
Inhaltsverzeichnis des Buches
Einführung mit ihrer eigenen MS-Geschichte, Was ist MS?, Ursachen der MS, Was kann die Schulmedizin? Zweiter Teil: Natürliche MS-Therapien mit Kapiteln über alternative Medizin, Ernährungsmedizin (Evers- Diät, Kousmine-Diät etc.), Westliche Naturheilkunde mit Kapiteln über Homöopathie, Kneipp-Therapie etc., Asiatische Medizin mit Kapiteln über Ayurveda und TCM etc., Dritter Teil: Wieder gesund werden mit Kapiteln über Selbstheilungskräfte, Ernährung, wohltuende Lebensweisen, heilende Natur etc. Nachfolgend stellenweise Zitate aus dem Buch.Zusammenfassung der wichtigsten Tips der Ernährungsmedizin bei MS:
Alle Therapien empfehlen die Einschränkung von Nervengiften wie Alkohol,
Zigaretten und Kaffee.
Die vielen tierischen Fette in unserer Ernährung schaden den Körperzellen. Sie verfetten die
Körperzellen, treiben den Cholesterinspiegel in die Höhe, fördern Herzkrankheiten und schädigen
das Nervensystem.
Menschen mit MS profitieren deshalb von einer möglichst fleisch- und fettarmen Ernährung mit
vielen Vollkornprodukten sowie frischem Obst, Rohkost, Salaten und Gemüsen.
Zum Zellschutz und zur Regenerierung der Nerven tragen ungesättigte Fettsäuren bei, wie z. B.
in Olivenöl oder Sonnenblumenöl.
Frischer Fisch enthält tierische, hoch ungesättigte Omega-3-Fettsäuren und ist deshalb ein wichtiger
Baustein der Ernährung bei MS.
Viele MS-Diäten empfehlen zusätzlich ein gutes, hoch dosiertes Vitamin- und Mineralpräparat,
das die Vitamine A, C und E sowie Magnesium, Kalzium, Selen und Zink enthält.
Mehrere Diäten empfehlen die ergänzende Einnahme von Fischölkapseln oder Nachtkerzenölkapseln.
Fast alle Therapien empfehlen zusätzlich zur Diät viel frische Luft, Ruhe, Erholung, Wasseranwendungen
und wohl dosiertes Sonnenlicht.
Wohltuende Lebensweisen entwickeln, der Weg zu mehr Freude und Wohlbefinden.
Schädliche Lebensweisen: Angst und Unbeweglichkeit
großes Bedürfnis nach Kontrolle, Ordnung, Planung und Überblick; Angst vor Veränderungen und
unvorhersehbaren Ereignissen; wenig Selbstvertrauen; große Zukunftsangst
großer Ehrgeiz, Perfektionismus, berufliches Karrierestreben; Rigorismus und Intoleranz ("Meine Meinung
ist die einzig richtige!")
Angst vor Kontakt zu anderen Menschen; Angst vor Liebe, Vertrauen und Sich-fallen-Lassen; Probleme,
Schwächen einzugestehen oder um Hilfe und Trost zu bitten; über Gefühle nicht reden können;
Hemmungen bei Offenheit und Nähe
Leben nach den Erwartungsmustern der Umwelt oder von Angehörigen; Versuch, die Erwartungen anderer
Menschen zu erfüllen; Vernachlässigen der eigenen Lebenswünsche; Unselbständigkeit; das Gefühl,
daß dies noch nicht das richtige Leben ist und das wahre Leben erst kommt.
wohltuende Lebensweisen: Gelassenheit und Flexibilität
Selbstvertrauen und Vertrauen in die eigene Zukunft: "Ich schaffe es!" und "Ich werde mit allem fertig!";
Flexibilität und Gelassenheit; Optimismus und Neugier; Veränderungen als Chancen sehen
Ruhe und Entspannung suchen; Gelassenheit entwickeln ("mal fünfe grade sein lassen"); Toleranz üben,
andere Meinungen gelten lassen
Liebe und Unterstützung suchen und geben; belastende Beziehungen lösen oder auf Abstand halten; um Hilfe
und Trost bitten können, Vertrauen zu anderen haben; über Gefühle und Ängste reden können; Nähe zulassen
und genießen können
Das eigene Leben leben lernen; Leben nach eigenen Wünschen und Zielen; NEIN sagen können zu den Erwartungen
anderer; Selbständigkeit; sich etwas Schönes gönnen und es genießen; das eigene Leben jeden Tag bewußt
erfahren; dem Leben einen Sinn geben
Wie Sie mehr Selbstvertrauen gewinnen
Nehmen Sie sich jeden Tag 10 Minuten für sich selbst. Meditieren Sie, atmen Sie tief durch, denken
Sie an Ihren starken mutigen Kern, dem das Leben Freude macht und der keine Lust zum Leiden hat.
Überlegen Sie immer wieder, ob Ihr Leben in "Richtung Gesundheit" und "Richtung Freude" verläuft.
Streichen Sie Sätze wie "Das kann ich nicht!" oder "Das ist unheilbar" oder "Das geht nicht mehr weg"
aus Ihrem Wortschatz. Wenn Sie in eine Situation kommen, in der Sie der Mut verläßt, sagen Sie sich ganz
bewußt: "Ich schaffe es!" - "Es wird wieder besser!"
Machen Sie ab und zu Dinge, die Sie sich wünschen: einen Stadtbummel ohne die Familie, ein paar Tage Urlaub
ganz alleine, einmal ganz lang ausschlafen... Denken Sie mal nicht an Ihre Kinder, Ihre Familie, Ihren Job.
Werden Sie ein Egoist. Wenigstens manchmal.
Wenn in Ihrem Leben eine unangenehme Situation entstanden ist, versuchen Sie sie möglichst rasch zu lösen.
Sie müssen dauernd Überstunden machen? Ihre Schwiegermutter mischt sich in Ihren Haushalt ein? Seien Sie mutig!
Organisieren Sie die Sache so, wie es Ihnen gut tut! Setzen Sie Grenzen! Sie sind ein erwachsener
Mensch. Es gibt keinen Grund, schweigend zu leiden. Für alles gibt es Lösungen.
Suchen Sie Kontakt zu Menschen, die völlig anders leben als Sie selbst; mit anderen Berufen, aus fremden Ländern,
mit anderen Religionen, Menschen mit ungewöhnlichen, mutigen gesellschaftlichen Überzeugungen. Solche Kontakte
sind eine große Erweiterung des eigenen Horizonts, weil wir dann sehen: "Es ist auch möglich, völlig anders
zu leben, als ich jetzt!"
Hören Sie auf, sich um die Zukunft zu sorgen. Machen Sie einen Schritt nach dem anderen. Vertrauen Sie darauf:
"Alles wird gut. Ich schaffe es - was auch immer kommt." Glauben Sie an Ihre Kraft und fördern Sie Ihr
Wohlbefinden - heute. Unsere Zukunft erwächst aus dem, was wir heute tun.
Wie Sie mehr Ruhe und Entspannung finden
Egal, ob Sie berufstätig sind oder Kinder erziehen - schlafen Sie genug. Mit kleinen Kindern ist das schwierig.
Trotzdem! Überlegen Sie sich eine Lösung. Ihre MS-Symptome werden nicht verschwinden, wenn Ihr Körper schon
alle Kraft verbraucht, damit Sie überhaupt die Augen offen halten.
Bekommen Sie "Mut zur Lücke" und "Mut zur Faulheit"! Verabschieden Sie sich von Ihrem Perfektionismus.
Lassen Sie öfter fünf gerade sein und verbringen Sie einen ruhigen Tag auf der Liege im Garten oder mit
einem Buch im Sessel. Werden Sie freundlich zu sich selbst.
Bewahren Sie Ruhe und Gelassenheit. Lassen Sie sich nicht von unruhigen, zappligen Mitmenschen anstecken.
Lassen Sie sich auch nicht in endlose Diskussionen verwickeln. Viel und lautes Sprechen strengt die Nerven
extrem an. Bewahren Sie Ruhe und Ihre Kraft.
Gewöhnen Sie sich an, Ihre Arbeit gut zu planen und Unordnung zu vermeiden. Erledigungen auf den letzten Drücker
kosten viel Nerven und aus Chaos entsteht nicht etwas wirklicht Gutes. Unordnung, ob in der Küche, in der
Wohnung oder im Büro, kostet Sie viel Kraft und wertvolle Zeit, die mit Suchen und Wegräumen vertan wird.
Wenn Sie längere Stresszeiten vor sich haben (Prüfungen, Familienzuwachs, Umzug u.a.), denken Sie
an Ihre Gesundheitsbalance und planen Sie bereits vorher entsprechende Erholungsmöglichkeiten mit ein
(Urlaub, verlängertes Wochenende, Haushaltshilfe). Gute Vorsorge ist besser als unnötige Tapferkeit,
Überanstrengung oder ein Schub. Arbeiten Sie nicht viel, sondern clever.
Wenn Sie MS haben und kleine Kinder haben, brauchen Sie Unterstützung - besonders, wenn Sie alleinerziehend
sind. Suchen Sie einen guten Kinderhort, einen Ganztagskindergarten oder eine Ganztagesschule. Sie können nur
dann auf Dauer für Ihre Kinder sorgen, wenn Sie selber auf den Beinen bleiben!
Lernen Sie Gelassenheit. Müssen wir wirklich immer alles tun, was wir tun? Müssen wir unbedingt den Bus
erreichen, der uns gerade vor der Nase wegfährt? Oder müssen wir noch unbedingt einkaufen fahren, um diese
spezielle Sache zu holen? Wählen Sie stets die einfachste Lösung.
Lernen Sie Prioritäten zu setzen. Sagen Sie "Nein" und bleiben Sie dabei, wenn andere
etwas von Ihnen wollen, was Ihnen zuviel wird. Widerstehen Sie, freundlich aber bestimmt! Es gibt einiges,
was wirklich wichtig ist, aber vieles ist es nicht. Sie werden erstaunt feststellen, wie gut eine klare
Haltung akzeptiert wird. Öfter ein "Nein" zu anderen ist ein neues "Ja" zu sich selbst.
Wenn Sie mitten im Trubel stecken und merken, daß Sie die Nerven verlieren, machen Sie "Stopping". Unterbrechen
Sie Ihre augenblickliche Tätigkeit. Sofort. Gehen Sie in ein anderes Zimmer, machen Sie sich einen Tee. Atmen
Sie tief in Ihren Bauch - den Ruhepunkt des Körpers. Das hilft Ihnen dabei, sich zu konzentrieren (= in der Mitte
zu sammeln). Nach einer Unterbrechung können Sie mit neuem Mut an die Arbeit gehen.
Wie Sie die Liebe und Unterstützung bekommen, die Sie brauchen
Suchen Sie engen Kontakt zu Menschen, die Ihnen Liebe, Kraft und Optimismus vermitteln. Und seien
Sie selber eine Quelle der Liebe für andere. Gemeinsames Leben beruht auf Gegenseitigkeit.
Lernen Sie, Ihren Wunsch nach Hilfe klar und rechtzeitig zu äußern. Für Ihre Mitmenschen ist
es sehr schwer, sich die Probleme mit MS vorzustellen, und sie können nicht Gedanken lesen.
Sagen Sie liebevoll und klar, was Sie brauchen - dann bekommen Sie es auch.
Holen Sie sich den größten Teil der Unterstützung außerhalb der Familie. Ihr Partner ist
keine Putzhilfe und Ihre Kindern sind keine Laufburschen. Wenn Sie berufstätig sind oder
Kinder erziehen, brauchen Sie wahrscheinlich eine Putzhilfe sowie einen Kinderhort oder
eine Ganztagesschule. Vermeiden Sie übergroße Hilfe von Eltern und Schwiegereltern, damit
Sie Ihre Eigenständigkeit bewahren.
Suchen Sie sich eine Selbsthilfegruppe, um über Ihre MS, Ihre Gefühle und Ihre Ängste reden zu können.
So wichtig es ist, gelegentlich auch mit Ihrem Partner über MS zu reden - allzu oft sollte es nicht sein.
Die MS sollte nicht der Mittelpunkt Ihrer Ehe oder Ihrer Familie werden.
Lernen Sie, das Leben mit Freude und Optimismus zu betrachten. Das ist nicht leicht bei einer Krankheit
wie MS. Und trotzdem! Wir leben alle nur einmal. Jedes Leben hat seine besonderen Aufgaben und Herausforderungen.
Machen wir das Beste daraus!
Wie Sie immer mehr Ihr eigenes Leben leben
Machen Sie sich klar, daß Sie erwachsen sind und daß Ihre Kindheit, Ihre Eltern oder Ihr Partner nicht
länger die Entschuldigung für ungelebte Wünsche oder gar für die Krankheit MS sein können. Sie selber
sind verantwortlich für das, was Sie aus Ihrem Leben machen - auch bei MS.
Legen Sie großen Wert auf Ihr eigenes, persönliches Leben. Behalten Sie Ihre Ziele im Blick.
Wenn es Familienangehörige gibt, die Sie zu sehr behüten und bevormunden, suchen Sie eine Lösung,
vielleicht sogar durch den Wechsel der Wohnung oder des Wohnortes.
Haben Sie keine Angst vor Lebensveränderungen, vor neuen Erfahrungen und vor der Verwirklichung
Ihrer Träume. Auch mit MS können Sie studieren, sich einen guten Beruf suchen, den Job wechseln,
eine neue Wohnung finden, einen Partner gewinnen, heiraten, Kinder bekommen. MS ist kein Hindernis,
keine Entschuldigung und auch keine Ausrede. Wagen Sie es!
Setzen Sie sich erreichbare positive Ziele, glauben Sie fest daran und arbeiten Sie darauf hin.
Ein eigenes Zimmer, eine eigene Wohnung oder eine neue Arbeit können sehr erfolgreiche Wege zur
Freiheit sein. Jeder noch so kleine Schritt hin zu Ihrem eigenen Leben ist ein Schritt hin zu
Ihrer Gesundheit.
"Natürliche MS-Therapien" Christine Wagener-Thiele, ISBN 3-612-20670-2, DM 14,90