Literaturzitate IV

Eine rosarote Brille ist die beste Medizin


Heilen Sie sich selbst


Die positive Morgenstunde


Wenn Perfektionismus schadet

Sendung vom 3. April 2002 mit Dr. Steffen Fliegel

Menschen werden bereits von Kindesjahren an Regeln mit auf den Lebensweg gegeben: „Seine Pflichten nie versäumen heißt mehr als große Dinge träumen.“„Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.“ „Wer nicht kommt zur rechten Zeit, der muss nehmen, was übrig bleibt.“ Die heutigen Lebenswelten erfordern jedoch weniger klare und gradlinige Strukturen, als es in der Zeit der Fall war aus der diese Sprichwörter stammen. Doch auch wer solche Lebensregeln nicht verinnerlicht hat, entgeht selten den öffentlich formulierten Anforderungen an berufliche Karriere, Partnerschaftsgestaltung, Kindererziehung, Sexualität, Körpertraining usw. Immer genug Kraft haben, immer jung und perfekt aussehen, die Kinder perfekt erziehen, die Partnerschaft perfekt gestalten - wie man überhaupt als Mann, als Frau, als Mensch in allen Lebenslagen erfolgreich ist. Natürlich können nicht all diese Erwartungen erfüllt werden, natürlich können nicht alle Forderungen eingelöst werden, dennoch bemühen sich viele Menschen, die von außen gesetzten Anforderungen an Arbeitsleistung, Geldgewinn, Gesundheit, Körperstyling und Wellness, Erziehung und Ernährung in höchstem Maße zu erfüllen. In der Regel vergeblich, denn bereits die Komplexität der Erwartungen, wie auch das Setzen unerreichbarer Ziele, lassen in der Regel nur mäßige Erfolge zu.

Teil2

Zufriedene Menschen, die nicht von Perfektionismus gequält werden, geben sich mit den erreichten Möglichkeiten zufrieden und setzen ihre Ziele pragmatisch. Perfektionisten setzen sich selbst extrem unter Druck, finden eine Leistung nie gut genug und spornen sich bei Nichterreichung der gesetzten Ziele zu noch mehr Leistung und Erfüllung der Herausforderungen an. Sie übersehen dabei, dass mehr desgleichen aber in der Regel keine Probleme löst. Anders war es, als das Leben noch klaren Strukturen folgte. Als Frauen Hausfrauen waren, als Männer ein Leben lang einen einzigen Beruf bei einer einzigen Firma hatten und Schüler jahrelang zu einer Schulklasse mit einem Klassenlehrer gehörten, als die ganze Familie jahrzehntelang in der gleichen Nachbarschaft wohnte und Arbeitswege nicht über staublockierte Autobahnen führten (Elisabeth Mardorf 2000). Das Leben in der heutigen Gesellschaft bestraft jedoch eher klare und unverrückbare Strukturen, das sich Menschen in vielen verschiedenen Lebensbereichen bewegen, verschiedene Aufgaben übernehmen, den Beruf im Leben mehrmals wechseln, das gleiche gilt für den Wohnort und auch für Partnerschaften. Gefordert ist stattdessen Flexibilität, Mobilität, immer wieder neue Anpassung an veränderte Gegebenheiten, und diese geforderte Flexibilität macht immer wieder ein Energietanken und Besinnen notwendig. Besonders häufig stehen Frauen unter dem enormen Leistungsdruck, es allen recht machen zu müssen: Liebevolle Mutter, fitte Mitarbeiterin, perfekte Hausfrau, verständnisvolle Partnerin und dabei stets gekonnt geschminkt, frisch und gesund aussehend. Das heimliche Ideal vieler Frauen ist bei näherer Betrachtung eine Anleitung zum Unglücklichsein, so eine Zeitungsmeldung vom Februar diesen Jahres. Menschen, die einem Perfektionismus nachstreben, sind zwar häufig dadurch erfolgreich, dass sie in eiserner Disziplin und mit harter Selbstkritik leben, sehr strukturiert das erledigt abhaken (meist jedoch nicht als Erfolg ansehen) und bereits die neuen, in der Regel noch höheren Ziele formulieren. Selten sind sie mit dem Erreichten zufrieden, da die (viel zu hoch) gesetzten Ziele nicht erreicht wurden und Zwischenziele nicht gelten.

Dennoch zahlen Perfektionisten und Perfektionistinnen häufig einen hohen Preis, denn der Dauerdruck kann zum Perfektionszwang und zum Perfektionswahn werden, Selbstzweifel stärken und nicht erreichbare Ziele und Fehler immer wieder als eigenes Versagen werten. Und genau diese Fehlbewertung kann häufig psychische und körperliche Probleme nach sich ziehen. Während die Anforderungen und Herausforderungen zum Perfektionismus oft von außen gesetzt werden (s. o.), schreiben Perfektionisten das Nichtgelingen und Nichterreichen häufig sich selbst zu. Sie meinen, es läge an ihnen selbst, ob sie alles schaffen oder nicht. Da Fehler aber nicht nach außen eingestanden werden dürfen, versuchen Perfektionisten, die zunehmende Überforderung und ihre innere Unsicherheit durch äußeren Perfektionismus zu überdecken. Und hier zeigt sich der Teufelskreis: Beim nicht erreichten Erfolg wird der Perfektionismus zum suchtartigen Ersatz. In der andauernden Spirale des Perfektionismus verlieren die betroffenen Menschen zum Teil die Kontrolle über sich selbst. Beruflich kann sich Perfektionismus einerseits in Arbeitssucht (Workaholic) auswirken, andererseits Ursache für Burn-out-Phänomen (Ausgebranntsein). Die Gefahr eines Ausgebranntseins ist dort besonders stark, wo Menschen unter extrem hohem Einsatz die Erfolge der eigenen Arbeit nicht sehen oder wo es auch keine Anerkennung über das geleistete Engagement gibt. Begründungen können als einerseits in der betreffenden Person selbst liegen, andererseits aber genauso in den Arbeitsbedingungen, meist ist es eine Mischung aus beidem. Perfektionisten sind besonders gefährdet, durch das übermäßige Engagement und die zu hohen Ansprüche einerseits, das Nichtanerkennen (wollen oder können) der getätigten Leistungen und Erfolge zu sehen.

Perfektionismus kann körperliche und psychische Krankheiten auslösen: Kopfschmerzen und Migräne, Erschöpfung von Körper und Seele, Magenbeschwerden, ein geschwächtes Immunsystem, körperlicher oder psychischer Zusammenbruch, Ausprägen einer Zwangsstörung, Schlaflosigkeit, Depressionen und die Palette der körperlichen, psychosomatischen oder psychischen Symptome ist vielfältig, und es ist notwendig, bei deren Auftreten die genaue Ursache zu erkunden, die auch Perfektionismus heißen kann. Das Überlastungs- und Überforderungserleben bei Menschen, die zu ganz bestimmten Verhaltensweisen perfektionistischer Art neigen und Lebenseinstellungen (z. B. „Ich muss immer pünktlich sein“, „ich darf mir keine Blöße geben“, „ich muss immer voll funktionieren, nur keine Schwäche zeigen“ usw.) in ihrem Kopf verinnerlicht haben. Bei der Betrachtung von überzogenem Perfektionismus spielen also falsche Überzeugungen und Denkmuster eine wichtige Rolle. „Ich muss perfekt sein, Fehler haben fürchterliche Folgen, nur ohne Fehler kann ich mich annehmen, andere müssen mich akzeptieren, Perfektionismus ist möglich, nicht perfekt zu sein heißt zu versagen, Genuss ist ohne Perfektionismus nicht möglich. Eßstörungen wie Bulimie oder Anorexie: Die perfektionistischen Überzeugungen beizubehalten ist eine häufige Ursache für erneute Erkrankung. Perfektionismus kann Schmerz verursachen und Beziehungen immens belasten. Perfektionisten stellen nicht nur hohe Ansprüche an sich selbst, sondern verlangen auch Perfektionismus, hohe Leistungen, perfektes Verhalten und Erfolge von anderen nah oder fern stehenden Menschen. Sie wissen genau, was richtig und falsch ist, halten ihre Überzeugung für gerechtfertigt, fühlen sich einsam oder geraten oft in Einsamkeit.

Perfektionismus wird vor allem dann ein Problem (Ramirez Basco, 2000), wenn Erfolg oder Glück verhindert werden, niemals genug Zeit vorhanden ist, die eigenen Maßstäbe trotz großer emotionaler, psychischer oder körperlicher Energie nicht erreicht werden können, Gefühle sich abnutzen, Spannung, Frustration, Enttäuschung, Traurigkeit oder Wut zurückbleiben, die Selbstwahrnehmung verzerrt wird, Spannungen in den persönlichen Beziehungen auftreten.

Häufig sind auch Panikstörungen oder schwere Angstanfälle Folge von Perfektionismus, wobei diese psychischen Probleme letztlich aber einen Schutz vor körperlichem oder psychischem Zusammenbruch geben. Perfektionisten haben ein Auge für das Detail, leben in geregelten Strukturen, haben hohe Erwartungen, erwarten viel von anderen, haben meist ein gediegenes und perfektes Aussehen, versuchen Fehler zu vermeiden, leiden unter geringem Selbstvertrauen, sorgen für Organisation und Sauberkeit, leben in Selbstzweifel, vertrauen nur schwer anderen Menschen.

Homepage DR. STEFFEN FLIEGEL

"Eine rosarote Brille ist die beste Medizin" Artikel aus der Gong 8.8.2003

Wer positiv denkt, stärkt sein Immunsystem. Dafür hat die Wissenschaft jetzt den Beweis gefunden. Aber es gibt darüber hinaus noch einige andere Möglichkeiten, wie Sie die Heilkräfte des Körpers mobilisieren können.

Warum zieht sich der eine jeden Virus an, während der andere bei jeder Erkältungswelle ungeschoren davon kommt? Warum sind manche Patienten nach einer OP gleich wieder auf dem Damm, während andere ewig lange an den Folgen laborieren? Ein Geheimnis, dem die neue Fachrichtung Psycho-Neuro-Immunologie (PNI) auf der Spur ist. "Dass es zwischen Stress, Immunsystem und Krankheit eine Verbindung gibt, ist heute weit gehend akzeptiert", sagt die PNI-Forscherin Janice Kiecolt-Glaser von der Ohio-State-University. Ein Zusammenhang, von dem Naturheilkundler und fernöstliche Heiler schon lange ausgehen, für den bisher aber der wissenschaftliche Beweis fehlte. Noch versteht man die Wirkungsweise von Körperabwehr und Selbstheilung trotz aller Forschung nicht ganz. Zu kompliziert ist das Zusammenspiel von Immun-, Nerven- und Hormonsystem. Aber klar ist, dass es durch Gedanken, Vorstellungen und Gefühle gesteuert werden kann.

Stress und negative Gefühle machen krank. Daraus folgert nicht nur der amerikanische Psychologe Paul Pearsall: Eine positive, unbeschwerte Grundhaltung ist gut für die Gesundheit. Think pink: Betrachten Sie das Leben durch die rosarote Brille. Natürlich können Sie nicht jedem Problem aus dem Weg gehen. Aber wenn Sie die Dinge als Herausforderung sehen, nicht als Belastung, ist schon viel gewonnen. Gehen Sie Schwarzsehern und Nörglern möglichst aus dem Weg - negative Emotionen sind ansteckend.

Wissenschaftlerin Tiffany Field empfiehlt Massagen jeder Art als ideales Mittel, um die Selbstheilungskräfte zu stärken. Der sanfte Druck vertreibe Stress, depressive Stimmung sowie Schmerzen und fördere den Schlaf. Die fernöstliche Medizin mobilisiert die Selbstheilungskräfte seit Jahrtausenden mithilfe spezieller Bewegungslehren wie Qi Gong oder Tai Chi. Sie leiten dazu an, den Augenblick zu leben, zur inneren Mitte zu finden. Aber auch weniger exotische Sportarten stärken das Immunsystem, so lange sie maßvoll betrieben werden. Besonders gesundheitsfördernd ist Ausdauersport wie Radeln, Laufen oder Schwimmen.

Das lustigste Rezept von allen: achtmal täglich lachen. "Eine Minute Lachen bedeutet 45 Minuten Entspannung für Körper und Seele", sagt Heide Marie Wahl, Lachtrainerin aus Kamp-Lintfort. Die Durchblutung wird angeregt, das Immunsystem gestärkt. Das Gehirn produziert Glückshormone (Endorphine), Stresshormone werden abgebaut. Egal, ob man aus Freude lacht oder das Lachen bewußt herbeiführt.

"Heilen Sie sich selbst" Artikel aus der Gong, August 2004

Wie man es schafft, mit Gedanken und Gefühlen den inneren Doktor zu aktivieren.

Wer je in England in einer Klinik war, hat vielleicht im Eingangsbereich an der Termintafel die Ankündigung gelesen: "Spiritual Healing 5-6 pm" - "Heilen mit geistigen Kräften von 17-18 Uhr". Dort geht man ziemlich selbstverständlich mit diesem Thema um, da hierzulande gerade zögerlich ins Bewusstsein der Menschen rückt.

Die Macht der Selbstheilungskräfte gehört zum alten Wissensgut aller Kulturen. Sie ist überliefert von Urvölkern, aus frühreligiösen Schriften, aus Beschreibungen der Schamanen. "Jeder Mensch verfügt über enorme Selbstheilungskräfte", weiß Anna Elisabeth Röcker, Heiltherapeutin und Yoga-Lehrerin aus München. Sie beschäftigt sich seit Jahren intensiv damit und sagt: "Werden die Selbstheilungskräfte aktiviert und trainiert, helfen sie, Krankheiten zu lindern oder zu heilen, stärken Immunsystem und Gesundheit. Ohne Medikamente."

Wie oft das Zusammenspiel von Nerven-, Immun- und Hormonsystem funktioniert und welchen Einfluss Psyche und Verhalten darauf haben, erforscht die relativ neue Wissenschaft der Psychoneuroimmunologie (PNI). So dokumentieren zahlreiche Studien, dass Stress (dauerhafte Überlastung jedweder Art) krank machen kann. Einsamkeits- und Isolationsgefühle sowie Verlust (Partner, Arbeitsplatz) stehen als Auslöser mit an oberster Stelle. Ganz neue Studien weisen darauf hin, dass die Psyche bei Wundheilung, Altersdiabetes, Multipler Sklerose, Gürtelrose, Allergien, krankhaftem Übergewicht und Fehlgeburten ebenfalls eine zentrale Rolle spielen dürfte. Rat der PNI-Forscher: Überlastung entschärfen - auch durch Entspannungstechniken wie Meditation.

Anfänger sollten Meditation bei einem Profi lernen (ebenso wie andere Entspannungstechniken und die folgenden Heilmethoden). Mit Übung kann man sich später sogar in der U-Bahn in diesen Zustand entspannter Wachheit begeben, auf die Alpha-Ebene, Gehirnfrequenz 7-13 Hertz, geschlossene Augen, ruhiger Geist, Konzentration ganz nach innen.

Anna Elisabeth Röcker hat die erfolgreichsten Heilmethoden zusammengestellt. Wie die Methoden funktionieren, erfahren Sie hier in Kurzform.

Innere Bilder: Schauen Sie sich die Abbildung einer Immunzelle an, prägen Sie sich dieses Bild ein. Lassen Sie, wie auf einer Kinoleinwand, die Zelle stärker und stärker werden und sich vermehren, bis ein großer Schwarm heilender Zellen durch Ihr Blut schwimmt. Sie können ihn gezielt zu kranken Organen lenken oder generell ihre Abwehr kräftigen. (An dieser Stelle eine Anm. von mir: Oftmals werde ich darauf angesprochen, dass man bei MS ja eigentlich nicht das Immunsystem zusätzlich stärken sollte. Da die Ursache zum Einen noch gar nicht wirklich geklärt ist und man zum Anderen ja das heilende Bild entsprechend abwandeln kann, denke ich, dass in diesen Meditationen und auch in Übungen des Stillen Qi Gongs, keine Gefahr besteht. Ich selber habe mir immer vorgestellt wie die fehlgesteuerten Zellen gesunden und diese neue gesunde Botschaft an die ihnen nachfolgenden Zellen weitergeben. Man kann sich vorstellen, wie das Immunsystem ruhig und friedlich wird.)

Licht und Farben: Kann man gut in den Alltag einbauen, etwa als tägliches Ritual beim Duschen. Stellen Sie sich ein violettes Licht vor, das sich mit dem Wasser verbindet und durch alle Ihre Zellen strömt. Verbrauchte und kranke Zellen werden ausgeschieden, die gesunden werden mit heilender Energie gestärkt. (Im Stillen Qi Gong gibt es auch Übungen mit diesen Bildern. Zudem möchte ich Anfängern an dieser Stelle noch einmal die "Elemente-Rituale"-CD von Rüdiger Dahlke empfehlen - sie verbindet auf wunderbare Weise Entspannung mit Heilvisualisierung und Selbsterkenntnis.)

Gedanken und Selbstprogrammierung: Das ist positives Denken in gebündelter Form durch Sätze wie "Ich bin stark und selbstbewusst. Ich schicke Gesundheit in alle meine Zellen. Ich besiege jede Krankheit." Affirmationen heißen diese Aussagen über gewünschtes Erleben.

Hände: kalt waschen und durch kräftiges Reiben aufladen. Stellen Sie sich dann vor, wie ein strahlendes Licht über Ihren Scheitel durch den Kopf in Ihr Herz und weiter durch beide Arme über die Handflächen nach außen fließt. Jetzt können Sie die Hände einsetzen, bei sich selbst oder einer anderen Person auf eine schmerzende Stelle legen oder auch nur dicht darüber halten - und die Kraft weiterleiten. Wichtig: Hände danach kalt waschen.

Meditation und Gebete: Meditation heißt, geistig in seine innere Mitte zu gehen. Von da aus können Sie Heilenergie gezielt in Problemzonen oder durch den ganzen Körper schicken. Meditation ist nachgewiesen gut für Blutdruck, Atmung, Herzrhythmus. Das Gleiche gilt für Gebete - wer fest im Glauben verankert ist, lebt länger. Man sollte dabei in seinem eigenen Glaubenssystem bleiben, je überzeugter man ist, umso besser.

Musik: Ist wie kaum ein anderes Medium in der Lage, in die tiefsten Schichten des Seins vorzudringen. Dokumentiert sind zahlreiche Effekte durch Barockmusik, Kirchenmusik, Choräle. In einem stillen Raum die Töne in sich hineinlassen, durch den Körper lenken, in jede Zelle. Spüren, wie Geist und Körper sich öffnen. (Dies wurde bei mir damals durch die Musik von Kitaro ausgelöst - ganz wunderbar...)

Ein Extra-Tipp für jeden Tag ist Stille als Nahrung für die Selbstheilungskräfte. Bei Sonnenaufgang in einem See schwimmen, bei Vogelgezwitscher durch den Park an der Ecke spazieren - das berührt und entspannt. Atmen Sie Stille ein, senden Sie sie in jede Zelle. Das bringt Körperfunktionen auf die Reihe, lindert Schmerzen. Anna E. Röcker: "Einmal täglich sollten Sie in die Stille gehen."

Buch-Tip: Sehr anschaulich und mit zahlreichen Übungen beschreibt die Münchner Heiltherapeutin und Yoga-Lehrerin Anna Elisabeth Röcker, wie man seine inneren Heilkräfte nutzen kann. "Das Geheimnis der Selbstheilungskräfte", 172 Seiten, Ludwig Verlag, 15,95 Euro. Homepage von Anna Röcker

Die positive Morgenstunde
Artikel von Christian Wilhelm Echter
„Natur & Heilen“ 4/2005

Jeder Tag sollte ein Gesundheitstag sein – und ein guter Tag beginnt mit einem guten Start am Morgen. Gleich morgens nach dem Aufstehen sät man die Saat für den gesamten Tag. Eine alte Weisheit besagt: „Morgenstund hat Gold im Mund“.

Nach erfolgter Nachtregeneration, Aufladung und Erholung aller Körper- und Gehirnzellen beginnt nun eine neue Phase für den Menschen und dies ist der Aufbruch in den neuen Tag. Er sollte mit Freude, Schwung und Optimismus beginnen. Wer früh aufsteht, hat es an diesem Tag in allen Lebensbereichen leichter, der Tagesablauf sowohl im Privat- wie auch im Berufsleben verläuft angenehmer und besser.

Die erste Stunde am Morgen, und zwar unmittelbar nach dem Aufstehen (!), ist dabei die wichtigste, denn sie ist die sogenannte Saatstunde für den Tag. Sie trägt wesentlich zu einem gesunden, erfolgreichen und glücklichen Tagesverlauf bei.

An jedem Tag begleitet uns das Naturprinzip von Ursache und Wirkung. Die Natur- und Lebensgesetze sind unsere Freunde, Helfer und Förderer, wenn wir mit ihnen zusammenarbeiten und dies gilt eben in besonderem Maß für die erste Stunde am Morgen. Denn am frühen Morgen beginnt die Feinprogrammierung des Gehirns, und dies führt in der Folge auch zu besseren Entscheidungen und zur Feinabstimmung im Tagesablauf. Deshalb sollte man vor allem unmittelbar nach dem Aufstehen und in den weiteren zwei bis drei Stunden alle Tätigkeiten mit Freude und höchster Konzentration durchführen. Eine weise Lebenshaltung, die wesentlich mehr Wachsamkeit verleiht und den ganzen Tag über reiche Früchte trägt.

Nutzen wir also bewusst die einfachen Abläufe und Tätigkeiten des Morgens und bauen sie als Wachsamkeitsübungen ein. Wie könnten nun einige solcher einfachen und wirkungsvollen Konzentrationsübungen aussehen?

Bewusst und konzentriert aus dem Bett steigen.
An der Bettkante sitzend, sich bei Gott und dem Universum für diesen neuen und wundervollen Tag bedanken.
Um Führung, Schutz und Entscheidungshilfen bitten. Positive und aufbauende Wünsche für diesen Tag äußern. Was steht an? Was möchte ich bearbeiten?
Sich an diesem Tag für die Energie und Frequenz der Liebe entscheiden. Dies bedeutet, sich mit Freude um einenergieförderndes Verhalten bemühen. Dies ist die höchste Form der Energie und hat die intensivste Heil- und Regenerationskraft. Deshalb lohnt es sich, diese Saat jeden Morgen zu säen.
Sich selbst und seinen Mitmenschen etwaige Lebens- und Verhaltensfehler vergeben. Diesen einen Tag ganz neu und unbelastet beginnen. Die Vergangenheit ist vorbei.
Bewusst die Füße in die Hausschuhe geben und die ersten Schritte konzentriert gehen.
Sollte sich auf dem Weg zum Bad, zur Toilette eine Treppe befinden, nützen Sie sie zur Wachsamkeitsübung. Denn es ist eine wunderbare Konzentrationsübung, Stufe für Stufe hellwach und bewusst zu gehen. Bewusste Konzentration beim Treppensteigen sollte ein Symbol für das ganze Leben werden. Denn durch das Bemühen um vermehrte Wachsamkeit fließt dem Menschen die meiste Energie zu.
Sollte eine Türe geöffnet werden müssen, den Türgriff bewusst in die Hand nehmen und öffnen.
Alle Utensilien, die zum Zähneputzen, Rasieren etc. benötigt werden, konzentriert in die Hand nehmen.
Bewusst und gründlich den Mund mit Wasser ausspülen und anschließend zur sanften Reinigung des Verdauungssystems das erste Glas Wasser (handwarm) nicht nur trinken, sondern genießen.

Anschließend alle weiteren Tätigkeiten wie Gesichtspflege, Körperreinigung, Rasieren und Ankleiden konzentriert und wachsam durchführen. Bitte bedenken Sie, dass diese verschiedenen kleinen Konzentrationsübungen am frühen Morgen eine äußerst positive Wirkung auf den Tagesablauf haben. Schalten Sie am Morgen das Radiogerät nicht ein. Sie kommen zu sehr in die Ablenkung. Der Schwerpunkt liegt beim freudigen Üben. Das tägliche freudige Bemühen um eine bessere Konzentration ist die große seelische Leistung am Morgen. Jede Konzentrationsübung führt zu Energievermehrung in den Körper- und Gehirnzellen und in der Seele:

Machen Sie in der ersten Morgenstunde nichts automatisch, sondern alles bewusst und konzentriert. Durch mehrere kleine Wachsamkeitsübungen können mit der Zeit im Gehirn Impulse klarer wahrgenommen und dadurch während des Tages bessere Entscheidungen getroffen werden. Und gemäß den persönlichen Entscheidungen verläuft der Tag nach dem Prinzip von Saat und Ernte.
Bemühen Sie sich schon am Morgen um eine positive, aufbauende Grundeinstellung. Denn bereits diese Lebenshaltung hat eine heilungsfördernde und regenerierende Wirkung auf den Organismus.
In den ersten Sekunden und Minuten nach dem Aufstehen sollten wir uns auch für ein energieförderndes Verhalten an diesem Tag entscheiden. Denn bereits dadurch gelingt es, Energie und Zeit an diesem Tag besser zu nutzen.
Wer sich am frühen Morgen positiv ausrichtet und die erste Morgenstunde bewusst und mit Freude gestaltet, wird im Laufe der Zeit mit einer besseren Intuition belohnt. Denn durch den wacheren geistigen Zustand werden, wie erwähnt, über das Gehirn mehr Impulse und Denkanstöße wahrgenommen. Diese wiederum dienen der besseren Entscheidungsfindung und führen zu einem angenehmeren Tagesablauf. Wer am Abend zu spät ins Bett geht und morgens lange schläft, verfügt in der Regel nicht über ein so frisches und vitales Gehirn. Und deshalb können Impulse und Denkanstöße wesentlich schwerer empfangen werden.
Stellen Sie sich bitte einmal vor, welch wunderbare und intelligente Kinder und junge Menschen es in der Zukunft geben könnte, wenn diese Prinzipien und Erkenntnisse in den Schulen und Universitäten gelehrt würden! Und was wäre das für eine aufbauende Kettenreaktion, wenn die Eltern als Vorbildfunktion den Segen der positiven Morgenstunde selbst nützten. Leichte, angenehme und spielerisch durchgeführte Konzentrationsübungen am Morgen führen neben der Energievermehrung im Gehirn zur Intelligenzsteigerung – und auf Dauer auch zu besseren Schulnoten.

Seien Sie sehr wachsam und überlegen Sie genau, was Sie aussprechen, vor allem bei den ersten Worten und Sätzen nach dem Aufstehen. Das Negative und Belastende am Morgen kann sich zu einer Kettenreaktion für den ganzen Tag Entwickeln. Negative Sensationen aus Nachrichten und Zeitungen verbreiten, bewertendes Gerede über nicht anwesende Mitmenschen schon am Morgen – eine Qual für den Geist... Dadurch wird die Fähigkeit um ein wacheres Verhalten am Morgen, in der Folge auch am Vormittag und während des gesamten Tages beträchtlich reduziert. Wer sich selbst und seine Mitmenschen schon am Morgen mit Negativem und Unwesentlichem belastet (Energieverschwendung), der wird es gesundheitlich und seelisch an diesem Tag wesentlich schwerer haben. Denn wer Negatives sät, wird auch Negatives ernten. Und wer möchte das schon wirklich? Aber man schlittert leichter in eine negative Haltung hinein, weil sie oft schon so programmiert ist und auch gesellschaftlich entsprechend gefördert wird. Meist laufen diese Programmierungen unbewusst ab und verselbständigen sich. Die Betreffenden verirren sich dann häufig in Verhaltensweisen, die alles andere als erfreulich sind: Sie mischen sich überall ein, denken auffällig für andere mit, meinen, alles und jedes kritisieren zu müssen, machen Vorhaltungen, stellen Bedingungen und schaffen dadurch Konflikte in sich selbst und im zwischenmenschlichen Bereich. Dies alles sind die unangenehmen Früchte einer überwiegend negativen Lebenseinstellung. Doch der Mensch hat für derartige Verhaltensmuster keine zusätzliche Energie zur Verfügung. Irgendwo muss sie also abgezogen werden – und darunter leidet dann meist die Regeneration und Vitalisierung von Körper- und Gehirnzellen.

Auch eine negative und stoffwechselstörende Ernährung am Morgen kann eine belastende Saat für den Tag bringen. Vor allem Kaffee, Schwarztee, Rauchen, Zucker, Weißmehlprodukte, Färb-, Konservierungs- und Haltbarkeitsstoffe, Fertigmarmeladen, dazu noch die belastenden Negativnachrichten aus Zeitungen und Radio. Das Leben funktioniert nach bestimmten Gesetzmäßigkeiten und Ordnungsprinzipien. Sie wirken zuverlässig und gerecht. Wenn sich im Leben des Menschen etwas verändern soll, ist es wichtig, sich für diese natürlichen Ordnungsprinzipien zu entscheiden und sich danach zu verhalten – auch wenn man im Moment nicht genau weiß, was man bei Arbeitslosigkeit, geschäftlichen und finanziellen Schwierigkeiten selbst dazu beitragen kann, damit sich die persönliche Situation verbessert.

Gehen wir ein, zwei Schritte oder mehr, wird der Weg plötzlich sichtbar, lässt sich Ziel und Richtung klar erkennen. Eine Möglichkeit, diese Weg zu finden, ist das Motiv, innerhalb einer gewissen Tages- und Nachtordnung zu leben. Dies bedeutet, regelmäßig am Abend früh ins Bett zu gehen und am Morgen sehr früh aufzustehen. Dies mag zwar auf den ersten Blick etwas einfach klingen, doch derjenige, der diese Prinzipien beherzigt, hat es wesentlich leichter im Leben, denn er bekommt mehr Hilfe und Unterstützung von den Natur- und Lebensgesetzen.

Im Einklang mit diesen Gesetzen zu leben, schafft wesentliche Voraussetzungen für angenehmere Lebensbedingungen. Gesundheit, Erfolg sowie finanzielle und berufliche Sicherheit beginnen mit dem seelischen Verhalten und dem kosmisch richtigen Energieeinsatz des Menschen.

Fazit: Ein wertvolles Frühstück, gutes seelisches Verhalten und aufbauendes Denken sind die Lösung für den Start in einen guten Tag. Die positive Morgenstunde ist der beste Türöffner für einen guten Tag und ein sicherer Wegweiser zu einem gesunden, glücklichen und erfolgreichen Leben.

Literatur: Christian Wilhelm Echter „Energie für alle Zellen – das Vitalprogramm für Körper, Geist und Seele“
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