Kurt Tepperwein "Die Botschaft deines Körpers - Die Sprache der Organe

Das Buch geht in die selbe Richtung wie die Bücher vom Dahlke. Ich möchte nur einige Sätze zitieren. Es geht darum, dass die Aussage, dass Krankheiten in Geist und Seele entstehen, wieder einmal untermauert wird. Die selbe Aussage finden wir ja auch bei Leuten wie Dahlke, Hay, Siegel, Murphy, Freitag, Bach, Bingen ... Viele von Euch wissen das auch schon innerlich irgendwie und dann ist es wichtig, dass man sich Bestätigung von Aussen holt. Mir war gleich nach der Diagnose klar, dass das ganze nur meine "Läuterung" zum Ziel haben könnte und dass mich das Gehirn, sprich meine Gedanken, krank gemacht haben und somit als Umkehrschluss es auch möglich wäre, durch Gedanken wieder zu gesunden. Zur Bestärkung meiner Überlegungen las ich Bücher in der Richtung und besuchte Seminare und Vorträge. Einiges davon findet sich ja hier wieder. Nun aber zu den Sätzen aus dem Buch:

Da unsere Aufgabe ist, zur Einheit zu streben, muss die Fähigkeit hierzu auch in uns liegen. Das Wort "Mensch" gibt uns durch die Weisheit der Sprache wertvolle Hinweise. Das Wort "Mensch" stammt aus dem Sanskritwort Menuschia (gesprochen Menschia). Wurzelwort: Man - Denken, Manus - Geist, Ia - Gesetz. Verstossen wir gegen das Gesetz, entsteht Disharmonie und als sichtbares Zeichen hierfür Krankheit. Die Ursache jeder Krankheit liegt stets im Denken. Der Zustand unseres Körpers ist nur die sichtbare Information der Art und Weise unseres Denkens.

.... Das Schicksal kann nur dort geändert werden, wo es geschaffen wir, in unserem Denken. Die Umstände zeigen wie ein Spiegel unsere Gedanken. So erkennen wir Krankheit als Segen und Heilung als Aufgabe.

... Denn jede Krankheit ist eine Auf-Gabe und keine Strafe. In ihr ist immer ein Geschenk, eine Gabe verborgen, das Symptom ist dabei nur die Verpackung.

...Überall beklagen sich die Menschen zwar über ihre Krankheiten und verlangen sofortige oder doch schnelle Hilfe durch Medikamente und Behandlungen, lehnen es aber gleichzeitig ab, das einzig Richtige zu tun, nämlich ihr Denken, Fühlen und Handeln zu verändern, weil das unbequem und anstrengend ist. Sie glauben ihre Pflicht erfüllt zu haben, sobald der Arzt bezahlt ist.

Wir müssen daher erkennen, dass wir zunächst in einem viel tieferen Sinne krank sind, bevor wir körperlich erkranken. Das, was wir Krankheit nennen, ist eigentlich schon der Versuch des Organismus, die Harmonie wieder herzustellen, also ein erster Schritt zur Heilung. (An der Stelle fällt mir ein, dass der Dahlke mal was ähnliches gesagt hat in Richtung "Die Krankheit ist das Gesündeste am Menschen" oder so). Das, was wir Krankheit nennen, ist daher auch nicht die eigentliche Krankheit, sondern nur die Information der Krankheit im wahrsten Sinne des Wortes.

... Krankheit ist daher nur ein äusserlich sichtbares Zeichen für fehlende Ganzheit, und solange wir die nicht erreicht haben, brauchen wir die Krankheit als Botschaft. Sie ist daher auch nicht unser Feind, sondern unser Freund und Partner, auf den wir nicht verzichten können.

... Der tiefere Sinn der Krankheit ist, wieder zur Besinnung zu kommen, wozu uns die Krankheit notfalls zwingt, nach innen, auf die Stimme der Vernunft zu hören, umzukehren, bevor es zu spät ist. Heilung bedeutet demnach nicht, Symptome zum Verschwinden zu bringen, sondern die verlorene Ordnung zu erkennen und wiederherzustellen. Es genügt nicht, Pillen oder Spritzen einzusetzen, auch nicht nur Naturheilmittel, wir müssen wieder verstehen, was uns unser Körper sagen will.

Indem wir unser Denken, Fühlen und Handeln in Ordnung bringen, wird sich auch die körperliche Ordnung wieder einstellen. Das mag unbequem sein, aber es ist der einzige Weg zu einer wahren Heilung, die Körper, Geist und Seele umfasst.

Die Voraussetzung dafür ist jedoch, zunächst einmal die Botschaft unseres Körpers verstehen zu lernen. Denn Krankheit ist nicht unser Feind, sondern unser Freund und der beste "Entwicklungshelfer". Ausserdem ist Krankheit der natürliche Weg gesund zu werden.

Soviel aus diesem Buch, das in dem Stil weitergeht bevor die einzelnen Körperteile gedeutet werden. Für diese Dinge gibt es ganz einfache Beispiele, die vielleicht fürs Erste leichter nachzuvollziehen sind. Es gibt da einen Spruch "Die erste Hälfte deines Lebens hast du das Gesicht mit dem du geboren wurdest, die zweite das was du verdienst." Die innere Einstellung eines Menschen kann man oft schon am Gesicht ablesen - nach unten gezogene Mundwinkel z. b. Auch die Haltung sagt viel über die Einstellung aus - wie Innen so Außen. Erkältung ist in der chinesischen Medizin auch keine Krankheit, sondern eine Regulierungsmethode des Körpers, um wieder ins Gleichgewicht zu kommen. Der natürliche Zustand des Körpers ist ein gesunder. Mit unserer Ernährung und unseren Gedanken über lange Zeit können wir ihn ruinieren.

Nachfolgend ein Text aus "Natur & Heilen, Ausgabe August 2002

Es gibt geistige und spirituelle Lebensgesetze, die zu erkennen und anzuwenden Voraussetzung ist, um sein Leben in Harmoni, Gesundheit und Freude zu führen. Der folgende Text stammt aus dem im Goldmann Verlag erschienen Buch "Die geistigen Gesetze" von Kurt Tepperwein, weltbekannt für seine Technik des Mental- und Intuitions-Trainings und Autor zahlreicher Lebens- und Selbsthilfebücher.

Zu mir selbst zu erwachen. Zu erkennen: Wer bin ich? Wo stehe ich? Wo will ich hin? Was will das Leben von mir? Wie kann ich das verwirklichen? Nicht ein anderer sein zu wollen. Mich selbst ganz zuzulassen. Mein geistiges Erbe anzutreten und die Fülle in Besitz zu nehmen. Zu erkennen: Ich bin der Gott eines riesigen Universums, des Universums meines Körpers. In diesem riesigen Reich ist jeder meiner Gedanken Gesetz, bestimmt Gesundheit oder Krankheit, mein ganzes Schicksal. Meine Aufgabe ist es, ein weiser Gott in meinem Reich zu sein. Zu erkennen: Ich bin ein Schöpfer.

Ich kann alles erreichen, was ich denken und glauben kann. Wenn mir mein Leben nicht gefällt, kann ich es ändern, indem ich mein Bewußtsein ändere. Das Leben ist ein Spiel, und solange ich lebe, muß ich mitspielen. Ich entscheide selbst, ob ich als Spielfigur oder als Spieler teilnehme. Es ist der Sinn des Lebens, auf Entdeckungsreise zu gehen, das Abenteuer Leben bewußt zu erleben und wirklich zu genießen. Denn das Spiel des Lebens findet mir zur Freude statt.

Zu erkennen, daß ich einmalig bin und einen wertvollen Beitrag zum Leben zu leisten habe, auf meine ganz besondere und einmalige Art. Meine wahre Bestimmung zu erkennen und zu erfüllen. Die "Botschaften des Lebens" zu erkennen und zu befolgen. Alles, was an mich herangetragen wird, sind nur "Angebote des Lebens". Zu erkennen, daß alle Probleme nur Aufgaben des Lebens sind, die ein Geschenk enthalten - eine Erkenntnis. Das Problem ist nur die Verpackung, das Geschenk die Erkenntnis. Zu erkennen, daß Gewinn oder Verlust gleich-gültig sind. Zu erkennen, daß der Platz, auf dem mich stehe, der einzig richtige ist, und den Augenblick zu erfüllen.

Leben heißt lernen. Zu lernen, die unwiderstehliche Macht des Denkens verantwortungsbewußt zu nutzen. Zu lernen, das Richtige zu tun, das Notwendige nicht zu unterlassen und das Falsche nicht zuzulassen. Der Sinn des Lebens ist es, mein Leben zu leben! Dazu muß ich SELBST sein. Denn das Leben ist nur ein Spiegelbild meines So-Seins. Lebe ich aber Rollen, Klischees, Muster etc., also etwas, das ich gar nicht bin, erlebe ich das Leben, das meinem So-Sein entspricht. Dann lebe ich folglich das Leben meiner Muster, Rollen, Programme... Darum ist es der Sinn meines Lebens, ich SELBST zu sein, um überhaupt die Chance zu haben, das Leben zu leben, für das ich inkarniert bin.

Der Sinn des Lebens ist es, in jedem Augenblick zu "sterben" und gleichzeitig neu geboren zu werden. Das heißt, daß ich selbst ewig veränderlich bin, fließend, wie das Leben selbst. So muß ich bewußt und achtsam im Hier und Jetzt sein; ich selbst sein, mich so zum Ausdruck bringen, wie ich jetzt gerade bin. Mich gleichzeitig beobachten und mich fragen: Bin ich das wirklich selbst? Oder lebe ich eine Rolle, ein Verhaltensmuster, für das ich mich irgendwann einmal entschlossen habe? Lebe ich vielleicht gar nach der Meinung, Vorstellung, Erwartung und den Wünschen anderer? Der Sinn des Lebens ist, zu lieben und zu leben! Offen und bereit zu sein für mich selbst.

Der Sinn meines Lebens ändert sich in jedem Augenblick. Er ist ebenso fließend wie das Leben und mein wahres Selbst. Wenn ich bewußt ich selbst bin, das lebe, was augenblicklich zu tun ist, also den Augenblick erfülle, lebe ich im Einklang mit mir und dem Leben. Dann erfülle ich den Sinn zu leben: Erkenntnis, Befreiung, Transformation, Entwicklung, Achtsamkeit, Bewußtsein, Selbst-Sein, Leben, Lieben! Der Sinn des Lebens ist meine Be-rufung zu leben: Ich selbst rufe mich zu mir selbst. Mein Seins-Auftrag ist es zu sein. Ich selbst zu sein. Der Sinn ist es also, ein erfülltes Leben zu leben, indem ich es mit mir selbst er-fülle, in der Fülle meiner selbst lebe. Der Sinn des Lebens ist es, Verantwortung zu übernehmen. Ich bin vor mir selbst verantwortlich, ich selbst zu sein. Der Sinn des Lebens ist, heil zu sein, d.h., ganz zu sein. Vollkommen so zu sein, wie ich jetzt bin. Heilsein, in meiner Ganzheit, in dem "Zentrum" meines Seins. Selbst-Findung, Selbst-Erkenntnis, Selbst-Vertrauen, Selbst-Verwirklichung, Selbst-Verständnis, Selbst-Beherrschung.

Der Sinn des Lebens ist es, mein geistiges Erbe anzutreten. D.h., meinen Ursprung zu erkennen und zu erwecken. Mein Wahres Selbst ist der Gottesfunken. Gott sagte: "ICH BIN, der ICH BIN". Ich bin, also bin ich ein Teil Gottes. Denn Gott ist nichts anderes als das Leben selbst, das mein Wahres SELBST ist. Damit habe ich aber auch die Verpflichtung und Verantwortung der zu sein, der ich bin: ein weiser Gott meines Lebens. Göttlich zu sein, ich selbst zu sein, heißt, schöpferisch zu sein: Kreativität, Erneuerung, d.h., in jedem Augenblick "neu" zu sein. Lernen heißt, zu ent-decken, daß man im Innersten schon alles weiß, und zu leben, was man ent-deckt hat.

Der Sinn des Lebens ist es, Erfahrungen zu machen, aus denen Erkenntnisse werden - das Einzige, das ich aus meinem Leben mitnehmen kann. Meine Aufgabe ist es, das Gelernte in Leben umzuwandeln. Nicht totes Wissen anzusammeln, sondern mein Bewußtsein zu erweitern, um so immer weiter zu werden, bis auch ich allumfassend geworden bin. Die vier Naturen des Menschen, die spirituelle, mentale, emotionale und physische, zu einer harmonischen Einheit zu verschmelzen und aus dieser Einheit heraus zu handeln, im Einklang mit der Schöpfung. Zum Sinn des Lebens gehört auch zu lernen, um zu lehren, und damit meinem Nächsten Chance zu sein.

Das Schicksal ist nur ein Spiegelbild meines So-Seins. Jeder bekommt vom Schicksal, was er verursacht. Ganz gleich aber, was das Schicksal mir schickt, alles sind nur Chancen zu lernen. Alles will mir nur helfen und dienen. Ich kann mich jederzeit vom Rad des Schicksals befreien, indem ich meinen Eigenwillen loslasse: "Dein Wille geschehe". Sinn meines Lebens ist es, die Vollkommenheit meines Wahren Selbst immer vollkommener zum Ausdruck zu bringen. Unsere einzige Bestimmung ist es, vollkommen zu werden. Es ist meine Aufgabe, Wohlstand, Gesundheit, Glück und Harmonie für alle zu verwirklichen und mich für das Ganze verantwortlich zu fühlen. Aus meinem Leben ein Meisterwerk zu machen.

Der Sinn meines Lebens ist es, meine Wahrheit zu finden und nach ihr zu leben. Das ist mein Geschenk an die Welt und an die anderen. Mein Beitrag, den nur ich geben und leisten kann. Mein innerstes Wissen, die Weisheit meines Wahren Selbst, der Göttlichkeit, die ich bin.

Homepage von Kurt Tepperwein

Nachfolgenden Text hat mir jemand ins Gästebuch geschrieben und inhaltlich kommt mir da vieles durch Dahlke und Stiftung Lebensnerv bekannt vor. Ist mal wieder nicht besonders nett, also cool bleiben!

Multiple Sklerose Auszug aus dem Buch: Organsprache von A-Z (Henry G. Tietze)

Diagnose
Erkrankung des Gehirns und Rückenmarks mit Bildung zahlreicher (später sklerotischer) Entmarkungsherde. Bei MS hinterläßt das Myelin – jene weißen Lipide, die die Nerven isolieren und ummanteln – zahlreiche Spuren, wo möglicherweise Immunzellen irrtümlich normale Zellen angreifen, die das Myelin herstellen. Bewältigungsschwierigkeiten und psychosoziale Faktoren scheinen zum Auslösen der Symptome beizutragen.

Organsprache

Ich will mich nicht entscheiden müssen. Ich bin lieb und tue, was euch gefällt. MS ist eine Regressionskrankheit. Die Patienten gehen in frühe Kindheitsebenen zurück, wenn Konflikte zu Entscheidungen zwingen, die vom Patienten nicht durchgeführt werden. Diese Patienten weichen einer Konfliktsituation dadurch aus, dass sie sich einer Lebensentscheidung nicht stellen. Sie fahren in einem Rollstuhl statt in einem Kinderwagen. Im fortgesetzten Stadium müssen sie sogar Windeln tragen. Als Säugling aber können sie weder fliehen noch angreifen, sie können keine Entscheidung fällen und entziehen sich so jeder Eigenverantwortlichkeit. (Verantwortlich ist man nicht nur für das was man tut, sondern auch für das, was man nicht tut.) Die Erkrankung, die ursprünglich ihren Anfang in pychovegetativen Prozessen haben kann, wird immer mehr organisch. Sie dann noch über Psychotherapie in den Griff zu bekommen wird immer schwieriger. Auf diese Weise können nur der Umgang mit sich als Kranken gebessert und die psychischen Hintergründe der Erkrankung erhellt werden. Das organische Geschehen ist damit nicht mehr rückgängig zu machen. Versprechungen auf Heilung werden immer mit falscher Erwartung gekoppelt.

Familiengeschichtlicher Hintergrund

Wir treffen bei MS-Kranken eine Familienkonstellation an, die für den Patienten als Kind schlimm gewesen ist. Ein tyrannischer Vater und eine sich unterordnende Mutter machten aus dem Kind einen überangepassten, aggressionsgehemmten Menschen. Auffällig ist, dass MS-Kranke nach außen eine Pseudo-Fröhlichkeit zeigen, die letztlich zeigen soll, „ich bin lieb –ich tue, was ihr wollt“. Auf diese Weise wird die angestaute Wut autoaggressiv nach innen gerichtet. Psychosomatikern, die im Klinikbereich mit MS-Kranken arbeiten, fällt immer wieder auf, dass MS-Kranke eine extreme emotionale Abhängigkeit, eine noch psychische Unreife haben. Außerdem haben sie Schwierigkeiten bei Ablösungsproblemen von Bezugspersonen. Es kann sein, dass sie sich Trennungssituationen vorphantasieren oder reale Trennungen erleben.

"Die Lernaufgaben des Lebens" Artikel von Kurt Tepperwein, Natur & Heilen 6/2006

Alles, was wir erleben, enthält eine Botschaft. Das Leben spricht ständig zu uns. Die Sprache des Lebens ist die wichtigste Fremdsprache, die wir lernen sollten, bis sie uns nicht mehr fremd ist. Wenn wir diese Sprache beherrschen, haben wir gelernt, das Leben zu verstehen.

Das Leben sagt uns in seiner Sprache, wie wir glücklich werden können. Authentisch und wirklich zu leben ist unsere Berufung und das Leben selbst ist unser individueller Einweihungsweg. Unser Leben ist der Spiegel unseres Bewusstseins. Mit unserem Bewusstsein schaffen wir unsere Welt und über die "Sprache der Lebensumstände" zeigt uns das Leben, was wir geschaffen haben und wie wir es verändern können.

Die bekannte Sterbeforscherin Elisabeth Kübler-Ross gibt die faszinierende Geschichte einer Frau wieder, die auf einen Stau aufgefahren ist und beobachtet, wie sich ein Fahrzeug von hinten rasant nähert. Sie weiß, dass der Aufprall unvermeidlich ist. Da bemerkt sie, dass ihre Hände das Lenkrad umklammern, und beschließt, sich zu entspannen. Sie beschließt, dass sie so nicht weiterleben will, dass sie so nicht einmal sterben will. Und ihre Arme fallen entspannt seitlich vom Lenkrad. Der Unfall geschieht und sie überlebt beinahe unverletzt - dass ihr Körper so entspannt war, habe ihr wahrscheinlich das Leben gerettet, sagen hinterher die Ärzte, denn unter Muskelanspannungen geschehen die größten Verletzungen. Elisabeth Kübler-Ross hat oft die Erfahrung gemacht, dass gerade am Rande ihres Lebens vielen Menschen eine Lektion zuteil wird, und zwar nicht über den Tod, sondern über das Leben selbst. Sie befinden sich in Grenzsituationen. Sie stehen außerhalb am Rande eines neuen Lebens. Indem sie dem Schrecken unmittelbar ins Auge blicken und den Tod aus der Nähe erleben, ergeben sie sich ihm - und ihre Lebensanschauung verändert sich dauerhaft. Sie lernen die Aufgabe des Lebens.

Doch warum sollten wir bis zu einem Unfall oder bis ans Lebensende warten, um das zu lernen, was wir jetzt lernen können? Wir können die Lektionen auch dann lernen, wenn sie noch leicht sind, wenn sie uns noch leise zugeflüstert werden. Denn wer auf die geflüsterten Unterweisungen des Lebens nicht hört, für den wiederholen sie sich als unsanfter Weckruf. "Wenn Gott anruft, empfiehlt es sich, den Hörer abzunehmen" heißt es.

Das Universum legt uns Steine in den Weg, wenn es darum geht, dass wir endlich aufhorchen: Körperlicher Schmerz fordert uns auf, besser auf unseren Körper zu achten. Seelische Leiden machen uns auf Illusionen und Widerstände aufmerksam. Und wenn wir geistig in der Klemme sind, werden wir für die heilende Kraft des gegenwärtigen Augenblicks empfänglich. Es gibt unvermeidliche Schmerzen, doch wenn wir den sanfteren Lektionen des Lebens Beachtung zu schenken lernen, wird es Schmerz ohne Leiden sein. Jeder Schicksalsschlag hat sein Gutes und enthält Lehren, die sich uns mit der Zeit erschließen. (An der Stelle fällt mir ein Spruch ein "Schmerz ist unvermeidlich, Leiden freiwillig")

Was sind das für Lektionen, die das Leben uns zuwirft? Wir alle werden von denselben Dingen herausgefordert: Angst, Schuldgefühlen, Zorn, Ärger, Vergebung, Zeit, Geduld, Liebe, Beziehungen, Spielen, Trauer, Macht, Glück.

Eine wichtige Lebensaufgabe kann auch sein, eine Maske oder Rolle in unserem Leben zu erkennen und abzulegen. Viele haben Rollen angenommen, wie "Vater" oder "Mutter", "Arbeiter", "Stütze der Gesellschaft", "Zyniker", "Trainer", "Einzelgänger", "netter Kerl", "liebe, charmante Frau", "Rebell", "liebevolles Kind". Solche Rollen können zu Steinen werden, unter denen unser wahres Selbst begraben liegt.

Wenn man Lebenslektionen lernt, ist es ein bisschen, wie wenn man volljährig wird. Man ist nicht mit einem Schlag glücklicher, wohlhabender oder einflussreicher, aber man versteht die Welt besser und kommt mit sich mehr in Frieden.

Die Fähigkeit, die Sprache des Lebens zu verstehen, hilft Ihnen, Ihre persönlichen Lernaufgaben zu entdecken. Dies gehört zu Ihrer Lebensreise. Niemand anderes kann Ihnen sagen, worin sie bestehen. Jemand, der etwas über die Liebe zu lernen hat, kann mehrmals heiraten oder gar nicht. Einer, der mit der Lektion des Geldes ringen muss, bekommt vielleicht überhaupt kein Geld oder er bekommt es im Überfluss.

Letztlich wissen wir tief im Inneren alle, dass es einen Menschen gibt, der wir sein wollen. Wir spüren es, wenn wir so weit sind, zu dieser Person zu werden. Umgekehrt gilt das Gleiche: Wir wissen, wenn etwas nicht stimmt und wir nicht als der Mensch leben, als der wir vom Leben gemeint sind.

Bewusst oder unbewusst sind wir alle auf der Suche nach Antworten und versuchen, die Lernaufgaben des Lebens zu erkennen. Wir ringen mit Angst- und Schuldgefühlen. Wir suchen nach Sinn, Liebe und Einfluss. Wir versuchen, Angst oder Verlust zu verstehen. Wir möchten herausfinden, wer wir sind und wie wir glücklich werden können. Oft suchen wir die Lösung in Geld, Status, dem "perfekten" Job - und müssen erkennen, dass diesen Dingen der Sinn fehlt, den wir in ihnen zu finden hofften, ja, dass sie uns sogar belasten und Sorgen machen.

Wenn wir diesen falschen Spuren folgen, bleiben wir unweigerlich mit einem Gefühl des Unerfülltseins zurück und glauben, dass Werte wie Liebe und Glück einfach unerreichbare Illusionen seien. Im Grunde geht es aber um die entscheidende Frage: Wer ist es, der oder die diese Lektionen lernt? Wer bin ich? Sie sind einfach auf wundervolle Art und Weise Sie selbst! Und als Sie selbst können Sie sich immer wieder neu erfinden. Wir sind nämlich nicht unglücklich, weil das Leben so kompliziert und schwierig ist. Wir sind unglücklich, weil wir uns an unser wahres Wesen nicht erinnern und so die dem Leben zugrunde liegende Einfachheit verfehlen.

Und wie spricht das Leben? Das Leben schickt entweder ein Angebot, eine Chance, eine Möglichkeit, ein Handzeichen, eine Aufforderung, einen Anstoß, eine Mahnung, eine Erinnerung, einen Schubs, einen Tritt, einen Schicksalsschlag, "Nachhilfeunterricht", eine Katastrophe. Oder eine Bestätigung, Bestärkung oder Zustimmung.

Je mehr ich mich auf das Leben einlasse und mein Selbst erkenne, je mehr "Tiefgang" ich im Strom des Lebens habe, desto stärker spüre ich die Strömung, desto stärker spüre ich, dass ich getragen werde und desto unmittelbarer kann ich die Botschaften des Lebens verstehen.

Aus: "Ihr Leben als Meisterwerk", 2006

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