste Pause doch einfach mal mit der aktiven Vorstellung, loslassen zu können. Etwa Spannungen abzulegen wie einen schweren Mantel, oder stellen Sie sich vor, wie Sie ein Problem in einen Ballon setzen und wegfliegen lassen, während Sie in aller Ruhe abwarten, bis die Lösung von alleine zu Ihnen findet.

Den Überschuss beruhigen

Wenn Sie unter Allergien leiden, könnten Sie versuchen, mit diesen so etwas wie Frieden zu schließen und den Körper zu trainieren; das Allergen künftig als unbedenklich anzusehen. Sie können versuchen, die Teile des Immunsystems anzusprechen, die dämpfend wirken, und/oder das Allergen den Immunzellen zu "zeigen" und zu erklären, dass es harmlos ist. Sicherlich müssen Sie eine solche Vorstellung häufig wiederholen, bevor sie Wirkung zeigen kann. Auf Autoimmunerkrankungen kann es sich hilfreich auswirken, die Information über "Eigen" und "Fremd" in Form von Bildern wieder an die Immunzellen heranzutragen. Aus wissenschaftlicher Sicht bleiben solche Methoden wahrscheinlich eher fraglich. Aus der beobachtenden Erfahrung gibt es einen Zusammenhang zwischen aufgewendeter Intensität und Zeit sowie der Einstellung zum eigenen Körper, bevor das Immunsystem die Information übernimmt. Auch wenn Heilung letztendlich immer an vielen Faktoren hängt und sicherlich nicht gänzlich zu ergründen ist, einen Versuch ist es allemal wert.

Gabi Mikelta: Netzwerk Mensch, Den Verbindungen von Körper und Seele auf der Spur, Rowohlt, 1994 (gut zu verstehende Einführung in die PNI) .
Expertenverbünde:www.pnirs.org und www.gebin.org (leider nur in englisch)
Rensingu.a.: Der Mensch im Stress, Psyche, Körper, Moleküle. Spektrum, 2006 (interessant, aber für medizinische Laien nicht leicht)
Dean Ornish, Prof. für Medizin an University of California, San Francisco, in GEO 10/2003, S. 47
Zur genaueren Wirkungsweise dieser "inneren Bilder" möchte ich auf den Artikel "Innere Bilder -heilsame Sprache bei Erkrankungen", in clio 51 (inzwischen vergriffen, in der Bibliothek des FFGZ e.V. Berlin einsehbar), verweisen.

Die Autorin ist Heilpraktikerin für Psychotherapie und Supervisorin in Berlin und beschäftigt sich in ihrer Praxis mit den Möglichkeiten der Stressreduzierung und Krankheitsbeeinflussung, insbesondere durch Imaginationsarbeit.

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Den Zugang zu seinen Selbstheilungskräften trägt jeder in sich
Aus der modernen Physik kommend entwickelte Gabriele Böhm, selbst an Krebs erkrankt und davon genesen, ein neues System zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte. Jeder trägt in sich die Kraft zur Selbstheilung. Je mehr wir durch Selbsterkenntnis den Glauben an uns selbst entwickeln, desto mehr haben wir Zugang zu unserem Heilungspotential.
Interview mit Gabriele Böhm, Natur & heilen 7/2007

NATUR & HEILEN: Selbstheilungskräfte sind jedem ein Begriff, aber welche Kräfte genau verbergen sich dahinter?

Gabriele Böhm: Wie das Wort "Selbst-Heilungs- Kräfte" schon sagt, existiert ein Selbst in jedem Körper, das Heilung auslösen kann. Nun stellt sich die Frage, was ist das Selbst? Ist es etwas Verstandesmäßiges, Emotionales oder Spirituelles? Nach meiner Erfahrung gibt es verschiedene Selbst-Dimensionen im menschlichen Geist. Deshalb können verschiedene Selbstheilungskräfte durch innere Übungen in Gang gesetzt werden.
Wir verfügen nämlich über mentale, d.h. Gedankenkräfte, die Selbstheilung auslösen können, außerdem über emotionale also Gefühlskräfte und natürlich über spirituelle, d.h. Seelenkräfte, die in uns Heilung erzeugen können. Jede dieser Kräfte wirkt anders und beeinflusst die jeweils anderen Ebenen ingewissemGrad mit.Die stärkste Kraft ist die Seelenkraft. Die Heilung, die von ihr ausgeht, ist eine ganzheitliche Heilung, die alle anderen Ebenen ebenfalls heilt.

N &H: Woher weiß man, ob die Selbstheilungskräfte eine Heilung verursacht haben, oder ob es "nur" ein heute noch unbekannter Mechanismus des Körpers war?

Gabriele Böhm: Um zu funktionieren braucht jeder Mechanismus, Energie bzw. Kraft.Die Wissenschaft wird sicherlich noch die Zusammenhänge zwischen einem funktionierenden Heilungsmechanismus und seinen Auslösern herausfinden.Ohne Auslöser, der im menschlichen Körper immer der menschliche Geist ist, kann kein Mechanismus in Gang gesetzt werden. Der Körper kann nicht aus sich selbst heraus funktionieren bzw. wirken. Erst mit unserem Geist werden Wirkungen erzielt, die auf allen Ebenen Einfluss nehmen. Durch den Glauben an uns selbst haben wir Zugang zu unserer Heilkraft

N & H: Können diese Kräfte bei dem einen wirken und bei einem anderen wieder nicht?

Gabriele Böhm:Jede Kraft hat eine Wirkung, das ist schon in der Natur so! Jedoch steht jede Kraft in Abhängigkeit zu etwas. Ein Beispiel: Die Sonne als Zentrum unseres Sonnensystems bildet ein Kraftfeld, das die Planeten im System rotieren lässt. Jedoch rotiert jeder Planetin seinem eigenen Rhythmus. Nehmen wir als weiteres Beispiel die Sonnenstrahlen. Sie wirken in Abhängigkeit zu dem Menschen, der gerade ein Sonnenbad nimmt, unterschiedlich. Es ist die gleiche Sonnenintensität,jedoch reagiert jeder -je nach Hauttyp -anders darauf. Das zeigt, dass nichts, keine Kraft für sich alleine steht,sondern erst in Abhängigkeit zu etwas anderem ihr Kraftfeld aufbaut. Jede Kraft braucht eine Reflektionsfläche, damit ihre Wirkung individuell erfahrbar wird.

Die Wirksamkeit der Selbstheilungskräfte trägt jeder in sich. Jedoch können wir die Wirkung einschränken oder sogar außer Kraft setzen, wenn wir nicht daran glauben, nichts davon ahnen oder wissen wollen. In der Bibel heißt es schon: ,,Jedem geschieht nach seinem Glauben." Oder: "Der Glaube kann Berge versetzen." An diesen Erkenntnissen hat sich auch in unserer modernen Zeit nichts geändert. Jeder Mensch hat bestimmte Glaubensprinzipien. Manchen sind sie bewusst und anderen nicht. Diese Prinzipien gestalten bewusst oder unbewusst unser Leben. Man kann für Glauben auch Überzeugungen sagen. Wenn jemand überzeugt ist, dass er diese Kräfte nicht hat, wird er die Erfahrung dieser Kräfte erst kennen lernen, wenn sich diese Überzeugung in ihm ändert. Es besteht also ein direktes Zusammenspiel zwischen unseren Kräften und dem Glauben an unsere eigenen Fähigkeiten. Erst durch den Glauben an uns selbst, wird der Weg zu unserem Kräftehaushalt frei.

N & H: Was kann man tun, um die Glaubensprinzipien zu ändern, damit man an sein eigenes Kraftepotential herankommt?

Gabriele Böhm: Wir haben verschiedene Bewusstseinzustände, das Tages-, das Unter- und das Oberbewusstsein. Jeder von uns, angefangen vom so genannten Realisten über den Intuitiven bis zum Spirituellen, hat mit allen drei Bewusstseinsebenen schon einmal konkret Kontakt gehabt. Der Realist kann Unter- und Oberbewusstsein nicht so gut unterscheiden und sagt zum Unter-und Oberbewusstsein Bauchgefühl. Die Intuitiven können hier mehr unterscheiden und erkennen, wie sie durch die Kraft des Oberbewusstseins, oder auch Seelenbewusstseins, auf ihr Unterbewusstsein Einfluss nehmen. Für den Spirituellen ist vollkommen klar, dass nur über die Seelenebene nachhaltige und sofortige Veränderung auf allen anderen Ebenen wirkt. So hängt es vom Einzelnen ab, wie er sich sieht, und wodurch dann die Veränderung eingeleitet wird. Das Unterbewusstsein lässt sich nur durch bewusstes Verändern in Gedanken und Emotionen umprogrammieren oder durch Spiritualität, also Gebet oder Meditation, beeinflussen. Nachhaltige Heilung wächst nur aus Seelenkraft

N & H: Was bedeutet in diesem Zusammenhang Spiritualität für Sie?

Gabriele Böhm: Spiritualität ist für mich die Sehnsucht nach Gott! Die Frage nach dem Sinn meines Lebens und der Selbsterkenntnis. Selbsterkenntnis geht der Gotterkenntnis voraus. Auf diesem Weg der Selbsterkenntnis und der Sehnsucht nach Gott erweitere ich mein Bewusstsein. Das heißt, ich lerne die üblichen Begrenzungen meines Verstandes, der Logik und meines Fühlens, zu erweitern. Dadurch entsteht ein anderes Bewusstsein und eine andere Wahrnehmung. Spiritualität ist der Weg der Erkenntnis, alles ist eins und alles ist mit allem verbunden. Der Weg der Spiritualität ist der Weg der Liebe. Sant Kirpal Singh, ein großer indischer Heiliger, hat einmal gesagt: "Gott ist Liebe und unsere Seele ist ein Teil Gottes, also ebenfalls Liebe und der Weg, zurück zu Gott ist der Weg der Liebe. Alle Übungen, Rituale und Meditationen dienen der Entwicklung zur allumfassenden Liebe. Aber wir führen sie oft wie Turnübungen aus, nicht aus tiefstem Herzen, und deshalb erwacht in uns keine wahre Liebe." Für mich bedeutet das, die Botschaft zu leben. Meditation ist der Schlüssel zur Erkenntnis dieser Liebe. So werde ich innerlich friedvoller und liebevoller, was dann im Alltag zu gelebter Spiritualität wird. Nachhaltige Selbstheilung wächst nur aus der Seelenkraft. Diese wirkt auf der emotionalen Ebene, auf der mentalen Ebene und auf der körperlichen Ebene. Krankheit ist ein gestörtes Kraftfeld

N & H: Wie könnte die Selbstheilung auch in der Schulmedizin genutzt werden?

Gabriele Böhm: Es stand vor einiger Zeit in einer Tageszeitung ein Artikel von einem indischen Arzt, der auch Theologie studiert hat. Dieser Arzt hat mit einigen Probanden, die sehr hohen Blutdruck hatten, versuchsweise zwei Mal täglich 40 Minuten meditiert. Nach vier Wochen war der Blutdruck deutlich gesenkt, wie es sonst nur mit einem Medikament bewirkt werden kann. Dieser Versuch wurde auf Langzeit getestet. Erstaunlich ist, dass die Probanden nicht mehr auf Meditation verzichten wollten. Dies zeigt uns, dass das, was ein Mensch auf der Seelenebene erfahren hat, durch alle Ebenen weiter wirkt und dass er nicht mehr ohne diese Erfahrung der Seele leben möchte. Es ist schade, dass sich viele Mediziner sträuben, diese Erfahrungen mit in ihre Heilungskonzepte einzubeziehen. Der Körper wird zu sehr als eine Maschine betrachtet und die Möglichkeiten der Selbstbeeinflussung zu wenig genutzt. Erst wenn Menschen von der Schulmedizin als "austherapiert" gelten, fangen viele an, andere Alternativen zu suchen, und finden hier Hilfen, die sie wieder ins Lot bringen. Es wäre wünschenswert, Mediziner würden sich noch intensiver damit beschäftigen, um verstärkt von einem "Entweder-oder- Denken" in ein "Sowohl-als-auch-Denken" zu kommen. Dadurch werden die Menschen zu mehr Eigenverantwortung geführt. Immer mehr würde erkannt werden, dass nicht alles mit einer Pille weggeht, sondern dass der Körper mit einer anderen Einstellung in ein anderes Kraftfeld gelangt. Krankheit ist nichts anderes als ein gestörtes Kraftfeld. Wird diese Störung behoben, ist das Kraftfeld wieder intakt und der Mensch kann als Ganzes gesunden.

Gabriele Böhm war als ehemalige wissenschaftliche Assistentin an der Deutschen Luft- und Raumfahrt intensiv mit moderner Physik beschäftigt. Aus ihrer Leidenschaft für Mathematik, Physik und Metaphysik entwickelte sie mentale Methoden zum Begreifen und Verändern komplexer Systeme in Persönlichkeit und Wirtschaft. Auf der Basis der Erkenntnisse, die ihr halfen, von einer als unheilbar diagnostizierten Krebskrankheit zu genesen, entwickelte sie ein neues System zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte: die so genannte "Innergiearbeit" ("Innergie" ist die Kraftrichtung von innen nach außen, also aus dem Körper heraus, im Gegensatz zu Energie, die von außen nach innen wirkt) und rief die "Innergie-Akademie" in Schweinfurt ins Leben. Kontaktadresse:

Innergieakademie
Robert-Koch-Str. 10
97422 Schweinfurt
Tel. 09721-474290
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Auf Nachfragen erhielt ich nähere Auskunft, die ich auch schreiben darf, denn ich denke, der ein oder andere möchte es genauer wissen: Fr. Böhm hatte Darmkrebs im finalen Stadium mit Metastasen in Leber und Lunge. Die Ärzte gaben ihr nur noch 2-3 Monate Zeit, um ihre Angelegenheiten zu regeln. Dies ist weit über 10 Jahre her.

Fortsetzung

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