Familienaufstellung nach Bert Hellinger

Bert Hellinger hat diese Methode, meines Wissens, aufgebaut auf seine Erfahrungen mit afrikanischen Stämmen und auf die Arbeit von Virginia Satir und Milton Erickson. Es ist wichtig, dass man Personen, die vor einem da waren (sei es die erste Frau des Mannes, eine frühere Chefin, frühere Generationen etc.) achtet. Andererseits gibt es so Familiengeheimnisse wie Selbstmorde, uneheliche Kinder etc. die verschwiegen werden, aber auf der Schwingungsebene logischerweise trotzdem vorhanden sind. Ein Bild ist ein Mobile - die Eltern oben, die Kinder unten. Wenn es bei den Eltern wackelt, beutelt´s die Kinder sauber durch und sie versuchen, das Gleichgewicht zu halten. Man ist also in einem Familiensystem. Eine Aufstellung zur Klärung eventueller Verstrickungen kann man machen, wenn man im Leben Probleme hat oder wenn einem immer wieder die gleichen Sachen passieren. Ich nehme jetzt mal mich als Beispiel (diese Geschichte ist fiktiv, noch nicht durch eine Aufstellung belegt): Von meiner Mutter ist der zweijährige Bruder im Krieg an einer Lungenentzündung gestorben. Es wäre also möglich, dass ich entweder in dem Leben sein Schicksal übernehme (was ja offensichtlich nicht der Fall ist, denn ich bin nicht mit 2 gestorben) oder dass ich das Gleichgewicht durch die Krankheit ausgleiche. Als ich das erste Mal davon hörte, ziemlich bald nach der Diagnose, fand ich das total gruselig und wollte nichts davon wissen. Inzwischen finde ich es aber einfach nur spannend. Anderes Beispiel: Kinder wollen immer, dass es ihren Eltern gut geht und sie fühlen sich auch verantwortlich dafür. Das heisst, ein Kind wird lieber selber krank, bevor die Mutter krank ist (was natürlich nicht machbar ist, aber so läuft es im Unterbewußtsein ab). Also neben den Verstrickungen, die uns persönlich jetzt betreffen, ist es auch wichtig, sich von den Eltern richtig abzulösen, die Verantwortung für deren Leben ihnen zu überlassen. Laut Hellinger ist es nämlich auch überheblich, wenn nicht grössenwahnsinnig, zu denken, man könnte den Eltern helfen.

Eine Aufstellung wird in der Gruppe gemacht. Normalerweise stellt man zuerst seine Herkunftsfamilie auf, also Eltern, Geschwister etc. und dann die jetzige Familie (Partner, Kinder etc.). Man nimmt intuitiv aus der Gruppe einen Stellvertreter für die entsprechende Person. Vorher werden nur ganz wenige Sachen erzählt. Man stellt diese Person konkret in die Mitte der Gruppe. Man stellt auch jemanden für sich selber auf. Man stellt die Personen so zueinander, wie man das Gefühl hat, dass sie gehören. Das Verblüffende an der Sache ist, dass die aufgestellten Personen auf ihrem Platz Gefühle und Gedanken bekommen wie die Originalpersonen. Sie werden befragt, wie es ihnen geht und sie werden vom Therapeuten herumgeschoben, bis sich jeder an seinem Platz wohlfühlt. Der, der aufstellt, beobachtet das Ganze zunächst von Außen. Es ist interessant, wie man allein an der Optik schon sehen kann, was in dem System abgeht. Später stellt man sich selber wieder rein. Eventuell bekommt man vom Therapeuten auflösende Sätze vorgegeben, die man zu den "Früheren" sagt, um die Verstrickung zu lösen. Zum Einen werden einem Dinge bewußt und andere Sichtweisen klar, zum Anderen kann es auch passieren, dass sich sogar im richtigen Leben etwas verändert, obwohl man ja die Aufstellung allein gemacht hat. Wen das Thema näher interessiert, dem schreibe ich gerne, wie es bei meiner persönlichen Aufstellung war. Ich habe meine Gegenwartsfamilie aufgestellt, ehrlich gesagt, gruselt mir vor der Herkunftsfamilie noch. Als Literatur kann ich das Buch "Was die Seele krank macht und was sie heilt" von Thomas Schäfer empfehlen.

Nachtrag August 2005: Im Juni habe ich mit/bei meinem ehemaligen Buchinger-Arzt Dr. Rainer Friebe und seiner Frau Regina in einem Kloster im Allgäu das Seminar "Die Heilkraft der Liebe" mitgemacht. Ein Teil ihrer Arbeit sind auch Familienaufstellungen und ich habe die Gelegenheit genutzt, meine Gegenwartsfamilie aufzustellen. Ich will es nicht lange ausführen, aber ich hatte mit den beiden Söhnen meines Freundes seit 10 Jahren mehr oder weniger nur Streß. Ziel der Aufstellung war es, eine Harmonie herzustellen. Was soll ich sagen - seit der Aufstellung ist bis heute (August), also seit sieben Wochen, Ruhe im Karton!! Es ist kaum zu fassen, aber ich freue mich darüber, warum auch immer dies funktioniert. Ein wenig wird natürlich auch immer die Ursprungsfamilie bearbeitet (auch, wenn man für jemand anderen in der Aufstellung steht), aber das war in diesem Fall nicht mein Hauptthema. Also: Ich kann nur jedem empfehlen, der etwas ändern will, sich beispielsweise durch eine Aufstellung helfen zu lassen. Natürlich ist es, wie bei allem, auch hier wichtig, einen geeigneten, fähigen, wohlwollenden Therapeuten zu finden. Praxis Dr. Friebe

Homepage von Bert Hellinger

Folgender Text ist zitiert aus dem Tonkassetten- und Videoprogramm des Auditorum Netzwerkes.

Homepage von Auditorium Netzwerk, Programmheft-Anforderung

Bert Hellinger spricht in seinen Vorträgen über jene Bedingungen, die dazu beitragen, dass Beziehungen zwischen Mann und Frau, Eltern und Kindern gelingen und sich vertiefen. Er sieht sich als jemand, der den Einklang sucht, der bei etwas hilft, das sich im Verborgenen zeigt, der in Dienst genommen ist von etwas, das er, wie er sagt, nicht versteht. Begriffe wie Ehre, Andacht, Ehrfurcht, Seele, Liebe, Schuld, Glück oder Tod sind zentrale Bestandteile seiner Psychotherapie. Solche Begriffe waren in der Psychotherapie lange umstritten. Der Therapeut Bert Hellinger zeigt jedoch, wie hilfreich und lösend sie sein können, wenn man sie richtig versteht und danach handelt. Seine Familienaufstellungen bringen verborgene Wirklichkeiten ans Licht und konfrontieren den Teilnehmer mit dem, was zu tun ist, um seine Not zu wenden. Oftmals zeigt sich dabei jedoch, dass Leiden leichter ist als Lösen. Ausgangspunkt seiner Systemischen Familientherapie ist die Beobachtung, dass es in Familien und Sippen eine ursprüngliche Ordnung gibt. Diese ursprüngliche Ordnung wirkt systemisch, d.h. überpersönlich und unabhängig von dem, was Familienmitglieder wollen; der Einzelne kann sie weder verändern noch einfach ignorieren oder aus ihr aussteigen. Es ist eine Verbindung, die die Mitglieder einer Familie über Generationen miteinander verbindet, ungeachtet der Gefühle, die mit den persönlichen Erfahrungen der Betroffenen nichts zu tun haben. Dies sind übernommene Gefühle von Mitgliedern einer Herkunftsfamilie, die man gekannt hat, aber auch von solchen, denen man nie begegnet ist. Im System Familie sind sie jedoch alle gegenwärtig und wirken. Oftmals sind diese Wirkungen unheilvoll und krankmachend. Durch Sichtbarmachung und Bewußtwerdung dieser Verstrickungen kann Heil entstehen. "Heil sein heisst, man kommt aus einer Verlorenheit oder Verstrickung wieder in Verbindung mit etwas Tragendem - was immer das ist. Da gibt es Ordnungen, die uns vorgegeben sind." Zitat Ende

Drama-Dreieck "Karpman´sches Dreieck"

Das Dreieck besteht aus drei psychologischen Rollen, die Personen übernehmen. Das Verhalten ist nicht erwachsen. Jeder befindet sich immer wieder mal in einer der Rollen, zu denken gibt´s nur, wenn man drin stecken bleibt. Es ist aber nicht so, dass man immer nur in einer der drei Rollen ist, man kann auch wechseln. Die drei Rollen sind Opfer - Retter - Verfolger/Täter. Beispiel: Ein Alkoholiker ist das Opfer (jammert über seine Lebensumstände, kann nichts dafür, dass er da ist, wo er ist). Der Retter (meist mit Helfersyndrom) versucht dem Alkoholiker unverdrossen und immer wieder zu helfen und ihn zu retten. Der Alkoholiker will aber gar nicht wirklich gerettet werden, er will nur jammern. Also geht er über in die Verfolger-Rolle und klagt den Retter an, wodurch der Retter wiederum zum Opfer wird. Ich hatte zuvor davon noch nie gehört, finde es aber interessant, dass es dieses System gibt. Ein Buch zur Thematik kenne ich nicht, aber es ist in psychologischen Büchern immer mal erklärt. Das Drama-Dreieck ist auch Teil der Transaktionsanalyse (TA). Hierbei geht es darum, die Transaktionen von Personen psychologisch darzustellen und zu deuten.

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"Fußangeln im Kinderzimmer" -
Müssen wir die „Programme“ aus unserer Kindheit mitschleppen?
Text von www.balance-online.de

Ich durfte nie... ich musste immer.... meine Eltern haben meine Leistungen nie akzeptiert, meine Brüder sind dauernd vorgezogen worden, weil Mädchen in unserer Familie nichts galten. Diese Litaneien ließen sich unendlich lange fortsetzen und nach Herzenslust variieren. Aber es gilt doch zunächst einmal festzustellen: diese Erfahrungen sind lange her. Weil kluge Menschen es erforscht haben, dass in der Kindheit die Weichen für das ganze Leben gestellt werden, sind wir oft völlig gefangen in der Vorstellung, dass es sich unausweichlich nach diesen Vorgaben entwickeln muss. Ganz allmählich aber hören wir auch die Stimmen von ebenso klugen anderen, die Gegenteiliges meinen, die einen Weg aufzeigen, dass wir nicht für alle Zeiten zwanghaft in die einmal vorgegebene Richtung marschieren müssen.

Sicher hat die Erziehung in der Kindheit, der Einfluss unserer Eltern und Erzieher uns stark geprägt, aber wir können darüber hinauswachsen, sind es ja bereits, denn Radfahren und schwimmen, ebenso lesen und schreiben, haben wir so ziemlich alle gelernt, selbst wenn uns keiner bestätigte, lobte und dafür anerkannte. Manches hat uns stark gemacht fürs Leben, anderes hat uns geschwächt, uns weh getan. Wenn wir selbst Kinder haben, dann bemühen wir uns natürlich, nicht dieselben „Fehler“ zu machen und es verunsichert uns, wenn jemand die Feststellung trifft, dass das wohl nicht gelingen wird. Es ist wahr, auch unsere Kinder werden Seiten an uns entdecken, die ihnen nicht gefallen, und die endlos lange Geschichte der Vorhaltungen, heimlich oder offen, wird weitergehen. Leben Sie in der Gegenwart!

Die Erfahrungen, die wir in unserer Kindheit gemacht haben, sind unterschiedlich, und egal ob es süße Erinnerungen sind oder schmerzliche, wenn sie uns dort über Gebühr festhalten, ist es nicht hilfreich. Es lässt sich zum Glück etwas dagegen tun: Man kann sich - immer wieder aufs Neue, denn mit einigen Malen ist es ganz sicher nicht getan - bemühen, im Gegenwärtigen anzukommen, kann aufhören damit, mit beiden Beinen im Gestern herumzustehen, sich um Vergangenes zu drehen wie der Hund, der unermüdlich seinem eigenen Schwanz nachjagt. Im Gegenwärtigen, im Jetzt anzukommen bedeutet nicht, alle vorherigen Erfahrungen zu vergessen, oder gar den Verstand auszuschalten und zu leugnen, dass eine eingeschaltete Herdplatte heiß ist. Die Erinnerung daran ist gespeichert, wie können sie abrufen, bevor wir uns die Finger erneut verbrennen. Das ist in einem kurzen Augenblick erledigt, und dann heißt die Devise für ein pralles, gelebtes Leben: zurück ins Jetzt. Es gibt keine Vergangenheit, es gibt keine Zukunft. Die Vergangenheit ist eine Aneinanderreihung von Erinnerungen, die im Jetzt stattfindet, die Zukunft entsteht durch Vorstellungen, die wir uns im Jetzt machen, und im Jetzt treffen wir die für unser Leben gültigen Entscheidungen, wo denn sonst?

Befreit von diesen prägenden und häufig sehr einschränkenden Erfahrungen aus früheren Jahren sind wir nur dann, wenn wir uns mit Haut und Haaren dem Jetzt verschreiben, dann reagiert nicht ein beleidigtes vierjähriges Kind auf die Herausforderung des gegenwärtigen Augenblickes, kein verletzter Teenager, kein zurückgewiesener Geliebter. Wir können uns aus unseren Verhaltensmustern lösen. Sicherlich rühren unsere heutigen Verhaltensweisen aus Erfahrungen, die in der Kindheit, der Jugend anzusiedeln sind, dass wir nicht vertrauen können zum Beispiel, nicht uns selbst und schon gar nicht anderen, hat dort seinen Ursprung. Doch so unbewusst uns unsere Programmierungen z.T. auch sind, bedeutet es nicht, dass wir in ihnen verhaftet bleiben müssen, dass wir unsere Kindheitserlebnisse ein Leben lang mit uns herumschleppen müssen. Ein beeindruckender junger Mann hat kürzlich, nachdem er durch eine wirklich schwere Zeit gegangen war, zu mir gesagt: „Weißt du, meine Kindheit war ständiger Kampf. Unsere Eltern wollten keines von uns fünf Kinder haben, wirklich kein einziges und das haben sie uns auch ständig irgendwie spüren lassen. Ich erinnere mich nur an Streit, Strafe und Ablehnung. Aber soll ich deshalb mein ganzes Leben ohne Liebe sein? Ich habe begonnen, zu vertrauen, nicht weil ich es gelernt habe, sondern weil ich es endlich lernen wollte. Diese Entscheidung hat mein ganzes Leben, hat mich total verändert. Er war wie ein Wunder, dieser Augenblick, in dem mir klar wurde: ich kann es ändern, wenn ich jetzt meine Angst und mein Misstrauen vorbehaltlos beiseite schiebe. Bildlich gesprochen war es fast so, als hätte ich ein Fernglas einfach umgedreht, die Verletzungen meiner Kindheit sind in die Ferne gerückt, und ich konnte sehen, welches verlockende Angebot mir von diesem einen Moment gemacht wurde. Seither vertraue ich mir, vertraue der Situation, vertraue dem anderen Menschen, ich vertraue dem Leben, dass es mich trägt, dass es für mich sorgt, mich schon beschützen wird. Und ich gehe nicht mehr zurück zu den schlimmen Erlebnissen, die mein ganzes bisheriges Leben vergiften konnten. Ich habe aufgehört, meiner Vergangenheit diese entsetzliche Macht einzuräumen, dass sie nicht nur meine Kindheit zerstören konnte, sondern darüber hinaus auch noch meine Zukunft bestimmen.“

Ein ganz wichtiger Punkt im Leben, der alles ungleich einfacher macht: reagieren wir nur auf den Augenblick, denn darauf kommt es an. Die Frage eines Bettlers nach einer Mark mit der Begründung abzuwehren, dass man sich ja schon immer viel zu oft von anderen ausnützen lässt, entspricht zwar möglicherweise einer richtigen psychologischen Erkenntnis von früher, hat aber mit der Frage gar nichts zu tun. Sie finden das jetzt übertrieben? Die Frage war doch nur: Haben Sie eine Mark gehabt?

Anschließend wir das Buch von Barbara Zaruba erwähnt.

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